Zwischen 300.000 und 500.000 Wörter umfasst der Wortschatz der deutschen Sprache, davon sind zwischen 12.000 und 16.000 Wörter im aktiven Wortschatz eines durchschnittlichen deutsch sprechenden Menschen vorhanden (Quelle: Duden). Oder anders ausgedrückt: Wir nutzen meistens nur rund 25 bis 30 Prozent des Wortschatzes. Überrascht? 

Ich eigentlich nicht, denn man nutzt im Alltag eben immer die Wörter, die einem als erstes einfallen. Und durch die Häufigkeit der Nutzung werden sie nur noch fester in unserem Kopf verankert. Das ist auch in den meisten Fällen gar nicht schlimm, denn so kann man davon ausgehen, dass der Gesprächspartner einen auch versteht und man hat eine gewisse gemeinsame sprachliche Basis. Wenn du aber beruflich schreibst – weil du zum Beispiel einen Blog hast – dann ist das aber verbesserungswürdig.

Lebendig schreiben – so gelingt’s!

Vor einiger Zeit hab ich ja schon mal darüber geschrieben, dass man mit Hilfe von Synonymen lebendiger schreiben kann. Und weil mir das nicht genug war, hab ich mir gedacht, ich nehme einfach mal ein Wörtchen etwas genauer unter die Lupe (weitere Wörter nicht ausgeschlossen, Vorschläge nehme ich gerne entgegen).

Gut ist nicht gleich gut

„Gut“ ist ein tolles Wort, aber es wird auch häufig gebraucht, allein oder als „sehr gut“ oder „nicht gut“. Doch was kann man statt gut denn eigentlich noch sagen oder schreiben? Ohne nachzudenken fallen mir ganz spontan schon einige Begriffe ein: toll, super, großartig, wunderbar, zauberhaft, prima, klasse, nett… – man könnte noch eine ganze Weile so weitermachen. Und wirft man mal einen Blick in ein Synonym-Wörterbuch, kommt noch eine ganze Reihe hinzu.

Ein Wort, viele Bedeutungen

Dabei wird auch klar, dass es viele Bedeutungen für gut gibt – und dass das Wort somit je nach Kontext etwas ganz anderes bedeutet. Spätestens jetzt sollten wir den Einsatz des Wortes gut gut überdenken. „Gut“ in „ein guter Mensch“ hat eine andere Bedeutung als „gut“ in „es geht mir gut“ oder „das hast du gut gemacht“. Oder schauen wir auf „ein gut gebauter Mann“ und „ein gut genährter Mann“ – hier ist die Bedeutung sogar gegensätzlich.

Es geht mir heute fabelhaft!

Denken wir mal über den Satz „Es geht mir gut“ nach – wie oft geht es uns wirklich gut, wenn wir das sagen? Das eine oder andere Mal sagt man es nur, weil man eben nicht sagen möchte, dass es einem nicht gut geht, weil man weitere Fragen vermeiden möchte oder weil man weiß, dass das Gegenüber keine ehrliche Antwort erwartet. Aber wenn’s uns wirklich gut geht, da könnte man doch auch sagen „Es geht mir fabelhaft“ oder „ich bin super gelaunt“ oder „ich fühle mich großartig“ oder „es geht mir ausgezeichnet“. Merkst du den Unterschied? Umgekehrt ist es übrigens genauso: Wenn es mir nicht gut geht, dann fühle ich mich vielleicht unwohl, oder ich bin traurig oder gestresst oder müde oder krank oder….

Gut ist nicht genug gelobt

Ganz besonders schade finde ich das Wort „gut“ übrigens, wenn’s ums Loben geht. Im Schwäbischen heißt es ja „Nicht geschimpft ist genug gelobt“. Da ist ein „gut gemacht“ also schon eine kleine Besonderheit. Aber stell dir vor, jemand sagt dir: „Mensch, das war ja spitze!“ oder auch „Das ist wunderschön geworden“ – beide Male könnte man natürlich auch sagen „das hast du gut gemacht“, aber über spitze oder wunderschön freust du dich viel mehr, richtig?

Experiment: Drei Blog-Artikel ohne „gut“

Das sind jetzt wirklich nur ein paar ganz einfache Beispiele, ich könnte noch eine ganze Weile so weitermachen. Will ich aber nicht. Viel mehr möchte ich, dass du selbst mal ein bisschen darüber nachdenkst und vielleicht sogar ein kleines Experiment startest: In den nächsten drei Blog-Artikeln benutzt du nicht einmal das Wort „gut“ (außer es ist wirklich unvermeidbar, aber davon gehe ich jetzt einfach mal nicht, mir fällt spontan auch kein Beispiel dafür ein). Erzähl mir und den anderen Lesern doch gerne von deinen Erfahrungen in den Kommentaren!

Als kleine Anregung hab ich dir eine Infografik erstellt. Darauf findest du 30 Wörter, die besser sind als gut. Das ist natürlich nur ein kleines Auszug aus der Fülle der Möglichkeiten, er soll dir als Inspiration dienen. Ich bin sicher, dir fallen noch viel mehr Wörter ein, die besser (geeignet) sind als gut.

30 Woerter gut

6 Kommentare
  1. Silke
    Silke sagte:

    Liebe Elke,
    Sehr tolle Anregung!
    Ich etappe mich auch oft, dass ich ständig die gleichen Wörter benutze.
    Ich werde mal verstärkt drauf achten. Lieben Dank
    Silke 😊

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Lass es mich an einem Beispiel verdeutlichen. Vielleicht kennst du ja schon meinen Artikel „Gut ist nicht immer gut genug – 30 Wörter, die besser sind als gut“. Darin geht‘s um Alternativen zum Wort „gut“. Aber ich hab dir ja ein Beispiel versprochen. […]

  2. […] einem Artikel im letzten Sommer habe ich ja bereits geschrieben, dass wir nur rund 25 bis 30 Prozent unseres Wortschatzes auch […]

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Wenn du die Kommentarfunktion verwendest, wird aus Sicherheitsgründen auch deine IP-Adresse gespeichert. Weitere Informationen über die Datenspeicherung und -Verarbeitung findest du in meiner Datenschutzerklärung