Die Macht der Worte

Blogparade: Die Macht der Worte – oder: Warum Schreiben eben doch harte Arbeit ist

Eine Blogparade zum Thema „Die Macht der Worte“ – na, die ist doch wie für mich gemacht! Immerhin arbeite ich tagtäglich genau damit. Andrea Theile von at-buecher.de hat zu dieser Blogparade aufgerufen, und hier ist mein Beitrag dazu. Danke auch an Frauke Schramm, die mich sozusagen mit der Nase drauf gestupst hat! 😉

Ich erinnere mich noch daran, dass meine Mutter in meinen Kindheitstagen immer zu mir sagte: „Vor Inbetriebnahme des Mundwerks, Hirn einschalten!“ Und heute weiß ich: Sie hatte so recht! 

Denken kommt vor dem Sprechen

Wie oft sagen wir etwas und sind uns gar nicht der Wirkung bewusst, die diese Worte auf unser Gegenüber haben? Worte sind manchmal schärfer und gefährlicher als jede Waffe. Das kann zum einen daran liegen, dass wir einfach mal ungefiltert rausplärren, was uns grade durch den Kopf geht. Oder aber daran, dass wir etwas für uns völlig Unverfängliches sagen, was unser Gegenüber aber völlig anders aufnimmt, als wir das beabsichtigt haben.

Die Macht der Worte – in geschriebenen Texten

Aber nicht nur das gesprochene, auch das geschriebene Wort hat natürlich eine unglaubliche Macht. Oder wie erklärst du dir sonst, dass Werbeanzeigen und dergleichen heute immer noch funktionieren? Wie sonst wären Artikel wie dieser zu erklären? Oder wie wäre es zu erklären, dass ich heute den Job mache, den ich mache? Meine Aufgabe als Texterin ist es (zumindest in vielen Fällen), die richtigen Worte zu finden, die im Leser bestimmte Emotionen auslösen, ihn zum Handeln verführen.

Kleines Wort, große Wirkung

Manchmal sitze ich 10 oder 20 Minuten und grüble über ein einziges Wort nach. Passt das so? Gibt es nicht doch noch ein besseres Wort? Versteht der Leser es so, wie ich es meine? Kann ich eine Situation, ein Produkt, eine Dienstleistung vielleicht noch genauer beschreiben? Lass es mich an einem Beispiel verdeutlichen. Vielleicht kennst du ja schon meinen Artikel „Gut ist nicht immer gut genug – 30 Wörter, die besser sind als gut“. Darin geht‘s um Alternativen zum Wort „gut“. Aber ich hab dir ja ein Beispiel versprochen. Also, lies dir mal die beiden folgenden Sätze durch:

„Sie hat ihre Sache gut gemacht.“
„Sie hat ihre Sache großartig gemacht.“

Im Prinzip beschreiben beide Sätze die gleiche Situation. Aber ist der zweite nicht viel aussagekräftiger? In den ersten könnte man hineininterpretieren: Sie war zwar gut, aber es hätte auch besser sein können – auch wenn das vielleicht gar nicht so gemeint war. Im zweiten wird sofort deutlich: Es war großartig! Und das kann auch gar nicht anders verstanden werden.

Dem Text fehlt die Stimme

Das ist jetzt nur ein sehr einfaches Beispiel, aber ich denke, es verdeutlicht schön, wie ein einziges Wort einem Satz einen völlig anderen Klang geben kann. Vor allem bei Texten, die gelesen und nicht gesprochen werden. Denn beim Sprechen kann ich ja durch meine Stimme noch einiges an Bedeutung hineinlegen. „Sie hat ihre Sache gut gemacht“ kann ich so aussprechen, dass darin Begeisterung liegt. Ich kann es aber auch so aussprechen, dass darin ein Aber mitschwingt.

Bei geschriebenen Worten geht das nicht, da muss schon aus der Zusammenstellung der Worte ganz klar werden, was denn die Aussage sein soll. Deshalb ist Schreiben eben auch echt harte Arbeit – Kopfarbeit. Denn jedes Wort muss sorgfältig abgewogen werden. Und genau aus diesem Grund entsteht ein Text eben nicht mal eben so zwischen Tür und Angel, sondern braucht einfach seine Zeit. Das versteht aber nur, wer die Macht der Worte verstanden hat. Oder, um es mit Mark Twain zu sagen – und der wusste, wovon er sprach:

Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen.

Und so ganz zum Schluss möchte ich dir noch ein wunderbares Beispiel für die Macht der Worte zeigen – aber Vorsicht, leg dir sicherheitshalber schon mal die Taschentücher bereit, du könntest sie brauchen.

3 Kommentare
  1. Dunja
    Dunja says:

    Hallo Elke,

    ich bin eben zufällig hier gelandet und finde es großartig (!), wie du eine Lanze brichst für die richtigen Worte. Ich kenne das auch, minutenlang über ein einziges Wort oder eine Wortkombination (etwa für eine Headline) nachzudenken.

    Nun schaue ich mal, ob ich auch noch bei der Blogparade mitmachen kann!

    Viele Grüße
    Dunja

    Antworten
    • Elke
      Elke says:

      Hallo Dunja,
      ach, ich liebe solche „Zufallsbegegnungen“! 🙂
      Ja, grade bei Headlines kann das echt knifflig werden, für mich ist das die Königsklasse des Textens.
      Ich fände es übrigens toll, wenn du noch einen Beitrag für die Blogparade hättest – bisher sind es ja nicht so viele, dabei ist es ein wirklich wunderbares (und dankbares) Thema, das man aus so vielen Perspektiven beleuchten kann.

      Liebe Grüße
      Elke

      Antworten
  2. Andrea Theile
    Andrea Theile says:

    Hallo Elke,

    vielen Dank für Deinen Beitrag. Der ist wunderbar. Ich werde ihn in den nächsten Tagen in meiner Liste aufnehmen.

    Hallo Dunja,

    gerne darfst Du bei meiner Blogparade mitmachen, darüber würde ich mich sehr freuen. Ich werde die Zeitbegrenzung herausnehmen. Vielleicht finden sich ja noch mehr Schreiberlinge.

    Lieben Gruß

    Andrea

    Antworten

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