Kommaregeln

Das Komma ist vermutlich das meistgehasste Satzzeichen. Klar, wir alle haben mal die Kommaregeln gelernt, aber dazwischen liegen in vielen Fällen nicht nur einige Jahre, sondern oft auch mehrere Rechtschreib-Reformen. Was die Kommasetzung anbelangt ist Deutsch auch wirklich eine schwierige Sprache. Um es dir ein bisschen leichter zu machen, habe ich die wichtigsten Grundregeln mal für dich zusammengefasst, um sie wieder ins Gedächtnis zu rufen. 

Denn auch wenn es in manchen Fällen wirklich schwierig ist, in vielen Fällen ist die Kommasetzung ganz einfach. Wie so oft muss man nur ein kleines bisschen Hintergrundwissen haben oder es einfach mal auffrischen.

1.) Aufzählungen

Die vermutlich einfachste Kommaregel besagt, dass bei Aufzählungen ein Komma zwischen den einzelnen Wörtern kommt. Also zum Beispiel: „Ich esse gerne Spaghetti, Pizza, Gemüse und Eiscreme.“ Hier findest du auch gleich die Ausnahme, denn wenn ein „und“ oder ein „oder“ zwei Wörter in einer Aufzählung verbindet, dann kommt kein Komma, Punkt. Mehr gibt’s dazu auch gar nicht zu sagen. War doch gar nicht so schwer, oder?

2.) Nebensätze

Auch eine relativ einfache Regel, an die sich die meisten sicherlich auch noch erinnern: Zwischen Hauptsatz und Nebensatz kommt ein Komma. „Die Tipps von Elke lassen sich leicht umsetzen, weil sie verständlich geschrieben sind.“ (Ein bisschen Eigenlob darf auch mal sein 😉 ) Hier ist „Die Tipps von Elke lassen sich leicht umsetzen“ der Hauptsatz. Er könnte auch allein stehen. „Weil sie verständlich geschrieben sind“ ist der Nebensatz – er geht auf den Hauptsatz ein und könnte so nicht alleine stehen. Dazwischen steht das Komma.

Manchmal ist ein Nebensatz auch in den Hauptsatz eingeschoben: „Die Musik, die ich nicht besonders mochte, war mir zu laut.“ In diesem Fall steht der Nebensatz „die ich nicht besonders mochte“ zwischen zwei Kommas. (Genau genommen müsste es Kommata heißen…)

3.) Infinitivgruppen mit „um zu“ oder „zu“

Eine der häufigsten Fehlerquellen sind Infinitivgruppen mit „um zu“. Klingt mal wieder kompliziert? Ein Beispiel macht es anschaulicher: „Ich mache eine Weiterbildung, um auf dem Laufenden zu bleiben.“ Hier haben wir den Infinitiv (also die Grundform des Verbs), in diesem Fall „bleiben“. Das „um“ braucht es nicht unbedingt, zum Beispiel: „Ich beschloss, Urlaub zu machen.“ Auch hier steht der Infinitv, also „machen“, und das „zu“.

Und wenn wir einen Infinitiv mit „zu“ oder „um zu“ haben, dann brauchen wir auch ein Komma. Wo kommt dieses Komma aber hin? Bei Sätzen mit „um zu“ ist es recht einfach, denn das Komma steht vor dem „um“. Bei Sätzen mit „zu“ steht das Komma vor der Infinitivgruppe. Noch ein Beispiel hierzu: „Tim hat keine Lust, in die Schule zu gehen.“

Regeln und Ausnahmen

Theoretisch ist die Sache mit der Kommasetzung bei Infinitivgruppen tatsächlich mal ziemlich kompliziert. Sie lässt sich aber vereinfachen. Denn als Grundregel kann man sich merken, dass Infinitivgruppen durch ein Komma vom restlichen Satz getrennt werden. Zwei Ausnahmen gibt es:

1.) Wird der Infinitiv mit einem übergeordneten Hilfsverb (sein, haben, werden) zu einem mehrteiligen Prädikat (also vereinfacht gesagt Hilfsverb und Verb), dann wird kein Komma gesetzt.
Beispiel: „Big Ben ist aus London nicht wegzudenken.“ oder „Er ist nicht kleinzukriegen.“

2.) Hängt die Infinitivgruppe von den Wörtern „brauchen“, „scheinen“ und „pflegen“ ab, wird ebenfalls kein Komma gesetzt.
Beispiel: „Er pflegt nach Feierabend in die Kneipe zu gehen.“ oder „Sie scheint sich nicht dafür zu interessieren.“

Zugegeben, das ist ein wenig vereinfacht, reicht aber für die allermeisten Fälle absolut aus. Falls du doch noch mehr zum Infinitv mit „zu“ und zur Kommasetzung in diesem Fall wissen möchtest, schau mal bei Studis online vorbei, da gibt’s auch eine ausführliche Erklärung.

Das soll’s fürs Erste gewesen sein. Übernächste Woche geht es mit Teil 2 des Artikels weiter, da geht’s dann um Konjunktionen, Einschübe und Erläuterungen und Anreden und Ausrufe.

2 Kommentare

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  1. […] der Kommasetzung stehen viele auf Kriegsfuß. Zwar wurde sie mit der neuen Rechtschreibung teilweise vereinfacht, […]

  2. […] Und vielleicht mach ich das auch irgendwann mal. Für den Moment soll es aber nur die Fortsetzung des Artikels vom 6. Juni 2016 sein. Dann habt ihr die in meinen Augen wichtigsten Kommaregeln mal wieder aufgefrischt und seid […]

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