Wenn ich mich so durchs Netz klicke, dann sträuben sich mir oftmals die Haare. Was man auf manchen Websites und Blogs so an Texten vorgesetzt bekommt, das gehört teilweise echt unter Strafe gestellt.

Grammatik und Rechtschreibung sind kein Verbrechen

Den Schreibern mangelt es häufig nicht nur an Grammatik- und Rechtschreib-Kenntnissen, das ist noch das kleinste Vergehen. Die Artikel sind oft schlampig recherchiert, ganz offensichtlich nur für Suchmaschinen geschrieben, lassen jegliche Struktur vermissen. Und nicht selten frage ich mich am Ende eines Artikels – wenn ich es überhaupt so weit geschafft habe – was mir der Autor damit eigentlich sagen wollte.

Wer schreiben will muss lesen

Daher möchte ich heute mal eine These in den Ring werfen, von der ich überzeugt bin, dass sie zu besseren Texten führt: Du willst schreiben? Dann lies! Und damit meine ich nicht nur die eigenen Texte, bevor sie veröffentlicht werden – das bitte sowieso immer. Nein, wer gut schreiben will, der muss lesen. Und zwar nicht irgendetwas, sondern etwas Gutes. Woher soll man denn sonst wissen, was eine gute Schreibe, ein guter Text ist?

Gute Texte führen zu besseren Texten

Mach ich auch so, und ich merke auch an meinen eigenen Texten, wenn ich längere Zeit mal nicht oder nur ganz wenig gelesen habe. Und ich meine damit nicht nur Fachartikel oder – bücher, sondern ich spreche auch und vor allem von Romanen. Von guten Romanen. Wer also über Weihnachten endlich mal „Shades of Grey“ lesen will, dem lege ich ans Herz: Such dir einen sinnvolleren Zeitvertreib. Oder zumindest ein besseres Buch. (Pssst, Lese-Tipps gibt’s ganz bald in meinem Newsletter, der in Kürze an den Start gehen wird.) Ich habe nach gut der Hälfte aufgegeben, weil mich der Schreibstil bzw. die ständigen Wiederholungen genervt haben. Guter Stil ist was Anderes.

Mehr Qualität als Quantität

Wer im Internet mit einer Website oder einem Blog erfolgreich sein, sich einen Namen machen will, der muss vor allem eines: Guten Content liefern. Denn eine Website, die super aussieht, ist zwar eine tolle Sache. Wenn aber die Inhalte nicht stimmen, dann bringt das langfristig herzlich wenig. Die Leser merken sich das und kommen dann nicht wieder. Während aus SEO-Sicht häufig mehr Wert auf Quantität als auf Qualität gelegt wird, sagt die Texterin in mir: Lieber weniger und bessere Texte als mit aller Gewalt jede Woche fünf Artikel, die kein Mensch lesen kann oder will.

Denn letztlich geht es bei allem nur um eines: Um den Mehrwert für den Leser. Je nach Medium kann das bedeuten, dass der Leser gut unterhalten wird oder dass er wichtige Informationen erhält, dass er etwas lernt oder dass er ein Problem lösen kann. All das ist aber nur dann der Fall, wenn die Texte auch gut geschrieben und leserfreundlich sind. Denn der beste Inhalt ist nutzlos, wenn man sich quälen muss, ihn zu lesen.

Mein Lieblingstipp für bessere Texte

Ihr findet mit einer kurzen Recherche im Netz zahllose Artikel mit Tipps zum Schreiben. Mein persönlicher Lieblingstipps an euch ist aber der: Lest! Viel! Gutes! Denn das ist nicht nur eine angenehme Art und Weise, an sich selbst und seiner Schreibe zu arbeiten, es hilft tatsächlich auch ungemein. Man ist inspiriert, man erweitert nicht nur den Horizont, sondern unter Umständen auch noch den (aktiven) Wortschatz. So kann man also das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Und so ganz nebenbei bildet Lesen ja auch, unabhängig vom Schreiben.

Was ihr lest, ist für mich in diesem Fall zweitrangig, so lange es gut ist. Das kann eine qualitativ gute Zeitung sein (also bitte nicht die mit den vier großen Buchstaben, die ist stilistisch ungefähr auf dem Niveau von Shades of Grey), ein schönes Magazin, ein guter Blog oder natürlich ein guter Roman. Jetzt wollt ihr sicherlich eine Lese-Empfehlung von mir. Die bekommt ihr – bald, ganz bald. Denn ich habe für meinen Newsletter eine Rubrik geplant, in der ich euch regelmäßig guten Lesestoff empfehle. Heute fange ich mal mit einem Blog-Beitrag von Andreas Quinkert bei Zielbar an. Der ist nämlich nicht nur mit mir einer Meinung was das Lesen und den Zusammenhang zwischen Lesen und Schreiben angeht, ich mag auch seinen Schreibstil sehr gerne und finde ihn sehr inspirierend. Schaut mal rein, was er zum Thema „Warum Texter und Autoren viel lesen sollten“ zu sagen hat.

Das Jahr 2015 neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Zwar habe ich momentan das Gefühl, bis zum 1. Januar 2016 ist es noch ewig hin, aber tatsächlich sind es nur noch 46 Tage. Es ist also Zeit, sich über das kommende Jahr Gedanken zu machen – und in diesem Zug auch mit der Marketing-Planung, dem PR-Plan oder der Social Media-Strategie für 2016 endlich anzufangen, falls nicht schon geschehen. Dazu gibt’s heute ein paar Tipps von mir.

Einige von euch werden jetzt wahrscheinlich stöhnen und sich fragen: „Muss ich wirklich alles so genau planen? Kann ich das nicht auch spotan oder zumindest etwas kurzfristiger machen?“ Die Antwort: Jein. Manches lässt sich mit Sicherheit kurzfristig planen und auch über den Haufen werfen. Aber einen groben Plan solltet ihr schon haben, wenigstens für die nächsten paar Wochen. Das heißt ja nicht, dass man den nicht auch mal anpassen könnte, wenn man eine tolle Idee hat oder ein aktuelles Thema aufgreifen möchte.

Ein Plan für Marketing, PR und Social Media gibt euch außerdem eine Struktur. Es ist viel leichter, regelmäßig zu bloggen, Beiträge bei Facebook, Twitter oder Instagram zu posten, wenn man einen Plan hat und nicht immer bei Null anfängt. Und was die PR anbelangt, die ist sowieso mittel- bis langfristig angelegt, kurzfristige Aktionen sind in den meisten Fällen Zeit- und Geldverschwendung.

Tipp 1 – Feiertage, Gedenktage und andere besondere Tage einbeziehen

Weihnachten, Valentinstag oder der Weltkindertag sind ganz wunderbare Aufhänger für Social Media-Postings oder Blog-Artikel. Und glaubt mir, egal wie abgefahren euer Thema auch sein mag, für jeden Bereich gibt es diese besonderen Tage, die man als Aufhänger nutzen kann. Heute zum Beispiel (16. November) ist der internationale Tag der Toleranz. Und morgen der Weltstudententag. Verschafft euch einen Überblick – über die Gedenktage zum Beispiel auf dertagdes.de und über die Feiertage zum Beispiel auf weltzeituhr.com.

Tipp 2 – Mediadaten, Sonderveröffentlichungen und Themenschwerpunkte beachten

Für die klassische PR ist eine langfristige Planung enorm wichtig. Denn zum Beispiel Zeitschriften haben ihre Themen oft weitgehend schon lange im Vorfeld geplant. Wenn ihr also mit einer Veröffentlichung zum Beispiel in der Brigitte landen wollt, dann solltet ihr eure Pressemitteilung nicht erst zwei Wochen vor Erscheinungstermin versenden, sondern eher zwei Monate vorher. Auch Zeitungen haben oft Themenspecials, die lange im Vorfeld geplant und bearbeitet werden.

Um Themenschwerpunkte und -specials herauszufinden schaut euch am besten die Mediadaten des Printmediums an, dort sind meist auch thematische Schwerpunkte, Sonderveröffentlichungen und dergleichen festgehalten – und zwar schon lange im Voraus. So könnt ihr z.B. eine PR-Aktion auch ganz gezielt darauf ausrichten. Abgesehen davon sind diese Themen-Specials oft auch saisonal angepasst und erleichtern euch die Arbeit bei der Suche nach passenden Themen für euren Marketing-Plan.

Tipp 3 – Messen, Konferenzen und andere Veranstaltungen

Ihr geht auf eine Messe, ein Barcamp oder eine Konferenz? Auch das ist ein wunderbarer Aufhänger! Wenn ihr als Aussteller auf eine Messe geht, dann kann das unter Umständen sogar einen Zeitungsartikel wert sein. Auch die Social Media-Kanäle sind hier wunderbar geeignet, sei es für Impressionen von unterwegs, kurze Status-Updates oder im Vorfeld die Ankündigung, dass ihr an diesem und jenem Tag auf einer bestimmten Veranstaltung sein werden, verbunden mit dem Aufruf, euch zu kontaktieren, wenn man euch treffen möchte. Als Nachbereitung einer Messe oder einer sonstigen Veranstaltung könnt ihr dann noch einen Blog-Artikel schreiben, der dann natürlich auch wieder über Social Media weiterverbreitet wird. Ich habe das beispielsweise beim Barcamp Stuttgart so gemacht und die Veranstaltung zum Anlass für einen Blog-Artikel genommen.

Tipp 4 – Monatsthemen

Eine Idee, die mir vor Kurzem kam: Wenn ich für jeden Monat im neuen Jahr ein Oberthema aussuche, dann hab ich eine Grundlage für alle meine Kanäle – vom Blog über Facebook und Twitter bis Xing – geschaffen. Das heißt nicht, dass sich in diesem Monat dann alles nur um das eine Thema drehen muss. Aber es erleichtert die Suche und Recherche nach passenden Beiträgen, Postings etc. Und es gibt allen Aktivitäten eine gewisse Struktur.

Ich kann ab dem Moment, in dem der Plan steht, damit anfangen, passende Links zu sammeln und in einem Dokument festzuhalten. Dann muss ich in dem Monat, in dem das jeweilige Thema dran ist, nur noch auf meine Liste zugreifen, spare mir langwierige Recherche bzw. es geht dann eben entsprechend schneller.

Tipp 5 – Kein Plan ist in Stein gemeißelt!

Planen schön und gut, ich merke, dass es mir gut tut, wenn ich zumindest einen groben Plan habe und nicht völlig planlos drauflos poste und schreibe. Aber kein Plan ist so gut oder so wichtig, dass er nicht auch mal über den Haufen geworfen werden könnte. Immer wieder kann es aktuelle Ereignisse geben, die Anlass für euch sind, darüber zu bloggen, eine Pressemitteilung zu verfassen oder euch in den sozialen Netzwerken zu äußern.

Das alles kann man dann entweder zusätzlich zu dem tun, was man ohnehin vorhatte, oder aber ihr werft dann einfach den Plan über den Haufen und baut eben um. Alles kein Beinbruch. Und selbst wenn ihr das regelmäßig macht, ihr werden trotzdem feststellen, dass euer Plan euch dabei hilft, zielgerichteter, strukturierter und vielleicht sogar motivierter zu sein.

Gute Planung ist halb gewonnene Vorbereitung

Der Vorteil am Planen ist: Ihr könnt wunderbar vorarbeiten und vorbereiten. So könnt ihr euch ganz gezielt z.B. einen Nachmittag Zeit nehmen, um all eure Social Media-Aktivitäten für den kommenden Monat zu planen. Das nimmt dann wesentlich weniger Zeit in Anspruch, wie wenn ihr für jedes einzelne Posting separat anfangt.

Wenn ihr jemand damit beauftragt, eine Pressemitteilung für euch zu schreiben, dann kann das auch so frühzeitig im Vorfeld passieren, dass ihr weder unnötig viel zahlen müsst, noch der Schreiberling unnötig viel Stress hat. Und wenn ihr zum Beispiel Blog-Artikel vorbereitet und einen immer in der Hinterhand habt, dann seid ihr auch gegen eine Schreibblockade gewappnet.

Schafft euch Freiraum im Urlaub!

Abgesehen davon kann es ja immer mal wieder zeitliche Engpässe geben. Die müssen aber weder eure Blog-Leser noch eure Fans bei Facebook mitbekommen. Denn wenn ihr dank eures Marketing-Plans gut vorbereitet seid, dann ist das alles kein Problem und ihr könnt auch besonders stressige Zeiten überbrücken, ohne dass ihr im Social Web abstinent sein müsst. Praktisch ist das auch, wenn ihr mal Urlaub macht – und da solltet ihr schließlich wirklich Urlaub machen, und nicht ständig mit eurem Business beschäftigt sein! Einen spannenden und sehr ausführlichen Artikel zum Weiterlesen hab ich heute zufällig noch auf dem Blog von VersaCommerce entdeckt.

In diesem Sinne, legt los, plant was das Zeug hält. Habt ihr schon Ideen für euren Marketing-Plan? Oder weitere Tipps? Dann teilt sie doch mit uns in den Kommentaren!

Im Artikel letzte Woche ging es darum, warum Offline-Texte im Internet nicht funktionieren. Und darin ging es unter anderem auch um Zwischenüberschriften. Sie sind einer der wichtigsten Punkte, die es beim Bloggen zu beachten gilt. Warum Zwischenüberschriften so wichtig sind und deine Blog-Artikel gleich um so viel besser machen, das verrate ich euch heute.

Zwischenüberschriften – Das Schweizer Taschenmesser für Blogger

Zwischenüberschriften sind für Blogger so etwas wie ein Schweizer Taschenmesser, weil sie gleich mehrere Funktionen auf einmal erfüllen. Wie ich letzte Woche schon geschrieben habe, werden Texte im Internet meistens überflogen. Dazu gibt es sogar eine Studie von Jakob Nielsen, die ihr hier nachlesen könnt.

Zwischenüberschriften machen neugierig

Im Prinzip ist es mit der Zwischenüberschrift wie mit der großen Überschrift zum Artikel: Sie macht neugierig. Ich werde dazu auch demnächst noch einen Artikel machen, wie man denn gute Überschriften schreibt. Eine gute Überschrift – und natürlich auch eine gute Zwischenüberschrift – weckt im Leser den Wunsch, mehr wissen zu wollen, den Text lesen zu wollen.

Sie ist aber auch ein Versprechen an den Leser, das der Text dann halten muss. Denn nicht enttäuscht einen mehr, als ein nicht eingehaltenes Versprechen. Man muss also auch ein bisschen vorsichtig sein und sollte nicht zu reißerisch formulieren. Denn ein nicht gehaltenes Versprechen kann im Zweifelsfall dem eigenen Ruf schaden – noch nicht beim ersten Mal, aber wenn das häufiger vorkommt, dann erweckt das nicht grade den Eindruck von Seriosität.

Zwischenüberschriften führen den Leser durch den Text

Wie aber kommt man beim Überfliegen an die wirklich wichtigen Informationen? Genau – durch die Zwischenüberschriften. Denn sie führen den Leser auch beim Überfliegen durch den Text. Sie zeigen ihm, was er vom nächsten Absatz erwarten darf. Sie geben ein Versprechen ab, das dann natürlich auch gehalten werden muss.

Ich schreibe meine Zwischenüberschriften immer so: Ganz am Schluss, wenn der komplette Text steht, gehe ich jeden einzelnen Abschnitt durch und überlege mir: „Was ist die Quintessenz?“ Und das formuliere ich dann als Zwischenüberschrift aus. Es gibt dann nicht immer für jeden Absatz eine, das wäre oftmals doch zu viel des Guten. Meistens fasse ich zwei Abschnitte unter einer Überschrift zusammen. Aber das kann man ganz individuell handhaben.

Zwischenüberschriften schaffen Struktur

Durch das Zusammenfassen des Inhalts in der Überschrift, bringt man mit Hilfe der Zwischenüberschriften auch Struktur in den Text. Und zwar nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich. Für mich ist das auch immer nochmal eine Art Test, ob meine Texte inhaltlich stimmig und richtig aufgebaut sind. Da kann es auch mal vorkommen, dass ich Absätze nochmal vertausche oder noch einen Übergang dazu schreibe.

Optisch sieht man natürlich auf den ersten Blick gleich, dass der Artikel strukturiert ist, er wirkt aufgeräumter mit Zwischenüberschriften. Bei Artikeln, die ganz auf die Überschriften verzichten, fühlt man sich als Leser schnell erschlagen, weil es so viel Text scheint. Durch die Überschriften bekommt man kleinere Häppchen vorgesetzt. Und obwohl der Text ja deswegen nicht kürzer wird, kommt es einem überschaubarer vor.

Zwischenüberschriften erleichtern das Lesen

Somit sind Zwischenüberschriften eines der Elemente, die das Lesen erleichtern und die Lesbarkeit erhöhen. Für mich sind sie sogar DAS Element, welches das Lesen erleichtert. Andere Formatierungs-Elemente wie beispielsweise fette oder kursive Schrift ist zwar nice to have, aber Zwischenüberschriften sind ein Must Have!

Denn all die oben genannten Punkte sorgen dafür, dass die Leser auf eurem Blog bzw. beim Artikel bleiben, ihn bis zum Schluss lesen, ihn vielleicht sogar kommentieren und teilen. Und im Idealfall sorgen die Zwischenüberschriften sogar dafür, dass die Leser wiederkommen – weil sie wissen, dass sie hier gut aufbereitete Inhalte vorfinden. Und genau das ist es ja, was du beim Bloggen willst: Leser, die wiederkommen, die deine Inhalte teilen und somit auch dich bekannter machen.

federführend liest

Den Einstieg in einen Artikel zu finden, damit tun sich viele schwer. Jeder, der regelmäßig schreibt, kennt das Problem: Wie fange ich bloß an? Auch mir geht es ab und zu so, dass ich einfach nicht reinkomme. Zu diesem Thema hab ich gestern einen wunderbaren Artikel von Gitte Härter auf schreibnudel.de gefunden, den ich sofort für die Rubrik „Federführend liest“ verwursteln musste.

Im Artikel „Der Einstieg in deinen Artikel – in mehreren Einstiegen“ beschreibt Gitte Härter auf anschauliche Art und Weise und mit verschiedenen Beispielen, wie der Anfang eines Artikels aussehen kann. Der Text zeigt euch aber nicht nur einfach verschiedene Möglichkeiten, wie man einen Artikel beginnen kann, sondern ist auch eine wunderbare Inspiration. Mein Tipp an euch: Bookmarken und immer, wenn ihr Schwierigkeiten habt, einen passenden Einstieg zu finden, dann holt den Artikel hervor und lasst euch inspirieren.

Wie fange ich nur an?

Auch mir geht es immer mal wieder so, dass ich einfach den Einstieg in einen Artikel nicht finde. Erst heute habe ich auf techgeflüster einen Testbericht veröffentlicht, der seit einiger Zeit halb fertig auf der Festplatte herumlag. Der Inhalt stand eigentlich, bei einem Testbericht ist das ja auch nicht wirklich das Problem. Aber ich wusste einfach nicht, wie ich anfangen soll. Also hab ich den Artikel einfach mal eine Weile weggelegt – und ganz plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich hatte meinen Einstieg gefunden.

Den Anfang am Schluss schreiben

Und noch ein Tipp zum Thema Einstieg: Schreibt erst den Artikel und ganz zum Schluss, wenn alles fertig ist, die Einleitung. Das war eines der ersten Dinge, die ich an der Uni gelernt – und auch konsequent beherzigt – habe. Klar, man kann sich immer Notizen dazu machen, Ideen festhalten.

Wenn man aber einen Artikel in einem durch schreibt, dann kann folgendes Problem auftreten: Im Laufe des Schreibens entwickelt sich der Artikel in eine andere Richtung als ursprünglich geplant, weil man neue Ideen oder Erkenntnisse hat. Und dann muss man fast immer den Einstieg neu schreiben. Außerdem kommt einem die passende Idee für den Einstieg manchmal auch erst beim Schreiben.

Passen Anfang und Ende zusammen?

Klar, wenn ihr einen tollen Anfang habt, dann haltet den fest. Ich fange heute bei Blog-Artikeln auch meist mit der Einleitung an, weil ich so besser in den Flow komme und an einem Stück durchschreiben kann. (Bei längeren Texten, die über 10, 20 oder 100 Seiten gehen wäre das was anderes.) Aber auf jeden Fall müsst ihr, wenn alles fertig geschrieben ist noch einmal überprüfen, ob der Einstieg zum restlichen Artikel und zum Schluss passt. Sonst kann es passieren, dass der ganze Artikel inkonsistent ist, dass man sich selbst widerspricht. So, und jetzt freue ich mich auf ganz viele wunderbare Artikel-Anfänge von euch, haut rein!

Vor Kurzem habe ich darüber geschrieben, dass es gewisse Parallelen zwischen Schreiben und Kochen gibt. Wer den Artikel gelesen hat, der weiß jetzt auch, dass ich nicht nur leidenschaftlich gerne schreibe, sondern genauso gerne koche. Und darum kann ich ja fast nicht anders, als mich an der Blog-Parade von Nic Pinguet von Minimal-ist-Muss zu beteiligen – auch wenn das jetzt mit meinem eigentlichen Thema hier nicht viel zu tun hat.

Schnell muss es gehen, lecker muss es sein, und gesund

Aber der Auslöser für die Blog-Parade hat mich total angesprochen: Die liebe Zeit, die eben irgendwie immer knapp ist. Und auch wenn ich liebend gerne den halben Tag in der Küche verbringen würde, das ist meistens einfach nicht drin. Also müssen Gerichte her, die nicht nur lecker sind – und nach Möglichkeit auch nicht völlig ungesund – sondern die sich auch noch schnell zubereiten lassen.

Ich mache es ja oft so, dass ich gleich die doppelte Menge koche und wir dann zwei Tage davon essen können. Das spart auf jeden Fall viel Zeit. Und in meinem Rezepte-Repertoire gibt es inzwischen auch viele Gerichte, die schnell gemacht sind. Allerdings so viele, dass mir die Auswahl für die Blog-Parade richtig schwer fällt. Hach, immer diese Entscheidungen.

Mediterranes Gemüse-Hähnchen

Nachdem ich eine Münze geworfen habe, bin ich nun bei meinem mediterranen Gemüse-Hähnchen gelandet. Warum ich in der Überschrift schreibe „Für Fleischesser, Vegetarier und Low Carb-Fans“, das verrate ich euch am Ende des Artikels, nach dem Rezept. Ein bisschen Spannung muss schließlich sein, auch beim Kochen! Total gerne würde ich das Original-Rezept hier verlinken, allerdings finde ich das gar nicht mehr, weil ich dieses Gericht inzwischen ganz ohne Rezept koche.

Abwechslung muss auf den Tisch!

Bei uns kommt nämlich äußerst selten mal was auf den Tisch, bei dem ich das Rezept nicht angepasst habe – entweder an den Inhalt des Kühlschranks oder an den, nun ja, sagen wir mal: Erlesenen Geschmack meines Gatten. Auf gut deutsch – er ist extrem schleckig! Das kann manchmal eine echte Herausforderung sein, aber im Laufe der Jahre bin ich da auch echt kreativ geworden. Davon mal abgesehen: Was man nicht weiß, macht einen nicht heiß! 😉

Also, für das Gericht, das übrigens im Ofen zubereitet wird, braucht ihr Folgendes:

Hähnchen-Schlegel, einen pro Portion (ich nehme auch gerne mal welche, bei denen noch mehr als der Schlegel dran ist, je nachdem, was eben grade da ist

Kartoffeln

Gemüse – hier gilt: Nehmt, was gefällt und schmeckt. Bei mir sind das meistens Karotten, Paprika und Tomaten, aber auch Zucchini oder Pilze passen wunderbar.

Zwiebeln (könnte man aber auch weglassen, viele mögen ja keine Zwiebeln – das Schöne an diesem Rezept ist aber, dass man auch wunderbar das herauspicken kann, was man nicht so mag)

Olivenöl

Kräuter (frisch oder getrocknet, welche ihr nehmt, das entscheidet euer Geschmack und euer Gewürzregal – ich nehme entweder Kräuter der Provence oder frischen Rosmarin, Thymian und Majoran, gelegentlich auch etwas Basilikum)

Knoblauch – entweder frisch oder auch als Granulat, das lässt sich besser dosieren

Salz & Pfeffer

Auf genaue Mengenangaben verzichte ich bewusst, denn das Rezept lässt sich so toll variieren und mit dem zubereiten, was man grade da hat. Bei mir ist zur Zeit das meiste aus dem eigenen Garten, bis auf die Zwiebeln und die Hähnchen-Schlegel natürlich.

Die Zubereitung

Als erstes schäle ich die Kartoffeln und schneide sie in Würfel oder in Spalten. Sie dürfen dann ein bisschen in einer Marinade aus Kräutern, Olivenöl, ein wenig Knoblauch und Salz und Pfeffer ziehen. In der Zwischenzeit wird das Fleisch gewaschen und abgetupft und ebenfalls mit der Kräuter-Marinade eingerieben. (Kann man auch schon vorbereiten und ein wenig marinieren lassen, dann geht das Kochen noch schneller.) Während das Fleisch auch noch kurz durchziehen darf, reibe ich eine feuerfeste Form oder ein sehr tiefes Backblech mit ein wenig Olivenöl oder Butter ein. Jetzt kommt das Hähnchen hinein und ab damit in den Ofen, bei ca. 180 bis 190 Grad (vorgeheizt) auf der mittleren Schiene.

Immer schön eins nach dem anderen

Jetzt ist das Gemüse an der Reihe. Und zwar in der Reihenfolge, wie lange es im Ofen braucht. Ich fange immer mit den Karotten an, schäle sie und schneide sie in etwas dickere Scheiben. Dann die Paprika und die Zwiebeln. Auch das kommt in die Kräuter-Marinade. Nach ca. 15 Minuten kommen die Kartoffeln und die Karotten zum Hähnchen in den Ofen, nach weiteren 15 Minuten kommen Paprika und Zwiebeln dazu. Und ganz zum Schluss, so ca. 10 Minuten bevor es fertig ist, dürfen auch die Tomaten mit in den Ofen. So zumindest im Optimalfall – wenn man wenig Zeit hat, und nebenher noch andere Dinge erledigen will, dann kann auch alles zusammen in den Ofen schieben, nur die Hähnchen-Schlegel brauchen ca. 15 Minuten Vorlauf. Die Hähnchen brauchen im Backofen ca. 45 Minuten, durch die Marinade werden sie auch nicht so schnell trocken. Die genaue Zeit müsst ihr individuell ausprobieren, meiner Erfahrung nach ist jeder Backofen anders und vor allem unser Backofen absolut nicht das Maß aller Dinge. Davon mal abgesehen nimmt einem das Gericht es nicht krumm, wenn es mal ein paar Minuten länger im Ofen ist – vorausgesetzt, die Temepratur ist nicht zu hoch.

Rezept für Fleisch-Fans, Vegetarier und für die Low Carb-Diät

Zugegeben, es ist kein Essen für eine Diät. Aber wer mich kennt weiß, dass man mir ein Low Carb-Rezept (ich kann es nicht mehr hören!) auch nicht abnehmen würde. Abgesehen davon macht man sowas ja auch nicht jeden Tag. Essen ist für mich ein ganz großes Stück Lebensqualität. Vor allem in stressigen Zeiten, in denen man aufs Wesentliche reduziert. Gerade dann darf der Genuss bei mir nicht zu kurz kommen. Wer auf Kohlehydrate verzichten will, der kann natürlich auch einfach die Kartoffeln weglassen und dafür mehr Gemüse nehmen. Und Vegetarier lassen einfach das Fleisch weg und machen das Ganze nur mit Gemüse.

Variabel, lecker, vielfach verwendbar

An diesem Rezept mag ich, dass es super-variabel ist und dass da für jeden etwas dabei ist. Es ist zum Beispiel das einzige Rezept, bei dem ich Zucchini verwenden kann, ohne dass mein Göttergatte meckert – er mag sie nämlich nicht, kann sie aber leicht aussortieren bzw. bekommt sie schon gar nicht auf den Teller. Die größte Arbeit machen hier das Gemüse und die Kartoffeln, bis das mal gewaschen, teils geschält und geschnitten ist, das dauert eben seine Zeit. Die lässt sich auch nicht wegdiskutieren. Je nachdem, wie man zu Tiefkühl-Gemüse steht, kann man natürlich auch das dafür nehmen (z.B. Karotten, Blumenkohl). Dann geht’s deutlich schneller. Übrigens hebe ich die Reste vom Olivenöl in der Backform gerne mal auf und nehme sie nochmal zum Kochen, als Grundlage für eine Sauce, oder als natürlicher Geschmacksverstärker in einer Suppe oder einem Eintopf, oder zum Braten von Fleisch. Und das Gericht lässt sich auch wunderbar zwei Tage hintereinander essen, man braucht es dann nur im Backofen nochmal warm machen.

So, ich hoffe, das war jetzt nicht zu verwirrend. Ihr habt hier ein wunderbares Rezept an die Hand bekommen, das man in sehr vielen verschiedenen Variationen machen kann und bei dem für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte. Danke an Nic für die tolle Blog-Parade – da ich furchtbar gerne Neues ausprobiere, bin ich natürlich auch schon riesig gespannt auf die anderen Rezepte, die noch vorgestellt werden! Sollte jemand von euch das mediterrane Gemüse-Hähnchen nachkochen freu ich mich natürlich über einen Kommentar darüber, wie’s euch geschmeckt hat.