„Wer schreibt, der bleibt“ ist eine alte Redensart, die ursprünglich aus der Welt der Kartenspiele stammt. Sie gilt aber auch für viele andere Bereiche des Lebens, vor allem für Selbständige, Solopreneure, Freelancer. Warum? Weil unglaublich viel unserer Kommunikation eben schriftlich passiert – egal, ob in E-Mails, auf den Social Media-Kanälen, auf der Website oder in Flyern, bei allen geht es ums Schreiben, um Text. Oft hört man den Satz auch im Zusammenhang mit dem Businessplan, aber darum soll es heute nicht gehen. Viel mehr geht es mir darum, die Frage zu beantworten, wann ein Text ein guter Text ist. 

Das ist natürlich ein recht schwieriges Unterfangen, denn es gibt so viele verschiedene Textarten und dementsprechend auch viele verschiedene Anforderungen an einen Text. Ein paar Dinge haben aber alle gemein, und auf diese möchte ich heute eingehen.

Schlüssig und verständlich

Wenn du dir die Mühe machst und einen Text schreibst – egal, welcher Art – dann möchtest du, dass dieser Text gelesen wird. Doch nicht nur das, der Leser soll deinen Text auch verstehen. Deshalb ist Verständlichkeit eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen gelungenen Text. Das bezieht sich sowohl auf die Wörter, die du verwendest, als auch auf die Sätze, die du baust. Denn endlos lange Schachtelsätze machen das Verstehen schwer. Oftmals weiß man am Ende eines Satzes nicht mehr, was man am Anfang eigentlich gelesen hat.

Du solltest dich auch immer in den Leser hineinversetzen und dir überlegen: Sind meine Gedankengänge für den Empfänger schlüssig? Versteht er Fachbegriffe oder muss ich sie vielleicht erklären? Klar, du willst als Experte wahrgenommen werden. Das wirst du aber nicht, wenn du wie wild mit Fachjargon um dich wirfst, den dein Leser gar nicht versteht. Deshalb überlege, wo du auf Fachbegriffe verzichten kannst, wo du erklären musst und was dein Leser sowieso versteht.

In der Kürze…

… liegt die Würze. So abgedroschen das klingen mag, so sehr trifft es beim Schreiben zu. Und zwar auch wieder in zweierlei Hinsicht: Zum einen sollte dein Text nicht länger sein, als nötig, aber lang genug, um alle wesentlichen Informationen zu transportieren. Zum anderen gilt das auch, wie oben bereits angesprochen, für die Satzlänge. Versuche, kurze und knackige Sätze zu schreiben. Und nein, das muss nicht auf jeden einzelnen Satz zutreffen. Meine Sätze sind ja auch oft länger, aber ich kenne meine Leser so gut, dass ich weiß: Sie sind so clever und verstehen das! Du musst also nicht zu Lasten den guten Stils alle Sätze kürzen. Aber achte darauf, dass du nicht zu viele zu lange Sätze hast.

Gut gegliedert ist halb gewonnen

Egal, um welche Art Text es sich handelt: Von einer Textwand fühlt sich jeder Leser erschlagen. Nutze Absätze, um deinen Text in inhaltliche Einheiten zu gliedern. Für Flyer, Website-Texte, Blog-Artikel etc. baue Zwischenüberschriften ein. Die helfen dem Leser, vor dem Lesen auf einen Blick zu sehen, worum es gleich geht – und dann zu entscheiden, ob sich das Lesen lohnt oder nicht.

Auch inhaltlich solltest du deine Texte gliedern. Das versteht sich eigentlich von selbst, denn sonst kann niemand deinen Gedankensprüngen folgen. Trotzdem möchte ich es nochmal erwähnt haben. Mach dir für längere Texte vorher ein Konzept, in dem du den Text durchstrukturierst. Das hilft dir auch hinterher beim Schreiben, weil du deine inhaltlichen Einheiten nur noch füllen musst. Die Grundregel für Absätze ist: Ein Argument, ein Gedanke bzw. Gedankengang pro Absatz.

Schreibt man das so?

Ja, ich klinge ein bisschen wie eine Gebetsmühle. Aber Rechtschreibung ist so unglaublich wichtig! Wenn du ernst genommen werden willst, dann gib dir Mühe mit Rechtschreibung und Grammatik. Denn wenn du dir keine Mühe gibst, dann denkt sich der Leser auch: Wenn sich jemand so wenig Mühe gibt, dann bin ich es wohl nicht wert. – Und zack, weg ist er!

Was will der Leser wissen?

Sei relevant! Überlege dir, ob das, was du in diesem Moment sagen möchtest, für den Leser relevant ist. Wenn nicht, lass es weg und verschwende nicht seine Lebenszeit (und deine, die du mit Schreiben verbringst). Auch das gilt für alle Textarten. Und weil es dazu nicht viel mehr zu sagen gibt, belasse ich es jetzt einfach dabei. 😉

Diese fünf Kriterien solltest du jedem Text zugrunde legen. Das mag am Anfang harsch klingen, oder auch nach viel Arbeit und Aufwand, aber mit der Zeit wird es Routine. Dennoch ist es auch für erfahrene Schreiberlinge ganz gut, sich diese Kriterien immer mal wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Hab ich was vergessen? Hast du noch einen Tipp auf Lager, der für alle Textarten gilt und der ausschlaggebend für einen guten Text ist? Dann lass mir und den anderen Lesern einen Kommentar da und verrate ihn uns!

4 Kommentare
  1. Beatrix
    Beatrix sagte:

    Super Tipps – und immer wieder gut, daran fürs eigene Schreiben erinnert zu werden. Was mir auffällt ist, dass so viele der von dir aufgeschriebenen Prinzipien ebenso für das mündliche Kommunizieren gelten. Auch gesprochene Inhalte können am besten ihre Wirkung entfalten, wenn sie so sind: Verständlich. Schlüssig. Prägnant. Gut gegliedert.
    Herzliche Grüße aus Berlin,
    Beatrix

    Antworten
    • Elke
      Elke sagte:

      Liebe Beatrix,
      dankeschön, es freut mich, wenn die Tipps ankommen! Und stimmt, das gilt auch fürs gesprochene Wort – daran hab ich gar nicht gedacht, vielen Dank für die Ergänzung!
      Liebe Grüße in die Hauptstadt
      Elke

      Antworten

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  1. […] habe ich mich erst mal hingesetzt und ein Konzept für meine Texte erstellt. Und dann geschrieben und gefeilt. Als ich dem Kunden die Texte dann zugeschickt hab, […]

  2. […] auf dich: Über deine Website, einen Blog-Artikel, einen Flyer oder in einer E-Mail. Letzte Woche habe ich dir fünf Kriterien genannt, die die Grundlage für einen guten Text bilden. Wenn du diese Kriterien beachtest, dann ist dein […]

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