Obwohl beides häufig gebrauchte Wörter sind, werden sie ganz furchtbar oft falsch geschrieben bzw. verwechselt: „seit“ und „seid“. Ja, es ist ja auch wirklich knifflig, wenn zwei Wörter fast gleich geschrieben werden. Vor allem, weil man beim Sprechen (im Alltag, wenn ein Dialekt dazukommt, ein wenig undeutlich gesprochen oder gar genuschelt wird) den Unterschied nicht unbedingt hört. (Und nein, „falsche Freunde“ im eigentlichen Sinne sind seid und seit natürlich nicht!) 

Deshalb tauche ich heute mal wieder in die Tiefen der deutschen Sprache und der Rechtschreibung ein und erkläre euch den Unterschied zwischen „seit“ und „seid“. Denn der ist eigentlich ganz einfach, und wenn man’s einmal begriffen hat, macht man es nie wieder falsch.

Wie kann man sich den Unterschied merken?

Weil man sich Vieles mit Hilfe von Eselsbrücken leichter merken kann, hab ich ganz gezielt nach einer für dieses Beispiel gesucht. Und ich bin fündig geworden:

SeiT, geht es um die ZeiT – SeiD, wenn sie es sinD!

Ganz einfach, oder? Etwas näher erläutern möchte ich es aber trotzdem noch. Denn ich weiß, du bist neugierig und einfach nur zu wissen, dass es so ist, reicht nicht aus. Du willst auch wissen, WARUM es so ist, richtig?

Seit beschreibt einen Zeitpunkt

Bei dem kleinen Wörtchen „seit“ handelt es sich um eine Konjunktion oder eine Präposition. Als Konjunktion gibt seit den Zeitpunkt an, zu dem etwas eingetreten ist – zum Beispiel ein Zustand, ein Vorgang. Verständlicher wird es mit einem Beispiel: „Seit dem letzten Klassentreffen haben wir uns nicht mehr gesehen.“

Die Präposition seit gibt den Zeitpunkt oder die Zeitspanne an, an dem/der etwas begonnen hat, das bis jetzt anhält. Auch hier macht ein Beispiel die Sache anschaulicher: „Seit drei Jahren wohne ich jetzt schon in Berlin.“ Für die korrekte Rechtschreibung ist es nicht wichtig, zwischen der Präposition und der Konjunktion zu unterscheiden. Wichtig ist nur, dass man weiß, dass sich „seit“ mit „t“ immer auf die Zeit, auf etwas, das mit Zeit zu tun hat, bezieht.

Seid nett zueinander!

Das Wörtchen „seid“ hingegen hat eine völlig andere Bedeutung. Es ist die 2. Person Plural (ihr seid) des Verbs „sein“. Beispiel: „Ihr seid so nett zu mir.“ oder auch „Ihr seid herzlich eingeladen.“ Bei „seid“ steht immer auch das Wort „ihr“. Es gibt hier auch nur ganz wenige Ausnahmen, nämlich wenn es sich um einen Imperativ (also einen Befehl) handelt. Also „Seid wachsam!“ oder „Seid vorsichtig!“ oder auch bei meinem Artikel „Seid nett zu einander und setzt Links“ – hier fehlt das „ihr“. Das kommt so zum Glück nur selten vor. Du kannst dir für diese Fälle aber merken, dass es bei „seid“ immer darum geht, dass mehrere Personen etwas tun (sollen).

Rechtschreibung kurz und knapp

Um es nochmal ganz kurz zusammenzufassen: Wenn es sich auf die Zeit bezieht, dann brauchst du ein „t“. In allen anderen Fällen brauchst du das „d“. So ist es doch ganz einfach, oder? Und jetzt bist du dran: Kennst du jemanden, der mit „seit“ und „seid“ auch Schwierigkeiten hat? Dann teile doch einfach diesen Artikel – es ist zum Wohle aller, und der Rechtschreib-Gott wird sich freuen und schenkt dir Karmapunkte.

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