Text ist Text, könnte man meinen. Oft sieht man leider immer noch, dass Texte aus einem Flyer auch für die Website verwendet werden oder umgekehrt. Nur leider funktioniert das so nicht. Oder seid ihr schon einmal mit einem Boot auf der Straße gefahren oder mit dem Auto im Wasser?

Online und offline: Anderes Leseverhalten

Aber warum ist das so? Warum kann man einen gedruckten Text nicht einfach eins zu eins für eine Website übernehmen? Die Antwort darauf ist ganz einfach: Am Bildschirm liest man anders als auf Papier. Auch wenn zum Beispiel E-Book-Reader immer mehr im Kommen sind, am Bildschirm strengt das Lesen einfach mehr an als ein gedruckter Text.

Überfliegen statt lesen

Hinzu kommt, dass Internet-Nutzer oft einfach wenig Zeit haben und nur überfliegen statt einen Text komplett zu lesen. Wenn ich von mir selbst ausgehe, ich habe immer zwischen 20 und 50 Tabs im Browser offen. Mindestens die Hälfte davon sind Artikel, die ich auf Facebook, Twitter oder Pinterest gefunden und geöffnet habe. Bis ich sie tatsächlich lese können manchmal auch mehrere Wochen vergehen, weil ich einfach nicht die Zeit oder die Ruhe habe.

Aber: Beim Öffnen des Artikels überfliege ich zumindest ganz kurz den Text, um zu wissen, was mich erwartet. Und wenn das nicht das ist, was ich mir erhoffe, dann kann ich den Browser-Tab gleich wieder wegklicken. An meinem eigenen Nutzerverhalten lassen sich also schon ein paar Besonderheiten aufzeigen, die ein Online-Text haben muss – und zwar völlig egal, ob es sich um einen Blog-Artikel, einen Website-Text oder eine Artikelbeschreibung handelt.

Eine klare Gliederung bringt Struktur

Los geht’s mit einer klaren Gliederung des Textes. Im Optimalfall zeigt sie dem Leser, was er vom jeweiligen Artikel erwarten darf. Die Gliederung wird unterstützt von Zwischen-Überschriften, hervorgehobenen Wörtern durch Kursiv-Schrift oder besser noch: fett geschrieben. Auch Listen und Aufzählungen sind toll, weil sie so schön aus dem Fließtext hervorstechen.

Lesbarkeit – so einfach wie möglich für den Leser

Neben der Gliederung ist die Lesbarkeit ein weiteres wichtiges Kriterium. Das heißt: kurze Sätze, möglichst wenig Schachtelsätze. Auch der sparsame Einsatz von Fremdwörtern und von extrem langen Wörtern dient der Lesbarkeit. Gelegentlich nutze ich bei zusammengesetzten Wörtern (Komposita) auch einen Bindestrich, obwohl das Wort streng nach Duden eigentlich zusammengeschrieben werden müsste. Aber manchmal liest es sich einfach leichter. (Eine Bitte habe ich da aber an euch: Wenn ihr das macht, bitte nutzt wirklich den Bindestrich! Ein Leerzeichen ist in so einem Fall völlig fehl am Platz.) Natürlich gehören zur Lesbarkeit auch die korrekte Rechtschreibung und Grammatik. Aber das wisst ihr ja!

Ausnahmen bestimmen die Regel – oder: Man darf auch mal mit Regeln brechen

Wer hier aufmerksam mitliest, dem ist mit Sicherheit aufgefallen, dass ich mich auch nicht immer an alle diese Dinge halte. Auf fett geschriebene Wörter verzichte ich beispielsweise ganz. In meinen Texten finden sich auch mal längere Sätze. Aber das ist in Ordnung so, denn ich schreibe ja hier nicht für die breite Masse. Mir ist Verständlichkeit wichtig. Aber man darf bei aller Mühe zur Kürze auch meinen Schreibstil erkennen dürfen. Und meine Leser, da bin ich mir sicher, die verstehen mich!

4 Kommentare
  1. Sven Lennartz
    Sven Lennartz sagte:

    Hallo Elke,

    so sehr ich dir in allem zustimme. Aber

    »… am Bildschirm strengt das Lesen einfach mehr an als ein gedruckter Text«

    Das halte ich für einen urbanen Mythos der Holzmedien- und Fischeinwickelpapierbedruckindustrie aus den neunziger Jahren. Moderne Displays strengen nicht mehr an.

    Ich finde es viel entspannender auf meinen weitläufigen Monitor zu gucken und dort die Blicke schweifen lassen zu können als auf einen Minibuchblock starren zu müssen, bei dem ich nicht mal die Schriftgröße geschweige denn die Helligkeit justieren kann.

    Romane auf Displays zu lesen ist längst völlig normal und wie ich finde deutlich angenehmer als das entziffern auf Papier.

    Und dann wären da noch die Retina- und UHD-Displays, die wir bald alle haben werden. Spätestens dann werden Papiermedien so gefragt sein wie heute Keilschrifttafeln 😉

    Antworten
    • Elke
      Elke sagte:

      Hallo Sven,
      okay, dann bin ich da wohl die Ausnahme. Ich lese nach wie vor gedruckte Bücher, habe keinen E-Book-Reader und ich gestehe, dass ich mir längere Texte, die ich konzentriert lesen will, auch oft ausdrucke, weil ich mich bei gedruckten Texten einfach anders konzentrieren kann als am Monitor oder am kleinen Handy-Display, es bleibt mehr hängen. Nenn mich altmodisch 😉

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