Manchmal fluche ich ein bisschen über die deutsche Sprache, weil sie so einige Tücken für uns bereit hält. Beispielsweise die Groß- und Kleinschreibung. Im Englischen ist das einfacher, in der Schule habe ich gelernt: England, Gott und ich schreibt man groß. Und Länder- und Städtenamen natürlich. Weil in der deutschen Sprache das Thema viel zu knifflig ist, um es mal eben in einem Artikel abzuhandeln, habe ich vor einigen Jahren schon einmal die Grundregeln zur Groß- und Kleinschreibung zusammengefasst. Aber da gibt’s noch viel mehr. Und diesem Thema möchte ich mich nun endlich mal wieder widmen. Heute in diesem Theater: Groß- und Kleinschreibung bei Zahlen und Zahlwörtern. 

Zahlen bis zwölf werden ausgeschrieben

Zunächst einmal ein Tipp vorneweg: Zahlen bis zwölf schreibt man im Fließtext aus, ab 13 können sie in Ziffern geschrieben werden. Falls du sie doch ausschreiben möchtest, werden sie (in diesem Fall Zahlen unter einer Million) klein und zusammen geschrieben, also „achthundertfünfundzwanzig“ oder „dreiundfünfzig“.

Wann schreibt man Zahlen groß?

Aber natürlich gibt es Fälle, in denen Zahlen großgeschrieben werden. Zum Beispiel, wenn sie substantiviert sind bzw. als Nomen verwendet werden. Also beispielsweise „Ich habe in Mathe eine Eins geschrieben.“ Oder auch „Du bist als Zweite an der Reihe.“ Und „Beim Roulette setze ich immer auf die Siebzehn.“

Großgeschrieben werden auch Zahlnomen wie „ein Dutzend“, „ein Paar“ (nicht zu verwechseln mit „ein paar“ wenn man mehrere Dinge meint, deren Anzahl aber nicht kennt oder sie nicht relevant ist) „eine Million, Milliarde“ etc.

Bruchzahlen: Mal so, mal so

Ebenfalls groß schreibt man Bruchzahlen, also „ein Achtel“ oder „ein Fünfzigstel“. Hier macht man es durch den unbestimmten Artikel davor meistens schon intuitiv richtig. Doch auch ohne den Artikel sagt uns die Intuition, dass beispielsweise „drei Viertel des Weges“ großgeschrieben werden. Wenn Bruchzahlen jedoch als Maßangabe stehen, haben sie nicht mehr die Merkmale eines Nomens und werden kleingeschrieben. Also beispielsweise „ein viertel Liter“ oder „drei hundertstel Sekunden“. Ebenfalls möglich: „ein Viertelliter“ „drei Hundertstelsekunden“.

Auch bei Uhrzeiten ist die Groß- und Kleinschreibung ziemlich knifflig. Denn man schreibt „Es ist drei viertel acht“, aber „es ist Viertel nach sechs“. Vielleicht empfinde aber auch nur ich als Schwäbin (und die Sachsen und Thüringer) das als knifflig, denn bei uns sagt man eben „viertel sieben“, wenn man „Viertel nach sechs“ meint.

Es darf auch mal einfach sein – bei Ordnungszahlen!

Einfach hingegen ist es hingegen bei Ordnungszahlen. „Ich wurde Zweite“ oder „Wir treffen uns immer am Ersten des Monats“ oder „Jeder Dritte war dagegen“ – hier wird die Ordnungszahl großgeschrieben.

Ausnahmen bestimmen die Regel

Eine Ausnahme bei der Groß- und Kleinschreibung bei Zahlen bilden „hundert“, „tausend“ und „dutzend“. Hier kann man sowohl groß- als auch kleinschreiben. Also: „Es nahmen hunderte von Menschen an der Demo teil.“ Aber auch: „Es nahmen Hunderte von Menschen an der Demo teil.“ Hier kannst du selbst entscheiden, was dir besser gefällt. Diese Ausnahme bezieht sich auf eine unbestimmte Menge – hunderte/Hunderte können 200 Menschen sein, aber auch 800. Daher lässt sich diese Menge auch nicht in Ziffern schreiben, denn das würde ja eine bestimmte Menge abbilden.

So, ich hoffe, ich konnte etwas Licht ins Dunkel der Groß- und Kleinschreibung von Zahlen und Zahlwörtern geben. Hast du noch Fragen? Dann ab damit in die Kommentare!

 

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