Wenn ich mich so durchs Netz klicke, dann sträuben sich mir oftmals die Haare. Was man auf manchen Websites und Blogs so an Texten vorgesetzt bekommt, das gehört teilweise echt unter Strafe gestellt.

Grammatik und Rechtschreibung sind kein Verbrechen

Den Schreibern mangelt es häufig nicht nur an Grammatik- und Rechtschreib-Kenntnissen, das ist noch das kleinste Vergehen. Die Artikel sind oft schlampig recherchiert, ganz offensichtlich nur für Suchmaschinen geschrieben, lassen jegliche Struktur vermissen. Und nicht selten frage ich mich am Ende eines Artikels – wenn ich es überhaupt so weit geschafft habe – was mir der Autor damit eigentlich sagen wollte.

Wer schreiben will muss lesen

Daher möchte ich heute mal eine These in den Ring werfen, von der ich überzeugt bin, dass sie zu besseren Texten führt: Du willst schreiben? Dann lies! Und damit meine ich nicht nur die eigenen Texte, bevor sie veröffentlicht werden – das bitte sowieso immer. Nein, wer gut schreiben will, der muss lesen. Und zwar nicht irgendetwas, sondern etwas Gutes. Woher soll man denn sonst wissen, was eine gute Schreibe, ein guter Text ist?

Gute Texte führen zu besseren Texten

Mach ich auch so, und ich merke auch an meinen eigenen Texten, wenn ich längere Zeit mal nicht oder nur ganz wenig gelesen habe. Und ich meine damit nicht nur Fachartikel oder – bücher, sondern ich spreche auch und vor allem von Romanen. Von guten Romanen. Wer also über Weihnachten endlich mal „Shades of Grey“ lesen will, dem lege ich ans Herz: Such dir einen sinnvolleren Zeitvertreib. Oder zumindest ein besseres Buch. (Pssst, Lese-Tipps gibt’s ganz bald in meinem Newsletter, der in Kürze an den Start gehen wird.) Ich habe nach gut der Hälfte aufgegeben, weil mich der Schreibstil bzw. die ständigen Wiederholungen genervt haben. Guter Stil ist was Anderes.

Mehr Qualität als Quantität

Wer im Internet mit einer Website oder einem Blog erfolgreich sein, sich einen Namen machen will, der muss vor allem eines: Guten Content liefern. Denn eine Website, die super aussieht, ist zwar eine tolle Sache. Wenn aber die Inhalte nicht stimmen, dann bringt das langfristig herzlich wenig. Die Leser merken sich das und kommen dann nicht wieder. Während aus SEO-Sicht häufig mehr Wert auf Quantität als auf Qualität gelegt wird, sagt die Texterin in mir: Lieber weniger und bessere Texte als mit aller Gewalt jede Woche fünf Artikel, die kein Mensch lesen kann oder will.

Denn letztlich geht es bei allem nur um eines: Um den Mehrwert für den Leser. Je nach Medium kann das bedeuten, dass der Leser gut unterhalten wird oder dass er wichtige Informationen erhält, dass er etwas lernt oder dass er ein Problem lösen kann. All das ist aber nur dann der Fall, wenn die Texte auch gut geschrieben und leserfreundlich sind. Denn der beste Inhalt ist nutzlos, wenn man sich quälen muss, ihn zu lesen.

Mein Lieblingstipp für bessere Texte

Ihr findet mit einer kurzen Recherche im Netz zahllose Artikel mit Tipps zum Schreiben. Mein persönlicher Lieblingstipps an euch ist aber der: Lest! Viel! Gutes! Denn das ist nicht nur eine angenehme Art und Weise, an sich selbst und seiner Schreibe zu arbeiten, es hilft tatsächlich auch ungemein. Man ist inspiriert, man erweitert nicht nur den Horizont, sondern unter Umständen auch noch den (aktiven) Wortschatz. So kann man also das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Und so ganz nebenbei bildet Lesen ja auch, unabhängig vom Schreiben.

Was ihr lest, ist für mich in diesem Fall zweitrangig, so lange es gut ist. Das kann eine qualitativ gute Zeitung sein (also bitte nicht die mit den vier großen Buchstaben, die ist stilistisch ungefähr auf dem Niveau von Shades of Grey), ein schönes Magazin, ein guter Blog oder natürlich ein guter Roman. Jetzt wollt ihr sicherlich eine Lese-Empfehlung von mir. Die bekommt ihr – bald, ganz bald. Denn ich habe für meinen Newsletter eine Rubrik geplant, in der ich euch regelmäßig guten Lesestoff empfehle. Heute fange ich mal mit einem Blog-Beitrag von Andreas Quinkert bei Zielbar an. Der ist nämlich nicht nur mit mir einer Meinung was das Lesen und den Zusammenhang zwischen Lesen und Schreiben angeht, ich mag auch seinen Schreibstil sehr gerne und finde ihn sehr inspirierend. Schaut mal rein, was er zum Thema „Warum Texter und Autoren viel lesen sollten“ zu sagen hat.

Im Sommer 2015 saß ich bei einem Business-Treffen mit den tollen Mädels von Frau im Business. Und dabei fiel der Satz „Ich bin relativ gut in WordPress.“ Nein, dachte ich mir, du bist nicht relativ gut. Du bist gut. Punkt. Ausrufezeichen! Denn ich durfte schon am eigenen Leib (bzw. der eigenen Website) erfahren, dass Maria Fritsch von C-Brain sich sehr gut mit WordPress auskennt, sie hat mir ganz schnell und unkonventionell bei einem Problem geholfen.

Und genau das habe ich dann auch so in die Runde geworfen. Es war der Ansporn für mich, auch meine eigene Wortwahl mal unter die Lupe zu nehmen. Und zwar sowohl das geschriebene als auch das gesprochene Wort, im beruflichen und im privaten Umfeld. Also kein „vielleicht“ und „relativ“ und „ein bisschen“, kein „sollte“, „müsste“ und „könnte“, sondern „ich bin gut darin“, „wir müssen das und das machen“ und „ich tue“.

Klar kommunizieren – ein Selbstversuch

Rund drei Monate ist das nun her, heute möchte ich über diesen Selbstversuch berichten. Was hat’s mir gebracht? Welche Erkenntnisse habe ich erlangt? Hat sich etwas verbessert? Hier mal ein paar Beispiele, bei denen ich mich selbst korrigiert habe:

# Blog-Artikel: „Diese kleine Artikel-Serie“ – korrgiert zu „diese Artikel-Serie“. Ja, es sind nur drei Artikel. Und ja, das ist jetzt nicht riesig viel. Aber eine Artikel-Serie ist es trotzdem. Und wieso sollte ich mich bzw. meine Blog-Beiträge mit dem Wörtchen „klein“ kleiner machen als nötig? (Wer mich kennt weiß, dass ich ohnehin ein laufender Meter bin – aber ich stehe dazu. Nur unnötig kleiner machen, das muss dann doch nicht sein.)

# E-Mail an einen potentiellen Kunden: „Ich könnte mir das gut vorstellen“ – geändert in „Ich kann mir das gut vorstellen.“ Ist auch so, ich könnte nicht nur, sondern kann tatsächlich. Also sollte man es doch auch so schreiben.

# Zu meinem Mann: „Man sollte mal die Holzkiste füllen, wenn’s jetzt so kalt ist.“ Nee, sollte man nicht. Also weder „sollte“ noch „man“, sondern „muss“ und „du“. Nun kommt es nicht sonderlich gut an wenn man sagt „Du musst die Holzkiste füllen.“ In dem Fall habe ich das schon etwas diplomatischer ausgedrückt mit „Füllst du dann bitte noch die Holzkiste auf bevor wir essen?“ Und es hat funktioniert.

# Himmelherrgottnochmal! Heute (10.11.) gibt’s mal eine dicke Rüge für mich selbst. Ich poste einen Wissensbaum in einer Facebook-Gruppe mit den Worten „Hier mein Bäumchen“ – nein, verdammt, nein! Es ist ein Baum, ein Baum, ein BAUM. Denn auch wenn andere größer und umfangreicher und vielfältiger sein mögen, auch in meinem Baum steht jede Menge drin und wenn ich so drüber nachdenke, dann hab ich doch schon einiges gemacht.

# Bei einem geschäftlichen Kaffeeklatsch zum Kennenlernen auf die Frage „Und was genau machen Sie eigentlich?“ geantwortet mit „Ich bin die Frau für alle Fälle, wenn’s um Texte geht.“ Danach habe ich noch etwas genauer ausgeführt, was ich damit meine und was ich konkret mache. Ich bin mir aber sicher, dass allein durch meine kurze Beschreibung meine Tätigkeit und ich selbst als Person gut bei der Kollegin (im Sinne von: auch selbstständig) im Kopf verankert sind.

Mein Selbstversuch läuft ja nun schon eine Weile, und ich stelle immer wieder fest, dass er tatsächlich Früchte zeigt. Viel seltener nutze ich einschränkende Worte wie „ein bisschen“, „vielleicht“ oder „sollte“. Klar, es gibt immer wieder Rückschläge, und natürlich auch Situationen, in denen diese Wörter angebracht sind. Aber heute bin ich dafür viel stärker sensibilisiert und korrigiere mich immer wieder, wenn nötig. Und ich stelle fest: Eine klare Aussage, ohne einschränkendes Beiwerk, ohne wenn und aber, ohne vielleicht zu treffen fühlt sich auch verdammt gut an!

Männer machen das nicht

In meinen Augen ist es ein typisch weibliches Problem, dass man Dinge kleiner macht, dass man den Konjunktiv benutzt oder Aussagen abschwächt. Und weil es so gut dazu passt, möchte ich jetzt noch ein bisschen weiter ausholen.

Durch Elisa Zunder bin ich auf einen Artikel bei Edition F aufmerksam geworden, der in eine ähnliche Richtung geht. In diesem Fall geht es um die Wortwahl bei Berufsbezeichnungen, und dass sie bei Frauen oft abwertend ist. Auch hier finde ich mich wieder. Als ich in die Selbstständigkeit gestartet bin, habe ich mich oft als „PR-Tussi“ bezeichnet. Bereits damals war meine beste Freundin darüber überaus schockiert, ich fand es irgendwie witzig. Heute denke ich darüber anders.

Abwertende Berufsbezeichnung – und auch noch selbst gewählt

Aus der PR-Tussi wurde im Laufe der Zeit das Mädchen für alles und inzwischen die Frau für alle Fälle, wenn’s um Texte geht. Das ist zwar immer noch breit gefasst, aber schon sehr viel klarer und vor allem weder abwertend noch klein machend. Es drückt genau das aus, was ich mache, in all seinen Facetten. (Okay, ein bisschen erklären muss man wohl schon noch, aber wenn ich’s kurz und knapp in einem Satz auf den Punkt bringen muss, dann passt es.)

Wer wollen wir sein?

Im letzten Abschnitt schreibt die Verfasserin des Artikels bei Edition F, Nora-Vanessa Wohlert, einen klugen Satz: „Wir sollten nachdenken darüber, wer wir sein wollen.“ Sie meint, dass wir uns nicht über das Geschlecht definieren sollen, sondern darüber, was – oder besser gesagt: wer wir sein wollen. Zu diesem Schritt gehört auch eine Portion Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Und wiederum ein Teil dessen ist auch unsere Wortwahl, die Art und Weise, wie wir kommunizieren. (Dazu gibt es sehr spannende soziolinguistische Studien, wer sich dafür interessiert sollte einfach mal nach „Soziolinguistik Männer Frauen“ googeln – wenn ich meine Hausarbeit zu diesem Thema noch irgendwo finde, dann stelle ich sie euch noch zum Download zur Verfügung, unglaublich spannendes Thema!)

Geschlechtertypische Stärken nutzen und Schwächen kennen

Ich muss dazu sagen, dass ich der Aussage „Wir sollten uns nicht über unser Geschlecht definieren“ nur teilweise zustimme. Ich halte nichts vom Gender-Einheitsbrei. Wenn wir es uns zunutze machen können, dann sollten wir uns auch über unsere Weiblichkeit definieren und unsere Stärken ausspielen (und uns über unsere Schwächen bewusst sein) – aber das ist meine persönliche Meinung, und die hier näher auszuführen, das würde eindeutig den Rahmen sprengen und wäre auch nicht angebracht.

Allerdings bin ich sehr wohl der Ansicht, dass man sich bewusst sein sollte, was zum Beispiel typisch weibliche Eigenschaften sind, und diese dann zum eigenen Vorteil nutzen. Und mir ist auch klar, dass wir Frauen, wenn wir uns in einem männerdominierten Umfeld bewegen, uns ein gutes Stück weit anpassen müssen, sonst gehen wir in der Macho-Welt der Männer unter. (Und das, liebe Männer, ist jetzt wirklich nicht böse gemeint!)

Welchen Dienstleister hätten Sie denn gerne?

Stellt euch vor, ihr nehmt eine Beratung von einem potentiellen Dienstleister in Anspruch. Der erste sagt euch „Da sollte man vielleicht mal nach X und Y schauen, ob man da was machen kann.“ Der zweite Dienstleister meint „X und Y müssen auf jeden Fall überarbeitet werden.“ Für welchen entscheidet ihr euch? Ich persönlich würde aus Antwort 1 herauslesen „Ich bin unsicher, ich weiß nicht, ob das nötig ist und ob ich das kann.“ Antwort 2 hingegen sagt mir „Da hat sich jemand was angeschaut und bringt die Schwachstellen auf den Punkt, die können wir jetzt gemeinsam ausmerzen.“

Macht den Selbstversuch!

In diese Kerbe schlagen auch Stella Damm und Petra Czanik von Solebenwieichwill mit ihrem Artikel „Bremsen Sie sich aus? Wie achtlos Dahingesagtes und negativ beeinflussen kann“. Ihr seht, das Thema beschäftigt viele von uns, manche sicherlich auch unbewusst. Mein Tipp an euch: Startet doch auch mal einen Selbstversuch. Nehmt eure Wortwahl einfach mal etwas genauer unter die Lupe. Achtet nicht nur darauf, was ihr sagt, sondern auch wie ihr es sagt (oder schreibt). Und hinterlasst mir doch einen Kommentar, wie es euch damit ergangen ist – ich bin gespannt!

federführend liest

Heute habe ich für euch eine Artikel-Empfehlung für euch, die sich prima mit meinem Artikel zum Thema Weihnachtspost ergänzt. Genau deswegen wollte ich ihn euch natürlich nicht vorenthalten. Meine Texter-Kollegin Jutta Rodriguez von Text-Treffer hat in ihrem Artikel „Text-Ideen für die Weihnachtspost“ wunderbare Anregungen und Inspirationen für eure Weihnachtspost.

Jetzt’s wird aber wirklich Zeit für die Weihnachtspost

Solltet ihr den Punkt „Weihnachtspost“ also so wie ich immer noch auf eurer To Do-Liste haben, dann lege ich euch heute den Artikel von Jutta ans Herz. Mit diesem Artikel und mit meinem Blog-Beitrag von neulich seid ihr für die weihnachtlichen Grüße an Kunden und Geschäftspartner bestens gerüstet. Und das eine oder andere kann man natürlich auch für die private Weihnachtspost umsetzen.

Inspiration fürs weihnachtliche Gedankenfeuerwerk

Was ich euch damit übrigens nicht sagen will ist, dass ihr die Text-Ideen von Jutta einfach abschreibt – aber so langweilig und einfallslos seid ihr ja ohnehin nicht! Nein, ihr sollt euch davon nur für eure eigenen Weihnachtstexte inspirieren lassen, die Texte von Jutta sollen euer Gedankenfeuer entfachen und eure eigenen Ideen nur so sprudeln lassen. Noch ein bisschen nette Hintergrundmusik dazu (bei mir läuft grade diese YouTube-Playlist rauf und runter, weil ich mich damit auch gleich auf die Konzerte Anfang Dezember einstimme), eine Tasse heißen Tee oder Kaffee und wenn ihr mögt ein paar Plätzchen – und dann ran an Füller oder Tasten!

Damit entlasse ich euch jetzt in die Adventszeit und hoffe, ihr findet trotz aller Hektik, die sich am Jahresende ja gern breit macht, auch noch ein bisschen Zeit für Ruhe und Stimmung und Plätzchen. Gerne dürft ihr eure weihnachtlichen Ergüsse auch hier in den Kommentaren mit uns teilen. Oder verratet mir doch, was die schönste Weihnachtskarte oder E-Mail war, die ihr bisher bekommen habt.

Im Artikel letzte Woche ging es darum, warum Offline-Texte im Internet nicht funktionieren. Und darin ging es unter anderem auch um Zwischenüberschriften. Sie sind einer der wichtigsten Punkte, die es beim Bloggen zu beachten gilt. Warum Zwischenüberschriften so wichtig sind und deine Blog-Artikel gleich um so viel besser machen, das verrate ich euch heute.

Zwischenüberschriften – Das Schweizer Taschenmesser für Blogger

Zwischenüberschriften sind für Blogger so etwas wie ein Schweizer Taschenmesser, weil sie gleich mehrere Funktionen auf einmal erfüllen. Wie ich letzte Woche schon geschrieben habe, werden Texte im Internet meistens überflogen. Dazu gibt es sogar eine Studie von Jakob Nielsen, die ihr hier nachlesen könnt.

Zwischenüberschriften machen neugierig

Im Prinzip ist es mit der Zwischenüberschrift wie mit der großen Überschrift zum Artikel: Sie macht neugierig. Ich werde dazu auch demnächst noch einen Artikel machen, wie man denn gute Überschriften schreibt. Eine gute Überschrift – und natürlich auch eine gute Zwischenüberschrift – weckt im Leser den Wunsch, mehr wissen zu wollen, den Text lesen zu wollen.

Sie ist aber auch ein Versprechen an den Leser, das der Text dann halten muss. Denn nicht enttäuscht einen mehr, als ein nicht eingehaltenes Versprechen. Man muss also auch ein bisschen vorsichtig sein und sollte nicht zu reißerisch formulieren. Denn ein nicht gehaltenes Versprechen kann im Zweifelsfall dem eigenen Ruf schaden – noch nicht beim ersten Mal, aber wenn das häufiger vorkommt, dann erweckt das nicht grade den Eindruck von Seriosität.

Zwischenüberschriften führen den Leser durch den Text

Wie aber kommt man beim Überfliegen an die wirklich wichtigen Informationen? Genau – durch die Zwischenüberschriften. Denn sie führen den Leser auch beim Überfliegen durch den Text. Sie zeigen ihm, was er vom nächsten Absatz erwarten darf. Sie geben ein Versprechen ab, das dann natürlich auch gehalten werden muss.

Ich schreibe meine Zwischenüberschriften immer so: Ganz am Schluss, wenn der komplette Text steht, gehe ich jeden einzelnen Abschnitt durch und überlege mir: „Was ist die Quintessenz?“ Und das formuliere ich dann als Zwischenüberschrift aus. Es gibt dann nicht immer für jeden Absatz eine, das wäre oftmals doch zu viel des Guten. Meistens fasse ich zwei Abschnitte unter einer Überschrift zusammen. Aber das kann man ganz individuell handhaben.

Zwischenüberschriften schaffen Struktur

Durch das Zusammenfassen des Inhalts in der Überschrift, bringt man mit Hilfe der Zwischenüberschriften auch Struktur in den Text. Und zwar nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich. Für mich ist das auch immer nochmal eine Art Test, ob meine Texte inhaltlich stimmig und richtig aufgebaut sind. Da kann es auch mal vorkommen, dass ich Absätze nochmal vertausche oder noch einen Übergang dazu schreibe.

Optisch sieht man natürlich auf den ersten Blick gleich, dass der Artikel strukturiert ist, er wirkt aufgeräumter mit Zwischenüberschriften. Bei Artikeln, die ganz auf die Überschriften verzichten, fühlt man sich als Leser schnell erschlagen, weil es so viel Text scheint. Durch die Überschriften bekommt man kleinere Häppchen vorgesetzt. Und obwohl der Text ja deswegen nicht kürzer wird, kommt es einem überschaubarer vor.

Zwischenüberschriften erleichtern das Lesen

Somit sind Zwischenüberschriften eines der Elemente, die das Lesen erleichtern und die Lesbarkeit erhöhen. Für mich sind sie sogar DAS Element, welches das Lesen erleichtert. Andere Formatierungs-Elemente wie beispielsweise fette oder kursive Schrift ist zwar nice to have, aber Zwischenüberschriften sind ein Must Have!

Denn all die oben genannten Punkte sorgen dafür, dass die Leser auf eurem Blog bzw. beim Artikel bleiben, ihn bis zum Schluss lesen, ihn vielleicht sogar kommentieren und teilen. Und im Idealfall sorgen die Zwischenüberschriften sogar dafür, dass die Leser wiederkommen – weil sie wissen, dass sie hier gut aufbereitete Inhalte vorfinden. Und genau das ist es ja, was du beim Bloggen willst: Leser, die wiederkommen, die deine Inhalte teilen und somit auch dich bekannter machen.

Text ist Text, könnte man meinen. Oft sieht man leider immer noch, dass Texte aus einem Flyer auch für die Website verwendet werden oder umgekehrt. Nur leider funktioniert das so nicht. Oder seid ihr schon einmal mit einem Boot auf der Straße gefahren oder mit dem Auto im Wasser?

Online und offline: Anderes Leseverhalten

Aber warum ist das so? Warum kann man einen gedruckten Text nicht einfach eins zu eins für eine Website übernehmen? Die Antwort darauf ist ganz einfach: Am Bildschirm liest man anders als auf Papier. Auch wenn zum Beispiel E-Book-Reader immer mehr im Kommen sind, am Bildschirm strengt das Lesen einfach mehr an als ein gedruckter Text.

Überfliegen statt lesen

Hinzu kommt, dass Internet-Nutzer oft einfach wenig Zeit haben und nur überfliegen statt einen Text komplett zu lesen. Wenn ich von mir selbst ausgehe, ich habe immer zwischen 20 und 50 Tabs im Browser offen. Mindestens die Hälfte davon sind Artikel, die ich auf Facebook, Twitter oder Pinterest gefunden und geöffnet habe. Bis ich sie tatsächlich lese können manchmal auch mehrere Wochen vergehen, weil ich einfach nicht die Zeit oder die Ruhe habe.

Aber: Beim Öffnen des Artikels überfliege ich zumindest ganz kurz den Text, um zu wissen, was mich erwartet. Und wenn das nicht das ist, was ich mir erhoffe, dann kann ich den Browser-Tab gleich wieder wegklicken. An meinem eigenen Nutzerverhalten lassen sich also schon ein paar Besonderheiten aufzeigen, die ein Online-Text haben muss – und zwar völlig egal, ob es sich um einen Blog-Artikel, einen Website-Text oder eine Artikelbeschreibung handelt.

Eine klare Gliederung bringt Struktur

Los geht’s mit einer klaren Gliederung des Textes. Im Optimalfall zeigt sie dem Leser, was er vom jeweiligen Artikel erwarten darf. Die Gliederung wird unterstützt von Zwischen-Überschriften, hervorgehobenen Wörtern durch Kursiv-Schrift oder besser noch: fett geschrieben. Auch Listen und Aufzählungen sind toll, weil sie so schön aus dem Fließtext hervorstechen.

Lesbarkeit – so einfach wie möglich für den Leser

Neben der Gliederung ist die Lesbarkeit ein weiteres wichtiges Kriterium. Das heißt: kurze Sätze, möglichst wenig Schachtelsätze. Auch der sparsame Einsatz von Fremdwörtern und von extrem langen Wörtern dient der Lesbarkeit. Gelegentlich nutze ich bei zusammengesetzten Wörtern (Komposita) auch einen Bindestrich, obwohl das Wort streng nach Duden eigentlich zusammengeschrieben werden müsste. Aber manchmal liest es sich einfach leichter. (Eine Bitte habe ich da aber an euch: Wenn ihr das macht, bitte nutzt wirklich den Bindestrich! Ein Leerzeichen ist in so einem Fall völlig fehl am Platz.) Natürlich gehören zur Lesbarkeit auch die korrekte Rechtschreibung und Grammatik. Aber das wisst ihr ja!

Ausnahmen bestimmen die Regel – oder: Man darf auch mal mit Regeln brechen

Wer hier aufmerksam mitliest, dem ist mit Sicherheit aufgefallen, dass ich mich auch nicht immer an alle diese Dinge halte. Auf fett geschriebene Wörter verzichte ich beispielsweise ganz. In meinen Texten finden sich auch mal längere Sätze. Aber das ist in Ordnung so, denn ich schreibe ja hier nicht für die breite Masse. Mir ist Verständlichkeit wichtig. Aber man darf bei aller Mühe zur Kürze auch meinen Schreibstil erkennen dürfen. Und meine Leser, da bin ich mir sicher, die verstehen mich!