Werte sind ein wichtiges, wenngleich oft vernachlässigtes Thema – sowohl privat als auch im Business. Wir alle haben sie, sind uns ihrer aber oft nicht bewusst. Susanne Dahl hat unter dem Motto #schautiefer zu einer Blogparade zum Thema Werte aufgerufen. Das nehme ich zum Anlass, heute einmal über Werte und was sie mit Texten zu tun haben zu schreiben. 

Ich schreibe ja viele Über mich-Seiten. Und genau da kommen dann auch schon die Werte ins Spiel. Allerdings nicht nur da, denn optimalerweise kommuniziert jeder Text, den du im Business-Kontext veröffentlichst auch die Werte, die du vertrittst. Vielleicht kann ich dich mit diesem Artikel ja dafür sensibilisieren und dazu bringen, dass du dir mal über deine eigenen Werte und wie du sie kommunizieren kannst, Gedanken machst.

Authentizität – privat und beruflich

Lass mich dir ein Beispiel dafür geben. Einer meiner wichtigsten Werte ist Authentizität. Das gilt sowohl im Privatleben als auch im beruflichen Umfeld. Ich möchte authentisch sein. Wenn ich mich für andere verbiegen muss, dann passen wir vielleicht einfach nicht (mehr) zusammen. Vorzugeben, jemand zu sein, der ich nicht bin, tut mir nicht gut. Und wenn ich beispielsweise ständig Angst haben muss, etwas Falsches zu sagen bzw. etwas, was einfach von meinem Gegenüber falsch verstanden wird, dann tut mir das auch nicht gut. Privat habe ich also Freundschaften beerdigt und manche Beziehungen deutlich reduziert.

I schwätz Schwäbisch – ond des isch guad so!

Zur Authentizität gehört aber beispielsweise auch mein Dialekt. Wenn du mich schon mal reden gehört hast, dann weißt du, dass ich aus dem schönen Schwabenland komme und dass man das auch hört. Lange Zeit hatte ich wirklich Probleme damit. Ich hab mich nicht getraut, zu sprechen, weil ich Angst hatte, man nimmt mich nicht ernst. Ganz weg ist diese Angst noch nicht, aber ich habe sie so weit im Griff, dass sie mich nicht mehr behindert. Ich kann heute Videos machen, ohne mich zu schämen. Auch mit Fremden zu sprechen geht deutlich einfacher.

Wie mir das gelungen ist? Ich habe einfach immer wieder meine Komfortzone verlassen. Vor einiger Zeit hab ich sogar mal ein Video darüber gedreht, warum ich mich für meinen Dialekt nicht schäme. Eigentlich hätte der Titel lauten müssen: Ich sage mir jetzt selbst, warum ich mich für meinen Dialekt nicht schämen muss. Wie auch immer, es hat funktioniert!

Mein Dialekt ist ein Teil von mir, und wenn ich mit aller Gewalt Hochdeutsch spreche (ich kann das auch, akzentfrei!), dann ist das einfach nicht mehr authentisch – deshalb hab ich mich damit auch nie wohlgefühlt, zumindest nicht in meinen eigenen Videos. (Für Kunden ist das was anderes. Ich hab ja eine Zeit lang für einen Kunden Smartphones getestet und darüber auch Videos gemacht – da geht das auch mit dem Hochdeutsch, da geht’s aber auch nicht um mich, ich bleibe dabei im Hintergrund.)

Authentisch sein und für andere authentisch schreiben

Du siehst, Authentizität ist mir so wichtig, dass ich mich auch über einen längeren Zeitraum damit beschäftigt habe und es immer noch tue. Und das hat durchaus auch berufliche Hintergründe. Nicht nur, weil ich als Selbständige auch mal in der Öffentlichkeit stehe und dabei natürlich authentisch sein möchte (ich schreibe hier bewusst nicht „rüberkommen“, denn da hätten wir dann die Sache mit dem Schein und dem Sein – ich möchte authentisch sein!). Sondern auch, weil Authentizität für meine Arbeit unglaublich wichtig ist.

Zwischen den Zeilen

Wenn ich Texte für andere schreibe, dann müssen diese Texte authentisch sein. Das setzt voraus, dass meine Kunden offen mit mir sprechen und dabei eben auch authentisch sind. Sonst kann ich diese Authentizität auch nicht in meinen Texten transportieren. In meinen Erstgesprächen lasse ich die Kunden deshalb immer erzählen, was sie so machen. So bekomme ich einen guten Eindruck davon – und zwar nicht nur durch das, was sie mir direkt sagen, sondern vor allem durch das, was zwischen den Zeilen steht. Ich schaue tiefer, unter die Oberfläche des Gesagten.

Letzte Woche hatte ich ein Gespräch mit einer Interessentin. Ich war ein wenig unsicher, ob sie wirklich hinter dem steht, was sie macht. Und schon nach den ersten Minuten am Telefon war diese Unsicherheit verflogen. Sie hat mit einer solchen Leidenschaft erzählt, ist mehrmals total abgeschweift und hat sich richtig in Rage geredet, dass ich wusste: Wow, da steht jemand mit Herz und Seele zu seinem Business.

Auch Fehler gehören zum Authentisch sein

Und ganz offen hat sie auch über Fehler in der Vergangenheit gesprochen, über ihre Herausforderungen und Ängste. Natürlich behandle ich solche Informationen absolut vertraulich, das geht niemanden etwas an und kommt auch nur in Ausnahmefällen und nach Absprache auf die Website. Aber ich freue mich, wenn ich mehr als nur die oberflächliche Geschichte erfahre. Denn so bekomme ich ein Gefühl dafür, was für ein Mensch mein Gesprächspartner ist, was ihm oder ihr wichtig ist. Und das wiederum sind ganz wichtige Grundlagen dafür, dass ich hinterher im Text den richtigen Ton treffe.

Übrigens machen gerade auch Niederlagen, Scheitern, Fehler uns zu dem, was wir sind und damit authentisch. Deshalb schreibe auch ich hier immer wieder ganz offen darüber, wenn mal was nicht geklappt hat. Denn ganz ehrlich: Dass jemand von allen gemocht wird und Kunden immer mit allem zufrieden sind – das nehme ich niemandem ab! Wir sind Menschen, da passieren Fehler, da stimmt vielleicht auch mal die Chemie nicht und da läuft vielleicht auch einfach mal was schief, auf das wir selbst gar keinen Einfluss haben.

Du bist einzigartig!

Aber zurück zur Authentizität. Warum ist sie so wichtig für deine Texte – nein, nicht nur für die Texte, sondern für deinen kompletten Außenauftritt, online, offline, überall? Ganz einfach: Grade bei uns Solopreneuren ist es eher unwahrscheinlich, dass wir ein Angebot haben, das so einzigartig ist, dass es sonst niemand hat. Es gibt tausende Texter da draußen, noch mehr Coaches und auch jede Menge Buchhalter, Anwälte, Programmierer, Webdesigner etc pp.

Deine Persönlichkeit macht den Unterschied

Um also aus der Masse herauszustechen, ist es in meinen Augen weniger unser Angebot an unsere Kunden, denn das haben viele andere auch. Vielmehr sind es wir selbst, die den Unterschied machen. Unsere Persönlichkeit ist unsere Marke, natürlich in Kombination mit unserem Angebot, unserem Logo, unseren Unternehmensfarben etc. Aber die Persönlichkeit ist der Faktor mit den größten Unterschieden, der Faktor, der tatsächlich einzigartig ist.

Alleinstellungsmerkmal Authentizität

Wenn du dich also von all den anderen da draußen unterscheiden willst, dann setze auf Persönlichkeit und kommuniziere diese authentisch nach außen. Das ist dein Alleinstellungsmerkmal. Denn dass du deinen Job gut machst, daran hab ich keine Zweifel. Aber das tun alle anderen auch. Du selbst, du bist einzigartig!

Hast du Lust bekommen, auch an Susannes Blogparade teilzunehmen? Dann schau mal bei ihr vorbei, bis zum 24. April 2018 hast du noch Zeit. Möchtest du mir einfach so verraten, was deine Werte sind und vielleicht auch, warum und wie du sie lebst? Dann hinterlass mir einen Kommentar, ich bin gespannt!

3 Kommentare
  1. Frauke Schramm
    Frauke Schramm sagte:

    BÄÄÄHM – wieder ein Hammer-Artikel, liebe Elke! Ja, Authentizität ist ein zentraler, superwichtiger Wert – ohne den kann (denke ich) so ziemlich jede Einzelunternehmerin einpacken 🙂

    Sie tatsächlich zu leben, täglich zu sich selbst zu stehen, kann eine Herausforderung sein. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, sich das immer wieder ins Gedächtnis zu rufen.

    Antworten
    • Elke
      Elke sagte:

      Danke für die Blumen, liebe Frauke! Ja, das ist echt eine Herausforderung – aber eine, die sich lohnt und die irgendwie auch Spaß macht, finde ich 🙂

      Antworten
  2. Susanne Dahl
    Susanne Dahl sagte:

    Liebe Elke,

    danke für deine Geschichte, wie du selbst immer tiefer in deinem Wert Authentizität aufgegangen bist. Als Schwäbin im hohen Norden kann ich das auch nachvollziehen. 🙂

    Authentisch rüberkommen oder sein – ersteres wird oft propagiert, aber nur letzteres ist wahrhaftig. Danke für diesen Gedankenanstoß. Genau dieses Sein lässt ja unsere Persönlichkeit schillern.

    Interessant, wie viele Seiten Authentizität hat. Ich freue mich, dass du mit deinem Beitrag zur Blogparade so einen tiefen Einblick gegeben hast.

    Herzliche Grüße
    Susanne

    Antworten

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