Blogparade: Loslassen – ein Text will hinaus in die Welt

Loslassen – ein perfektes Thema für eine Blogparade zum Jahreswechsel, findest du nicht? Die Idee zu dieser Blogparade ist während meiner Artikel-Ideen-Challenge entstanden, aus einer überaus interessanten Diskussion heraus. Wir stellten fest, dass jeder so sein eigenes Thema mit dem Loslassen hat – und die Idee der Blogparade war geboren. Die wunderbare Silke Steigerwald hat sich dann auch gleich daran gemacht und ihre erste Blogparade ins Leben gerufen. Ich freu mich riesig, dass ich dabei sein darf. 

Loslassen aus Sicht der Texterin

Das Thema Loslassen kann man aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachten. Für mich war es dieses Jahr ein großes Thema, denn immer wieder konnte ich eben nicht loslassen – und jetzt zum Jahresende hin merke ich, wie es mir ganz oft doch noch gelingt. Aber darum soll es hier gar nicht gehen. Denn ich habe durchaus auch einen beruflichen Bezug zum Loslassen: Nämlich dann, wenn ich einen Text schreibe und ihn an den Kunden schicken soll. Da fällt es mir oft unheimlich schwer, loszulassen. Stattdessen feile ich da noch ein bisschen und tausche dort noch ein Wort aus, nur um es sofort danach wieder zurückzutauschen, weil die erste Variante doch besser war.

Abschied vom Perfektionismus

Und irgendwann kann ich dann nicht mehr anders, denn der Kunde wartet ja auf seinen Text. Also schicke ich ihn ab – und der Klick auf den „Senden“-Button wird nicht leichter. Erst wenn dann die Rückmeldung kommt: Super Text, das lassen wir so! Erst dann kann ich den Text loslassen und ihn einfach so sein lassen, wie er ist. Vielleicht nicht perfekt, aber wann ist etwas schon perfekt?

Die Angst vor negativem Feedback

Ich vermute mal, da schwingt die Angst mit, der Kunde könnte den Text kacke finden. Die Gefahr ist immer da. Denn selbst wenn man sich vorher über den Auftrag unterhält – meistens kennt man sich noch nicht so besonders gut, und die Wahrscheinlichkeit, dass man auch mal aneinander vorbei redet, die ist eben gegeben. Erst neulich hatte ich es, dass eine Kundin und ich von zwei völlig unterschiedlichen Sachen gesprochen und es erst gar nicht gemerkt haben. Es ging zum Glück glimpflich aus und war mit nur wenig Mehraufwand meinerseits verbunden. Aber sowas passiert.

Wie man in den Wald hineinruft…

Und dann gibt’s Kunden, die selbst nicht wissen, was sie eigentlich wollen. Auch hier ist die Gefahr groß, dass Texte dann eben nicht gefallen. Mir ist durchaus bewusst, dass das in solchen Fällen nicht an mir liegt. Denn ich mache meine Arbeit ja immer mit der gleichen Mühe und Leidenschaft und stecke da immer Herzblut rein. Sondern da ist entweder die Zeit noch nicht reif oder es wurde nicht die nötige Vorarbeit geleistet. (Ja, Vorarbeit von Seiten des Kunden, der einen Text in Auftrag gibt, IST nötig! Denn das mit der Glaskugel, die mir alle wichtigen Infos zukommen lässt, das funktioniert leider nicht so zuverlässig, wie ich das gerne hätte.) Da trifft das alte Sprichwort zu: Wie man in den Wald hineinruft – wie man einen Texter brieft, so wird dann auch der Text. Auch solche Fälle gibt’s – selten, aber eben doch ab und zu. Und die machen das Loslassen bei anderen Projekten dann auch nicht grade leichter.

Der Stolz über das fertige Ergebnis

Aber: Wenn der Text ankommt und dann so übernommen wird, und ich sehe ihn das erste Mal auf der fertigen Website oder im Flyer – dann freu ich mir ein Loch in den Bauch. Dann bin ich stolz und dann möcht ich am liebsten in die Welt hinausschreien: Hey, schaut alle mal her, der Text ist von mir! Da kann ich dann auch total entspannt loslassen.

Reine Kopfsache!

Und ich glaube, mit dem Loslassen meiner Texte ist es wie beim Loslassen generell: Es ist reine Kopfsache. Ob das nun eine Mutter ist, die ihr Kind nur schwer loslassen kann oder jemand, der ewig an Vergangenem herumgrübelt – wir müssen im Kopf und im Herzen loslassen, uns darauf verlassen, dass wir unser Bestes gegeben haben und es nun nicht mehr in unserer Hand liegt. In diesem Sinne lasse ich nun auch diesen Artikel los und schicke ihn hinaus in die große, weite Welt, wo er hoffentlich auf begeisterte Leser trifft und vielleicht auch den einen oder anderen inspiriert.

Wie ist das bei dir mir dem Loslassen? Fällt es dir leicht? Oder gibt es den einen oder anderen Bereich, in dem du nicht gut loslassen kannst? Lass mir gerne einen Kommentar da, ich bin gespannt!

2 Kommentare
  1. Sandra Liane Braun
    Sandra Liane Braun says:

    Hallo Elke,

    schön, deinen „Loslassen-Text“ zur Blogparade zu lesen. Loslassen aus der Sicht einer Texterin… Ich bin zwar keine Texterin, aber ich kann mich sehr gut in dich hineinversetzen. Der Perfektionismus sitz im Nacken und meckert und meckert, die Zeit rennt und rennt, der innere Stressfaktor steigt *grrrr*
    Am Freitag gibt es auch meinen Text zum Thema und… da geht’s dem Perfektionismus und anderen „Stressmachern“ an den Kragen 😉

    Liebe Grüße
    Sandra

    Antworten
    • Elke
      Elke says:

      Hallo Sandra,
      du wirst lachen, im Moment übe ich mich darin, den Perfektionismus hinter mir zu lassen. Ich arbeite an einem Auftrag, bei dem die Zeit so knapp bemessen ist, dass schlicht keine Minute dafür übrig bleibt. Und siehe da – es geht! (Wobei die Texte alle nochmal lektoriert werden, das ist für mich sehr hilfreich.)
      Auf deinen Artikel bin ich schon sehr gespannt!

      Liebe Grüße
      Elke

      Antworten

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