Es muss nicht immer alles schlecht sein! Manchmal ist es auch schlimm, miserabel, missglückt, stümperhaft, minderwertig oder einfach nur übel. Nein, ich spreche hier nicht von irgendwelchen Hiobsbotschaften. Mir geht es mal wieder um das Thema lebendig schreiben. Also alles halb so schlimm! 😉 

In einem Artikel im letzten Sommer habe ich ja bereits geschrieben, dass wir nur rund 25 bis 30 Prozent unseres Wortschatzes auch tatsächlich nutzen. Wenn es aber darum geht, lebendig zu schreiben – also so, dass Texte gern gelesen werden und ihren Zweck (Verkaufen, Vertrauen aufbauen, erzählen…) erfüllen, dann müssen wir die restlichen 75 Prozent auch noch aus den hintersten Ecken unseres Oberstübchens hervorkramen und ab und zu einfach mal Synonyme nutzen.

Nutze den gesamten Wortschatz

Weil das manchmal gar nicht so einfach ist, möchte ich dir heute ein bisschen auf die Sprünge helfen. Zwar hoffe ich, dass du nicht so oft in die Verlegenheit kommst, über etwas schreiben zu müssen, was „schlecht“ ist, aber wenn doch, dann habe ich dir unten in der Infografik 50 Alternativen zusammengefasst, die besser sind als das Wörtchen „schlecht“.

Schlecht ist nicht gleich schlecht

Warum sind sie besser? Lass mich das mit ein paar Beispielen zeigen:

Stell dir vor, du bist auf einem Konzert, und der Solist hat‘s einfach nicht drauf. Du kannst dann sagen „Der Solist war schlecht.“ Diese Aussage ist zwar wahr, aber es geht noch besser, noch genauer. „Der Solist war stümperhaft“ – sofort impliziert dein Gegenüber, dass der Solist nicht professionell war. Oder „Der Solist war erbärmlich.“ – das zeichnet wieder ein ganz anderes Bild.

Oder ein anderes Beispiel, warum Synonyme oft die bessere Alternative sind – ich gehe jetzt bewusst nicht auf den Kontext ein, lass dich einfach mal auf die Bilder ein, die beim Lesen in deinem Kopf entstehen. „Ich fühle mich schlecht.“ – das kann ja so ziemlich alles heißen. Vergleich das mal mit mit „Ich fühle mich miserabel.“ oder mit „Ich fühle mich jämmerlich.“ und „Ich fühle mich minderwertig.“ Für alle drei Beispiel könnte man auch sagen „Ich fühle mich schlecht.“ Viel lebendiger wird es jedoch, wenn man ein anderes Wort benutzt.

Noch ein Beispiel? Kannst du haben! „Das Essen war schlecht.“ Das kann auch wieder alles mögliche heißen. „Das Essen war kärglich.“ ist da schon genauer. Genauso „Das Essen war völlig missraten.“ – das heißt dann wohl, der Koch hat Mist gebaut. Noch mehr Beispiele für Alternativen und Synonyme zu “schlecht” findest du in dieser Infografik. Und wenn dir die 50 Beispiele nicht reichen, schau mal bei woxicon rein, da gibt’s noch viel mehr – du wirst erstaunt sein!

Nicht immer die gleichen Wörter benutzen

Versuche einfach mal, beim Schreiben nicht immer die gleichen Worte zu verwenden. Ich weiß, immer geht das nicht und manchmal muss man eben fünfmal in einem Text das Wort „schreiben“ benutzen. Das ist auch gar nicht schlimm und zum Teil auch für SEO ganz gut – aber auch nur bedingt, dann natürlich ist es auch gut, wenn du für dein Keyword mehrere Alternativen hast, weil du dann für diese Alternativen eben auch gefunden wirst. (Aber du schreibst ja in erster Linie für deine Leser und erst viel weiter hinten kommen Google & Co. Das muss ich ja eigentlich gar nicht extra erwähnen, gell?)

Wenn du also die Möglichkeit hast, ein Wort, das häufig vorkommt, durch ein anderes zu ersetzen, das dann vielleicht auch noch viel genauer das beschreibt, was du eigentlich sagen willst, dann pack sie beim Schopf! Und du wirst sehen, wie schon beim Schreiben, vielmehr aber noch bei deinen Lesern Bilder im Kopf entstehen. Für dich bedeutet das, dass deine Texte besser in Erinnerung bleiben. Und damit auch du. Genau das willst du doch mit deinem Blog (oder auch mit deinen Website-Texten, E-Mails, E-Books etc.) erreichen, richtig?

Eine Übung für dich

Eine kleine Übung geb ich dir noch mit auf den Weg: Such dir fünf Wörter aus, die du sehr häufig benutzt. Das können Verben sein, aber auch Substantive oder Adjektive. Für diese fünf Wörter überlegst du dir Alternativen, die du in den nächsten zwei Wochen regelmäßig benutzt. Nach diesen zwei Wochen sind diese Wort-Alternativen so in deinen aktiven Wortschatz übergegangen, dass du sie automatisch häufiger benutzen wirst.

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