Rant

Eigentlich wollte ich mich letzte Woche im Blog mal tierisch aufregen. Aber als ich mich ans Schreiben gemacht hab, da war der Flow weg und ich war eigentlich gar nicht mehr wütend. Und deshalb dachte ich mir, stattdessen schreib ich doch einfach mal darüber, was so ein Rant eigentlich ist, warum man sich im Blog ruhig mal aufregen darf und wie man’s richtig macht.
Rant kommt wenig überraschend aus dem Englischen. „To rant“ heißt „schimpfen“, „rant“ ist eine Wutrede oder eine (Schimpf-)Tirade. Und genau das tut man auch im entsprechenden Blog-Artikel: Man regt sich auf, man schimpft. Es ist also ein durchaus persönlicher Artikel, in dem man seine Meinung zu einem bestimmten Thema oder Vorfall kund tut. 

Dabei muss man nicht unbedingt politisch korrekt sein, und man darf durchaus auch zum Stilmittel der Übertreibung greifen, um den Sachverhalt deutlich zu machen. Oft sind Rants mit einem ironischen Zwinkern versehen und sollten nicht ganz so ernst genommen werden – das muss aber nicht so sein.

Rant: Ironie darf, Problemlösung muss nicht sein

Es ist also wichtig, wenn du einen Aufreger-Artikel schreibst, dass du dir im Vorfeld überlegst, ob die Leser ihn auch richtig verstehen. Mit der Ironie ist das ja immer so eine Sache… Du musst in einem Rant auch keine Lösung für das Problem, über das du dich aufregst anbieten. Sondern du darfst dich dabei einfach mal so richtig auskotzen. Cool, oder? Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Es tut einfach gut!

Legendär sind die Rants von Sascha Pallenberg, damals noch bei Mobile Geeks. Oder erinnerst du dich an Giovanni Trapattonis unvergessene Rede „schwach wie eine Flasche leer“? Auch das war ein Rant der feinsten Sorte. Natürlich hab ich auch schon einen Rant geschrieben – allerdings war ich, wenn ich heute nachlese, viel zu lasch und weich, da hätte man mehr rausholen können.
Bei einem Rant muss es nicht unbedingt darum gehen, eine Diskussion zu entfachen. Er kann auch in die Kategorie fallen „Was ich schon lange mal sagen wollte“. Allerdings solltest du dich je nach Thema darauf gefasst machen, dass da eventuell Gegenwind kommen könnte. Das ist aber völlig okay, andere dürfen ja anderer Meinung sein.

Sag deine Meinung!

Denn ein Rant ist ganz klar eine Meinungsäußerung. Du musst dabei nicht objektiv sein, nein, eigentlich darfst du es gar nicht. Du schimpfst aus deiner Sicht und sagst dabei, was dich stört und warum. Du darfst dabei auch sehr deutliche Worte finden. Also kein „Naja, ich find’s halt nicht so gut, dass…“. Sondern eher „Was die da abziehen ist totale Kacke!“

Die englische Wikipedia beschreibt den Rant mit den folgenden Worten:

„A criticism of somebody or something delivered in an angry, impassioned manner. – Eine Kritik an jemandem oder etwas, überbracht auf wütende, leidenschaftliche Art und Weise.“

Leidenschaftlich argumentieren

Und genau das ist der springende Punkt: Leidenschaftlich! Halte dich bei einem Rant nicht zurück, sondern argumentiere voller Leidenschaft, um dein Anliegen rüberzubringen. Reg dich darüber auf, dass anscheinend keiner mehr die Rechtschreibregeln beherrscht oder beherzigt. Brülle hinaus, was dich am aktuellen Rentensystem stört. Oder hau mal kräftig auf den Tisch, weil etwas schrecklich Unfaires passiert ist. Worum auch immer es geht: Mach deinen Standpunkt deutlich, mit Nachdruck und Leidenschaft!

Warum aber ist ein gelegentlicher Rant gut für deinen Blog? Das ist ganz einfach: Solche Artikel werden tendenziell eher geteilt und kommentiert. Du erregst Aufmerksamkeit damit – vielleicht auch bei Menschen, die dich noch gar nicht kennen. Und du positionierst dich klar zu einem Thema. Möglicherweise stößt du jemand von den Kopf. Vielleicht verlierst du auch Leser, weil sie nicht deiner Meinung sind oder vielleicht die mitschwingende Ironie nicht verstehen. Aber das ist okay – denn die passen eh nicht zu dir, und Reisende soll man nicht aufhalten! Übrigens: Dein Rant muss kein ganzer Blog-Artikel sein. Wenn du dich in wenigen Sätzen so richtig gut aufregen kannst, ist sowas auch als Facebook-Posting eine tolle Sache. Super vorgemacht hat’s Silke Steigerwald. Ihr Rant neulich auf Facebook hat nicht nur für viel Aufmerksamkeit gesorgt, weil er einen Nerv bei vielen trifft, sondern weil sie einfach großartig formuliert hat.

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Artikel Klarheit darüber schaffen, was ein Rant ist und dich dazu inspirieren, dich auch mal zu trauen. Magst du mir verraten, ob du schon mal einen Rant geschrieben hast? Oder ob du dich jetzt trauen wirst, es zu tun?

1 Antwort

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  1. […] zurück zum Thema unbequem sein zu kommen: Es darf dann auch ruhig mal ein Rant sein. Also ein Artikel, in dem du dich tierisch über etwas aufregst, in dem du Missstände ganz offen […]

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