Pressearbeit ist ein oft unterschätztes Instrument der Unternehmenskommunikation. Während gerade Einzelunternehmer in den sozialen Medien oft gut vertreten sind, scheuen sie sich doch vor aktiver Pressearbeit. Ich verrate euch heute fünf Gründe, warum sich das ändern sollte.

Wer keine PR macht, der lässt Potential ungenutzt verstreichen. Und das ist doch echt schade, oder? Lasst euch übrigens nicht von der Länge des ersten Punktes erschlagen – ich verspreche euch, der Rest ist deutlich kürzer!

1) Ein gutes Image ist unbezahlbar!

Bei der PR geht es anders als in der Werbung (meistens) nicht nur um Produkte. Klar, wenn Yves Rocher eine neue Anti-Falten-Creme auf den Markt bringt, dann geht dazu eine Presseinformation (und eine Produkt-Probe) an die ganzen Beauty-Journalistinnen von Brigitte, Gala und Co. Aber über die Pressearbeit lässt sich auch das Bild, das die Öffentlichkeit von einem Unternehmen hat, prägen. Und das ist eine Chance, die man nutzen sollte!

Ein gutes Beispiel dafür ist übrigens die Logistik-Branche. Nachdem man branchenweit jahrelang nicht einheitlich kommuniziert hat, wurde 2015 der Themenkreis Image der Logistik ins Leben gerufen. Dieser Zusammenschluss aus Logistik-Experten und Fachjournalisten soll nun daran arbeiten, das Image der Logistik in der Gesellschaft, Politik und bei der Fachöffentlichkeit zu verbessern. Eine tolle Initiative, wie ich finde!

Mit Image-PR hat man auch durchaus gute Chancen, in die Medien zu kommen. Gerade die Lokal-Medien greifen entsprechende Themen gerne auf. Beispiel gefällig? Du hast die Trikots für die Fußballmannschaft deines Sohnes gesponsert. Dann sollte das doch auch die breite Öffentlichkeit wissen, findest du nicht? Oder du hast mit deiner Event-Agentur einen Ausflug für das Seniorencenter organisiert. Oder der örtlichen Bücherei einen Gutschein überreicht, mit dem sie neue Bücher kaufen können.

All das hat mit deinem Produkt oder deiner Dienstleistung zwar wenig zu tun, wirkt sich aber positiv auf dein Image aus. Also lass es alle wissen – auch die Presse! (Am besten ist es übrigens, wenn du dich z.B. vor der Scheckübergabe schon bei den lokalen Medien meldest, die können dann einen Fotograf schicken, der Bilder von dem Ereignis macht.)

2) Expertenstatus erreichen und festigen

Auch Fachmagazine sind ein wunderbares Medium für Pressearbeit. Du bist Experte auf deinem Gebiet und möchtest, dass die Welt das weiß? Dann erzähle es ihnen! Schreib einen Fachartikel oder stelle dich für ein Interview zu einem bestimmten Thema zur Verfügung. In bestimmten Branchen haben Fachmagazine ein großes Gewicht. Das gilt vor allem für Bereiche, die in der Öffentlichkeit vielleicht nicht so sehr wahrgenommen werden oder die sehr speziell sind.

Hier liegt ganz viel Potential, das du nutzen solltest. Wenn dir schreiben nicht so liegt, dann hol dir Hilfe. Es gibt viele sehr gute freiberufliche Texter, die deine Worte in die richtige Form bringen! (Falls du derzeit bereits nach so jemandem suchst, melde dich einfach bei mir. Wenn ich das Fachgebiet selbst nicht bearbeiten kann, dann kann ich dir für viele Fachbereiche jemanden empfehlen.)

3) Pressearbeit ist günstiger als klassische Werbung – und wird anders wahrgenommen

Ja, das liebe Geld! Auch wenn wir es nicht gerne zugeben, es spielt doch immer eine Rolle. Eine Anzeige selbst in kleinen Lokalzeitungen ist teuer – und damit ist nur die Schaltung der Anzeige gemeint, zuvor muss diese jedoch auch von irgendjemandem erstellt werden. Da ist man dann ganz schnell im höheren dreistelligen oder gar im vierstelligen Bereich (oder je nach Medium auch deutlich drüber).

PR hingegen ist im Vergleich zu klassischer Werbung günstiger. Klar, wenn man jemanden damit beauftragt, dann hat das auch seinen Preis. Es soll ja auch gut gemacht werden. Unterm Strich steht trotzdem weniger als bei einer Anzeigenkampagne. Mal ganz davon abgesehen ist zum Beispiel ein Zeitungsartikel auch glaubhafter als reine Werbung.

4) Fürs ganz kleine Budget: Pressearbeit selbst in die Hand nehmen

Und nochmal das liebe Geld. Grade Gründer haben oft nicht die ganz dicke Brieftasche und müssen mit ihrem Geld haushalten. Wer ein paar Grundregeln beachtet, der kann eine Pressemitteilung aber auch selbst schreiben – die entsprechende Zeit natürlich vorausgesetzt. Welche Grundregeln das sind verrate ich euch übrigens im nächsten oder übernächsten Artikel, das steht bereits fest in meinem Redaktionsplan. Auf jeden Fall ist eine Pressemitteilung kein Hexenwerk und ihr könnt das auch durchaus mal selbst versuchen. Wenn’s gar nicht hinhauen will, dann verweise ich nochmal auf Punkt 3.

5) Bekanntheitsgrad erhöhen, Netzwerk erweitern

Wenn niemand von euch weiß, dann kauft auch niemand euer Produkt oder eure Dienstleistung. So einfach ist das. Naja, natürlich nicht ganz so einfach. Wer in den Medien präsent ist, der erhöht seinen Bekanntheitsgrad und damit oftmals auch sein Netzwerk. Klar, ihr habt eine Website und ihr seid bei Facebook. Aber auf eure Website kommt man nur, wenn man nach etwas sucht oder über einen Link dazu stolpert. Ähnlich bei Facebook, wo es noch die Alternative der Facebook Ads gibt.

Wenn ein Artikel über dich in der Zeitung oder in einem Fachmagazin erscheint, wenn du in einem TV-Beitrag zu Wort kommst oder im Radio ein Interview geben darfst, dann erreichst du noch viel mehr Menschen. Andere Menschen. Und – ich hatte es oben schon erwähnt – wenn jemand über euch berichtet, dann ist das eben auch glaubhafter als wenn ihr selbst auf eurer Website erzählt, wie toll ihr seid. Pressearbeit ist somit auch eine vertrauensbildende Maßnahme. Und wie ihr natürlich wisst, ist Vertrauen der Grundstein dafür, dass jemand etwas bei euch kauft.

Eine kleine Anmerkung noch: Natürlich ist diese Liste nicht vollständig, es gibt noch jede Menge weitere Gründe, die für Pressearbeit sprechen. Die hier genannten sind für mich die schlagkräftigsten Argumente für PR. Hab ich euch damit überzeugt, dass Pressearbeit sich lohnt? Ich hoffe doch sehr. Denn es wäre doch schade, wenn ihr Potential ungenutzt verstreichen lassen würdet. Jetzt seid ihr an der Reihe: Welche Gründe, die für PR sprechen, habt ihr noch auf Lager? Habt ihr noch Fragen?

4 Kommentare
  1. Birgit Schneider
    Birgit Schneider sagte:

    Und immer gutes Bildmaterial mitschicken. Die Presse braucht schnell noch ein Bild zu Dein Thema? Gut, wenn Deines bereits vorliegt und ohne großen Aufwand verwendet werden kann. Schon ist man in der Presse! ☺

    Antworten
    • Elke
      Elke sagte:

      Stimmt. Deshalb wundere ich mich auch oft, wie versteckt bei manchen (großen) Unternehmen die Pressefotos sind bzw. dass sie überhaupt keinen Pressebereich haben und nur welche auf Anfrage rausschicken. Vorbildlich ist hingegen z.B. ein chinesischer Smartphone-Hersteller (will keine Schleichwerbung machen 😉 ), die haben einen großartigen Pressebereich (bzw. Partnerbereich, da er auch Anlaufstelle für Händler ist). Braucht man zwar auch Login-Daten, aber dafür hat man dann alles tiptop aufbereitet und sauber strukturiert: technische Daten, Fotos, Pressemitteilungen.

      Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Artikel letzte Woche habe ich euch erzählt, warum sich Pressearbeit lohnt. Dabei ging es unter anderem auch darum, dass […]

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Wenn du die Kommentarfunktion verwendest, wird aus Sicherheitsgründen auch deine IP-Adresse gespeichert. Weitere Informationen über die Datenspeicherung und -Verarbeitung findest du in meiner Datenschutzerklärung