Zielgruppe

„Meine Zielgruppe sind alle.“ – Ein Satz, den bestimmt jeder Texter und Grafiker schon mal gehört hat. Und einer, bei dem sich nicht nur mir die Zehennägel aufrollen, dass es schmerzt. Die Zielgruppe „alle“ gibt es nämlich nicht, das wäre ja dann auch gar keine Gruppe mehr. Aber genug der Wortklauberei. Im letzten Artikel habe ich beschrieben, warum du dein Produkt genau kennen und beschreiben können musst, wenn du gute Website-Texte haben willst – egal, ob du sie selbst schreibst oder schreiben lässt. Heute werfen wir mal einen Blick auf die Zielgruppe und was sie mit genialen Texten zu tun hat. 

Warum die Zielgruppe „alle“ totaler Murks ist

Und um einen Text zu schreiben, der verkauft – denn das sollen Website-Texte ja (unter anderem) – muss ich wissen, an wen verkauft werden soll. Mit der Zielgruppe „alle“ kann ich leider nicht viel anfangen. Das ist viel zu allgemein, und genauso allgemein würde dann auch der Text werden. Verkaufen kann man mit solchen 08/15-Texten nicht. Ein 50-jähriger Handwerker braucht einen völlig anderen Text als eine 20-jährige Studentin – eigentlich logisch, oder? Wenn du jetzt denkst: „Ja, aber ich will doch niemanden ausgrenzen…“ – dann antworte ich dir: „Doch, willst du! Zumindest bei deinen Website-Texten.“ Denn das heißt ja nicht, dass du nicht auch jemanden als Kunden haben kannst, der nicht deiner Zielgruppe entspricht. Hab ich auch, einige sogar. Und ich bin auch glücklich mit ihnen.

Für deine Website, nein: Für dein gesamtes Marketing und eigentlich sogar für deine ganze Unternehmensstrategie musst du dich aber schon auf eine Zielgruppe festlegen. Sonst wird das nix Halbes und nix Ganzes. Da geht’s nicht nur um die passende Ansprache auf der Website, sondern auch um die richtigen Marketing-Kanäle und vieles mehr. Aber hier soll es ja um die Website-Texte gehen, deshalb zurück zum Thema.

So genau wie möglich

Ich möchte sogar noch einen Schritt weitergehen. Wenn deine Zielgruppe „Unternehmer“ sind, oder „Mütter“ oder „ITler“ – dann wird das auch schwierig. Denn das ist immer noch sehr weit gefasst. Nehmen wir mal das Beispiel „Mütter“: Es gibt berufstätige Mütter und Mütter, die nicht arbeiten, Mütter mit einem Kind, Mütter mit fünf Kindern, Müttern von Zwillingen, Mütter auf dem Land, Mütter in der Stadt, Mütter, deren Eltern vor Ort leben und Mütter, die keine Eltern mehr haben, alleinerziehende Mütter, verheiratete Mütter, lesbische Mütter, Mütter mit kranken Kindern, Mütter mit… okay, genau, ich denke, es ist klar, was ich meine.

All diese Mütter haben ganz andere Bedürfnisse und Ansprüche. Selbst wenn sich dein Produkt an Mütter generell richtet, solltest du genauer differenzieren, was deine Zielgruppe noch ausmacht. Deshalb mag ich beispielsweise den Kundenavatar. Dabei beschreibst du deinen idealen Kunden, und zwar so detailliert wie nur möglich.

Tina, deine ideale Kundin

Du gibst ihr einen Namen, legst fest, wie alt sie ist, welchen Familienstand sie hat, welche Hobbies und was sie gar nicht mag. Du schreibst dir alles auf, was dir einfällt, vom Wohnort über das Haustier (oder auch nicht) bis hin zum Auto, das sie fährt. Natürlich hat Tina auch einen Beruf und steht da vor besonderen Herausforderungen. Oder die Herausforderungen sind eher privater Natur – da kommt es ein bisschen darauf an, ob du Tina helfen möchtest, sich im Job besser zu behaupten oder ob du für sie da bist, wenn ihre Beziehung grade nicht so dolle läuft. Du verstehst, worauf ich hinaus will? Im Kundenavatar wird auch genau das beschrieben, was du Tina anbietest.

Tina tanzt vor deinem inneren Auge

Auch das machst du übrigens sowohl, wenn du deine Website-Texte selbst schreibst, als auch, wenn du diesen Job vergibst. Denn das ist eine richtig gute Basis für richtig gute Texte. Du hast Tina vor deinem inneren Auge, weißt genau, was ihr wichtig ist und was nicht und wo sie der Schuh drückt, was sie denkt, wie sie spricht. Und der Texter, den du beauftragt hat, kann sich so auch ein sehr viel genaueres Bild von Tina machen, wie wenn du nur sagst, deine Zielgruppe sind Mütter. Entsprechend genau kann er oder sie dann auch die Texte für Tina schreiben.

Bei welchem Problem kannst du Tina helfen?

Wichtig ist auch, dass du das Problem, das Tina hat und das du lösen kannst, genau beschreibst. Denn das muss auf deiner Website – und natürlich auch in anderen Texten, auf Facebook, in Flyern etc. – rüberkommen: Ich bin genau die, die du suchst! Ich löse dein Problem, oder ich zeige dir, wie du es lösen kannst, und zwar am besten ganz entspannt.

Genaue Zielgruppe + Problemstellung + dein Angebot = geniale Website-Texte

Wenn du den Kundenavatar, also eine genaue Beschreibung deines idealen Kunden sowie das Problem, das dieser Kunde hat, vor dem Schreiben festlegst, dann ist das schon die halbe Miete für einen gelungenen Text. Den Rest macht ein guter Texter für dich – oder natürlich du selbst, dann musst du selbst noch ein bisschen Blut, Schweiß und vielleicht auch Tränen reinstecken, bis der Text rund ist und jedes Wort sitzt wie angegossen. Aber mit Hilfe von Avatar und Problem nebst deiner Lösung (nämlich deinem Produkt oder deiner Dienstleistung) hast du eine sehr solide Basis geschaffen. Durch diese Vorgaben kannst du zum Beispiel die Tonalität des Textes festlegen, bestimmte Triggerwörter und natürlich hilft sie dir auch dabei, weitere Marketing-Aktivitäten zu planen und die richtigen Kanäle zu finden.

Jetzt weißt du also, warum die Zielgruppe so wichtig ist für geniale Texte. Und wenn du den Artikel von letzter Woche gelesen hast, weißt du auch, warum dein Produkt und das Problem, das es bei deinen Kunden löst, so wichtig ist. Im nächsten Artikel beschäftigen wir uns noch mit der dritten Zutat für magische Website-Texte – das ist die Geheimzutat, deshalb verrate ich jetzt mal noch nicht mehr! 😉

Bis dahin verrate mir doch mal, wie detailliert du deinen idealen Kunden beschreiben kannst, ob du nach dem Lesen dieses Artikels vielleicht nochmal nachgebessert hast und was deine größte Herausforderung dabei ist/war.

 

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