authentizität

Wie du vielleicht schon mitbekommen hast, treibt mich zur Zeit das Thema Authentizität sehr stark um. Was ist Authentizität, woran macht man sie fest, wie erreicht man sie und warum ist es eigentlich so wichtig, authentisch zu sein? Deshalb habe ich im letzten Newsletter auch einfach mal gefragt, was meine Leser so darüber denken – und natürlich will ich euch die Antworten und meine eigenen Gedanken dazu nicht vorenthalten. 

Für die eigenen Handlungen geradestehen

Für mich heißt authentisch sein, dass ich für meine Worte und Taten geradestehe, mich nicht verbiege, mich nicht in eine Rolle zwingen lasse, die ich gar nicht bin. Ich möchte mich nicht verstellen, sondern so sein dürfen, wie ich bin. Und wer damit nicht klar kommt, der muss es ja nicht. Klingt provokant und ein bisschen trotzig? Mag sein, ist aber keineswegs so gemeint. (Okay, ein bisschen provozieren möchte ich schon… 😉 ) Mir geht es vielmehr darum, dass ich mein Leben so lebe, wie es mir gefällt und nicht, wie andere es gerne hätten. Es ist schließlich mein Leben, und nicht das der Anderen. Nur weil andere etwas tun und richtig finden, muss es für mich ja nicht zwangsläufig auch richtig sein.

Den eigenen Weg gehen

Und genau daran mache ich Authentizität auch fest. Für mich ist jemand authentisch, der seinen eigenen Weg geht – und zwar völlig egal, ob ich diesen Weg nun gut finde oder nicht. Mir fällt es leichter, jemanden und seine Entscheidungen zu akzeptieren, wenn ich weiß, dass das alles bewusst geschieht und für denjenigen richtig ist als wenn jemand immer nur das tut, was von ihm oder ihr erwartet wird oder weil „man das eben so macht“.

Authentizität halte ich für unglaublich wichtig, weil nur wenn wir authentisch sind, werden wir am Ende unseres Lebens sagen können: Was für ein geiler Ritt! Sind wir es nicht, laufen wir in meinen Augen Gefahr, am Ende sagen zu müssen: Ich hätte ja so vieles gerne anders gemacht oder ich hätte ja so vieles noch überhaupt gerne gemacht.

Ich mach mein Ding!

Während ich so schreibe, schießt mir plötzlich ein Song in den Kopf, den ich nicht mehr loswerde. Man kann über Udo Lindenberg sagen, was man will. Man kann ihn mögen oder auch nicht. Aber eines ist er immer gewesen: Authentisch, unverwechselbar und oft auch schonungslos ehrlich. Weil’s so schön passt, teile ich jetzt meinen Ohrwurm mit dir:

Schema F ist nicht authentisch

Wie lässt sich das aufs Business übertragen? Immer wieder liest man von Erfolgsformeln, von Dingen wie „Wenn du es so und so machst – genau so und nicht anders – wirst du Erfolg haben!“ Das halte ich allerdings für ziemlichen Schwachsinn. Erstens definiert jeder Erfolg anders und zweitens ist Erfolg immer von so vielen Faktoren abhängig. Was für den einen passt, muss für den anderen nicht zwangsläufig auch das Richtige sein. Und wenn ich solche „Erfolgsformeln“ einfach nur kopiere, geht damit automatisch auch die Authentizität flöten – wie mit allem, was ich einfach nur kopiere, ohne etwas Eigenes (eigene Gedanken, Ideen, Herangehensweisen, Methoden etc.) einfließen zu lassen.

Nicht zwanghaft jeden Trend mitmachen

Ich mag ja auch diese ganzen Trends, die man unbedingt mitmachen muss, wenn man erfolgreich sein will, generell nicht. Nur weil’s jeder macht, muss es ja für mich nicht richtig sein. Als Selbständige fühle ich in mich hinein, frage mich: „Fühle ich mich wohl damit?“ oder „Macht mir das Spaß?“ (Gilt natürlich genauso auch fürs Privatleben.) Und wenn ich eine dieser Fragen mit Nein beantworte, dann muss ich mir gut überlegen, ob dieser Trend der richtige für mich ist. Würde man nur nach Schema F handeln, könnte man sich auch Geschichten wie das Alleinstellungsmerkmal, Branding etc. sparen – und auf der „Über mich“-Seite könnte man schreiben: „Ich bin wie tausend andere.“

Nicht alles machen

Authentizität im Business heißt für mich auch, mal einen Auftrag abzulehnen, wenn ich das Gefühl habe, dass es nicht passt. Das war nicht immer so, aber ich habe im Laufe der Zeit nicht nur ein Gespür dafür entwickelt, wer zu mir passt (und ich zu ihm), sondern auch gelernt, dass es nicht gut tut, einen Auftrag auf Teufel komm raus anzunehmen. Da fühlt sich am Ende auch keiner wirklich wohl damit. Ich könnte zu diesem Thema noch ewig weiter erzählen. Aber es sollen auch mal andere zu Wort kommen.

Und was sagen die Leser zum Thema Authentizität?

Was haben nun meine Newsletter-Leser zum Thema Authentizität gesagt? Ganz kurz und knapp, aber wunderbar auf den Punkt gebracht hat es Cornelia Meyer von Vitawell-Ringana: „Authentizität heißt für mich: Ehrlichkeit, Wertschätzung, Ich-bleiben, Offenheit, Neugierde.“ Besonders schön finde ich diese Aussage, weil ich Cornelia genau so auch erlebt habe – ein Paradebeispiel für Authentizität also.

Etwas ausführlicher fällt die Antwort von Silke Steigerwald, der Lebensdolmetscherin, aus. Deshalb kopiere ich dir ihre Antworten einfach mal eins zu eins hier herein. Silke hat sich richtig Gedanken darüber gemacht. Und auch bei ihr bestätigen die Aussagen den Eindruck, den ich von ihr hatte. Somit hast du also gleich zwei Best Practise-Beispiele für gelebte Authentizität im Business:

Was ist für dich authentisch?

Authentisch zu sein bedeutet für mich:

– mich zu zeigen, mit allem was ich bin.

Das beinhaltet:

– meine Stärken und Schwächen zuzugeben.

– mich zu zeigen mit all meinen Potentialen und meinen Ängsten

– mich nicht größer, aber auch nicht kleiner zu machen.

Woran machst du das fest?

Ich verbiege mich nicht (mehr), um Dinge und Situationen (für Andere) passend zu machen.

Ich suche und überprüfe ständig meine eigene Wahrheit und erlaube mir auch, sie ggf. zu verändern.

Ich muss nicht um jeden Preis gefallen.

Ich muss keiner (scheinbar) vorgegebenen Norm entsprechen und gebe nichts vor, was ich nicht bin.

Wie stellst du sicher, dass du im Job authentisch bist?

Ich “predige” nichts, was ich nicht selbst lebe.

Ich empfehle nichts, was ich nicht selbst ausprobiert und für gut und umsetzbar erlebt habe.

Ich folge keinen Lehren oder Lehrern, die für mich nicht wahrhaftig und ehrlich nachvollziehbar sind.

Ich stehe zu meiner Geschichte und erfinde oder ändere sie nicht, um (Anderen) zu gefallen.

Ich (an)erkenne meine Grenzen.

Ich lehne ab und an einen Auftrag ab, wenn ich spüre, dass ich mich selbst dadurch verlieren oder verbiegen würde.

Weiter möchte ich für den Moment gar nicht auf das Thema eingehen. Viel mehr möchte ich mit diesem Artikel erreichen, dass du dir selbst Gedanken dazu machst. Ich nämlich überzeugt davon, dass das größte Geheimnis für den Erfolg – wie auch immer du ihn für dich definierst – Authentizität ist.

2 Kommentare

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  1. […] Authentizität. Aber darüber hab ich in den letzten Wochen ja schon genug geschrieben. Kannst du hier, hier, hier und hier alles nachlesen, falls du’s nicht sowieso schon gelesen […]

  2. […] Woche hätte ich gerne den einen oder anderen Punkt im Blog-Artikel noch vertieft. Aber ich wollte dich nicht mit einem Roman erschlagen, deshalb hab ich mich da ein […]

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