Beiträge

Wer mich ein bisschen kennt, der weiß, dass ich für mein Leben gerne koche. Kein Wunder also, dass mir beim Nachdenken über meine Arbeit die Analogie zwischen Texten und Kochen aufgefallen ist. Denn ich finde, so lässt sich ganz toll beschreiben, wie ein Text entsteht, wie viel Arbeit darin steckt und warum ein Text nicht eben mal so nebenbei entsteht.

Der Spaghetti Bolognese-Text

Gehen wir einmal davon aus, wir wollen Spaghetti Bolognese kochen, das Rezept bzw. Gericht haben wir also schon. Aufs Schreiben bezogen heißt das: Das Thema steht und auch das Medium, für welches der Text bestimmt ist, ist bekannt. Dann geht es los mit Einkaufen und dem Zusammentragen der Zutaten. Beim Schreiben ist das die Recherche, die Ideenfindung. Je nachdem, wie aufwändig das Rezept ist geht das schneller oder dauert eben etwas länger.

Zutaten vorbereiten – Text strukturieren

Sind alle Zutaten vorhanden, dann müssen sie abgewogen und vorbereitet werden – das heißt, man muss z.B. Karotten schneiden, Zwiebeln schälen, den Wein aus dem Kühlschrank holen und die Tomatensauce (aus eigenen Tomaten natürlich!) aus dem Gefrierschrank, dass sie an- oder auftauen kann. Beim Schreiben bringt man in dieser Phase Struktur in den Text. Man überlegt sich die einzelnen Abschnitte, die Reihenfolge der Inhalte, wie man sie aufeinander aufbaut, wo man gute Überleitungen hinbekommt und was besonders wichtig ist.

Kochen und Schreiben: Oftmals sind mehrere Schritte notwendig

Erst jetzt beginnt man mit dem eigentlichen Kochen respektive dem Schreiben. Und so wie das beim Kochen meist nicht nur mit ein bisschen Rühren getan ist, so wird ein Text auch nicht einfach mit der Hand am Arm heruntergeschrieben. Bei den Spaghetti Bolognese geht das ebenso in mehreren Schritten, wie beim Schreiben auch. Ich mache für die Bolognese-Sauce ja immer erst ein Sofritto – muss man aber natürlich nicht, es gibt ja zig Rezepte für diese Sauce. (Bitte entschuldigt den Link zu einem englischen Text, ich fand aber, der trifft es am besten.)

So ähnlich ist es auch bei einem Text: Manchmal beginne ich mit der Einleitung, weil mir dazu gleich etwas knackiges einfällt. Manchmal schreibe ich aber auch erst den eigentlichen Text und mache die Einleitung am Schluss. Es kann auch vorkommen, dass im Text noch Lücken sind, die dann am Schluss erst ergänzt werden. Egal in welcher Reihenfolge, der Aufwand ist immer gleich groß, und am Ende muss ein stimmiger Text herauskommen.

Abschmecken und Würzen – Überarbeiten, Feintuning, Korrigieren

Der nächste Schritt bei der Bolognese-Sauce ist das Abschmecken und Würzen – also wir haben inzwischen das Sofritto gemacht, das Hackfleisch mit Zwiebeln angebraten, abgelöscht, Tomatensauce dazugegeben und alles köchelt fröhlich vor sich hin. Beim Schreiben steht der erste Entwurf des Textes zu diesem Zeitpunkt. Hier muss jetzt der Inhalt geprüft und gegebenenfalls nachgebessert werden: Stimmt alles inhaltlich, ist der Aufbau richtig, sodass nirgendwo Widersprüche entstehen, sind noch Fragen offen oder ergeben sich im Laufe des Textes? Und wie sieht’s mit dem Schreibstil aus? Passt der zur Zielgruppe, sind noch unpassende Wörter oder Phrasen enthalten?

All diese Punkte gehe ich durch und überarbeite sie. In dieser Phase entstehen meistens auch die Überschriften, sowohl die Hauptüberschrift als auch die Zwischenüberschriften. Dann kommt vielleicht hier und da noch ein Adjektiv rein, zur Würze, oder irgendwo wird ein überflüssiges Wort gestrichen. Im letzten Arbeitsschritt werden dann noch Rechtschreibung und Grammatik überprüft und mögliche Fehler korrigiert.

Den Text über Nacht köcheln lassen

So, jetzt ist unsere Bolognese-Text-Sauce gekocht und abgeschmeckt. Im Idealfall darf sie nun noch ein bisschen vor sich hin köcheln bevor sie ein letztes Mal abgeschmeckt wird. Ein Text liegt im Idealfall über Nacht (manchmal auch über zwei Nächte), bevor ich ein letztes Mal drübergehe und alles noch einmal mit etwas Abstand betrachte.

Ansprechend anrichten und Servieren – Text veröffentlichen

Jetzt gilt es noch, das Ganze ansprechend anzurichten und zu servieren. Beim Text ist das die Veröffentlichung – und zwar egal, ob nun online oder Print. Denn bei beiden muss erst angerichtet werden, entweder in der Druckerei oder im Backend einer Website. Und dann kann der Text der Öffentlichtkeit serviert werden – guten Appetit!

Ganz ehrlich, als ich das Thema dieser Blogparade von FarbCafé gelesen habe, da musste ich schmunzeln und ich wusste sofort: Daran muss ich mich einfach beteiligen! Ich find’s ein tolles Thema, denn in Zeiten von PC und Smartphone ist der Stift vielleicht eines der am meisten unterschätzten Werkzeuge überhaupt. Also ich für meinen Teil hab ja eigentlich immer einen dabei, aber wie ist das bei euch?

Die Frage nach meinem Lieblingsstift lässt sich recht leicht beantworten, und vielleicht ahnt es der eine oder andere von euch, der die Website hier aufmerksam betrachtet hat auch schon, wie die Antwort lautet: Natürlich ist mein Lieblingsstift der Füller, den ihr auch hier auf der Website in verschiedenen Ausführungen zu sehen bekommt. Das ist nämlich wirklich mein Stift.

Ein Stift – mal nicht zum Schreiben

Gekauft habe ich den Füller tatsächlich vor einigen Jahren speziell für diese Fotos. Sie waren der Eyecatcher auf meinem zweiten Flyer und der alten Website. Aber wenn man schon mal einen Füller kauft, dann nutzt man ihn natürlich auch. Und ziemlich schnell wurde er zu meinem Lieblingsstift. Ich unterschreibe damit fast alle Dokumente, schreibe Gruß-, Dankes-, Geburtstags- und andere Karten damit. Wenn ich mit Stichworte zu einem Artikel notiere, benutze ich diesen Füller. Auch mein Testament habe ich mit genau diesem Stift geschrieben. Und mein To do-Kalenderbuch wird hauptsächlich damit befüllt.

Fueller-header

Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich eben auch auf Handgeschriebenes stehe – so gerne und viel ich am PC tippe. Aber ein Brief, eine Karte, die von Hand mit einem schönen Stift geschrieben ist, das ist einfach nochmal was anderes. Nennt mich altmodisch! In diesem Fall bin ich es gerne – manche Traditionen müssen einfach bewahrt werden.

Schön schreiben mit dem Federführend-Füller

Dazu kommt natürlich auch, dass der Füller gut in der Hand liegt und schön schreibt. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich kann nicht mit jedem Stift gleich schön schreiben. (Wobei „schön“ immer auch im Auge des Betrachters liegt…) Mit manchen gelingt mir nur halb-leserliches Gekritzel. Mit meinem Füller muss ich mir für richtige Schönschrift zwar auch immer noch Mühe geben, aber es klappt eben.

Es kommt auch schon mal vor, dass ich meinen Federführend-Füller aus dem Büro mit in die Wohnung nehme und dann dort liegenlasse. Zurück am Schreibtisch überkommt mich dann ein komisches Gefühl. Also renne ich die paar Stufen nach oben und hole ganz schnell meinen Lieblingsstift – auch wenn ich ihn in dem Moment gar nicht brauche und auch wenn hier auf dem Schreibtisch noch bestimmt zehn andere Stifte vorhanden sind (und damit meine ich nur die, von denen ich sicher weiß, dass sie auch noch schreiben). Aber ich fühle mich einfach völlig nackt, wenn mein Füller nicht neben mir liegt.

Begleiter ein Leben lang

Apropos noch schreiben: Auch das finde ich so toll an einem Füller: Wenn die Patrone leer ist, dann legt man einfach eine neue ein und kann genauso weiterschreiben wie bisher auch. Klar, ich kann auch bei einem Kuli die Mine wechseln, aber oftmals ist es dann nicht mehr das gleiche Schreibgefühl wie vorher. Und ein Bleistift ist halt irgendwann mal weg. Beim Füller ist das was anderes. Mit diesem Schreibgerät kann man eine Bindung fürs Leben eingehen. So lange die Feder intakt ist, schreibt der Füller. Und dass sie intakt bleibt, das haben wir im wahrsten Sinne des Wortes selbst in der Hand.

Lieblingsstifte

Lieblingsstifte

So ganz nebenbei bemerkt: Ich schreibe auch sehr gerne mit Kuli und mit Bleistift. Überhaupt keine Frage. Und ich habe auch da meine Lieblinge. Mein Lieblings-Bleistift zum Beispiel ist einer mit dem Plan der Londoner U-Bahn drauf. Und mein Lieblings-Kuli ist ein Werbegeschenk, auf dem Federführend und mein Name steht – von einer Werbemittelfirma, die mir ihre Stifte, bedruckt mit meinem Firmennamen, als Werbegeschenk für meine Kunden schmackhaft machen wollte. Und sollte ich irgendwann einmal so etwas planen, dann werde ich mich sicher für diese Kulis entscheiden, weil sie tatsächlich gut sind. Aber eben nicht so toll wie mein Füller, mit dem mich auch so etwas wie eine gemeinsame Geschichte verbindet.

Und das Foto vom Füller hat es ja auch von der alten auf die neue Website geschafft. Ich finde einfach, es ist so ein wunderbarer Brückenschlag zwischen Federführend und dem, was ich hauptsächlich tue, nämlich schreiben. Auch wenn ich meine Texte natürlich in elektronischer Form bei meinen Kunden abliefere, den meisten liegen zumindest ein paar mit meinem Füller handgeschriebene Notizen zugrunde.

Er kommt mit etwas Verspätung, aber er kommt – mein Lese-Tipp aus dem Juni. Eigentlich hätte dieser Artikel schon letzten Donnerstag online gehen sollen, aber die letzten Tage und Wochen waren einfach komplett irre. (Mehr dazu aber hoffentlich auch bald hier im Blog, das Ergebnis der Arbeit möchte ich euch nicht vorenthalten.) Weiterlesen

Gut lesbare Texte

Ich erinnere mich an einen Nebensitzer im English-LK: Er hat bei Hausaufgaben und Klausuren immer ellenlange Texte verfasst. Meine waren tendenziell eher kurz. Und letztlich war unsere Aussage meist die selbe. Was der Unterschied war? Während er sich in endlosen Ausführungen, geschmückt mit zahlreichen Füllwörtern und Schachtelsätzen, ausgetobt hat, habe ich in kurzen, knappen Worten alles auf den Punkt gebracht.

Beide waren wir meist gleich gut und jede Art von Text hat ihre Daseinsberechtigung. Ich schreibe auch mal gerne ausführlich, und manchmal verliere ich mich auch in nicht enden wollenden Schachtelsätzen. Aber so schön das gelegentlich sein mag, man vergisst dabei eins: Den Leser. Denn der muss es verstehen. Und zwar nicht erst bei dritten oder vierten Durchlesen.

Gut lesbare Texte sind kurz

So clever es scheinen mag, wenn man Sätze mit 30 und mehr Wörtern schreibt: Das versteht kein Mensch mehr! Zumindest nicht, wenn er es eilig hat. Gerade im Business-Umfeld und ganz besonders im Internet müssen Texte daher in kurzen, klaren Worten das Wesentliche beschreiben. Denn die Menschen haben keine Zeit, ganze Romane zu lesen. Das tun sie vielleicht in ihrer Freizeit – und selbst da wollen sich viele nicht mit Endlos-Sätzen beschäftigen. Im Berufsalltag will man beim ersten Lesen verstehen, um was es im jeweiligen Text geht. Im Optimalfall ist der Text auch noch durch Überschriften gegliedert, sodass man schon beim Überfliegen einen Eindruck davon bekommt, was der Text vermittelt. So kann man auch gezielt nur einzelne Abschnitte lesen. Das mag für den Schreibenden frustrierend sein, schließlich möchte man ja ganz gelesen werden. Es ist aber die harte Realität.

Wer liest meinen Text?

Wenn man einen Text verfasst, dann muss man immer im Auge haben, für wen man da schreibt: Texte für Fachleute dürfen auch entsprechende Fachbegriffe beinhalten. Schreibt man hingegen für die Allgemeinheit, so sollte man sich gut überlegen, ob sich ein Fachbegriff nicht „ins Deutsche“ übersetzen lässt. Und gerade bei komplexen Themen ist es oft wichtig, sie in einfachen Worten zu beschreiben.

Beispiel: Ein Arzt schreibt für Nicht-Mediziner

Mal angenommen, ihr habe eine Arztpraxis oder Apotheke und schreibt für euren Blog einen Artikel zu einem medizinischen Thema. Eure Leser werden in den seltensten Fällen auch Ärzte oder Apotheker sein, sondern Menschen, die sich im Internet über eine Krankheit, ein Symptom oder ein Medikament informieren. Und sie brauchen einfache Worte, die man auch als Laie, als Nicht-Mediziner, versteht. Kurze Sätze, die man beim ersten Lesen versteht. Dann sind die Leser zufrieden – und kommen wieder.

Den Leser mit gut lesbaren Texten abholen

Beim Schreiben ist es also immer wichtig, den Leser nicht zu vergessen, sondern genau dort abzuholen, wo er sich befindet. Schreibt man als Experte in einem Fachgebiet einen Text, der sich an Laien richtet, so muss man weiter zurückgehen. Schreibt man einen Text für andere Experten, dann ist der Weg zu ihnen kürzer. Aber auch sie freuen sich über klar formulierte Texte.

Übrigens: Wer keine Ahnung von einem Thema hat, der versteckt das oft hinter besonders komplexen Sätzen. Wenn ich so etwas lese, dann werde ich immer erst mal misstrauisch. Wem es gelingt, ein schwieriges Thema in einen einfachen Text zu packen, bei dem weiß ich: Der hat’s verstanden. Daher: Be clear, not clever!