Wenn ich mich so durchs Netz klicke, dann sträuben sich mir oftmals die Haare. Was man auf manchen Websites und Blogs so an Texten vorgesetzt bekommt, das gehört teilweise echt unter Strafe gestellt. Ich frage mich dann, ob diese Menschen ihre Texte eigentlich selbst lesen und ob sie wirklich davon überzeugt sind, dass das gut ist, oder ob ihnen gar nicht auffällt, welche Chancen sie durch mittelmäßige oder gar schlechte Texte vergeben.

Grammatik und Rechtschreibung sind kein Verbrechen…

Den Schreibern mangelt es häufig nicht nur an Grammatik- und Rechtschreib-Kenntnissen, das ist noch das kleinste Vergehen und darüber kann ich in bestimmten Situationen auch durchaus hinwegsehen. Die deutsche Sprache ist sehr komplex, und alle Feinheiten und Nuancen kennen wahrscheinlich noch nicht mal wir Texterinnen. Ich finde es nicht schlimm, wenn mal ein Fehler in einem Text ist. Schlimm finde ich nur, wenn ein Text vor offensichtlichen Fehlern nur so strotzt. Das erweckt nämlich den Eindruck, dass ich als Leserin die Mühe nicht wert war, dass man den Text vor dem Veröffentlichen wenigstens einmal durchgelesen und korrigiert hat.

… mangelnde Recherche, fehlender Bezug und schlechter Schreibstil

Artikel sind oft schlampig recherchiert, ganz offensichtlich nur für Suchmaschinen geschrieben, lassen jegliche Struktur vermissen. Und nicht selten frage ich mich am Ende eines Artikels – wenn ich es überhaupt so weit geschafft habe – was mir der Autor damit eigentlich sagen wollte. Auch bei Website-Texten wie Über mich-Seiten, Startseiten oder Produktseiten bleiben am Ende oft viele Fragen offen. Da wird überhaupt kein Bezug hergestellt zu potentiellen Kunden, sondern nur wild dahergeschwafelt. Schade eigentlich, denn mit einer klaren Ansprache der Zielgruppe verliert man zwar Besucher, gewinnt aber Kunden. Und dann wäre da noch die Sache mit den steifen Texten. Viele sind scheinbar immer noch der Ansicht, dass Business-Texte steif sein müssen, weil das seriös ist. Will dann halt nur keiner lesen. Die Kunst guter Texte ist es, seriös zu klingen, ohne dabei einen Stock im Hintern zu haben.

Wer schreiben will muss lesen

Daher möchte ich heute mal eine These in den Ring werfen, von der ich überzeugt bin, dass sie zu besseren Texten führt: Du willst schreiben? Dann lies! Und damit meine ich nicht nur die eigenen Texte, bevor sie veröffentlicht werden – das bitte sowieso immer. Nein, wer gut schreiben will, der muss lesen. Und zwar nicht irgendetwas, sondern etwas Gutes. Woher soll man denn sonst wissen, was eine gute Schreibe, ein guter Text ist?

Gute Texte führen zu besseren Texten

Mach ich auch so, und ich merke auch an meinen eigenen Texten, wenn ich längere Zeit mal nicht oder nur ganz wenig gelesen habe. Und ich meine damit nicht nur Fachartikel oder – bücher, sondern ich spreche auch und vor allem von Romanen. Von guten Romanen. Wer also über Weihnachten endlich mal „Shades of Grey“ lesen will, dem lege ich ans Herz: Such dir einen sinnvolleren Zeitvertreib. Oder zumindest ein besseres Buch. (Pssst, Lese-Tipps gibt’s ab und zu auch in meinem Newsletter.) Ich habe nach gut der Hälfte aufgegeben, weil mich der Schreibstil bzw. die ständigen Wiederholungen genervt haben. Guter Stil ist was Anderes.

Mehr Qualität als Quantität

Wer eine Website oder einen Blog als Marketing-Instrument nutzt oder auf Social Media aktiv ist, der sollte vor allem eines: Guten Content liefern. Denn eine Website, die super aussieht, ist zwar eine tolle Sache. Wenn aber die Inhalte nicht stimmen, dann bringt das langfristig herzlich wenig. Die Leser merken sich das und kommen dann nicht wieder. Mir ist klar, dass gute Texte Zeit kosten (so wie alle Aufgaben im Business, angefangen bei der Akquise über die Buchhaltung bis hin zur organisatorischen und strategischen Planung).  Im Zweifelsfall solltest du dann lieber weniger und bessere Texte schreiben, als mit aller Gewalt jede Woche fünf Artikel, die kein Mensch lesen kann oder will.

Denn letztlich geht es bei allem nur um eines: Um den Mehrwert für den Leser. Je nach Medium kann das bedeuten, dass der Leser gut unterhalten wird oder dass er wichtige Informationen erhält, dass er etwas lernt oder dass er ein Problem lösen kann. All das ist aber nur dann der Fall, wenn die Texte auch gut geschrieben und leserfreundlich sind. Denn der beste Inhalt ist nutzlos, wenn man sich quälen muss, ihn zu lesen.

Mein Lieblingstipp für bessere Texte

Ihr findet mit einer kurzen Recherche im Netz zahllose Artikel mit Tipps zum Schreiben. Mein persönlicher Lieblingstipps an euch ist aber der: Lest! Viel! Gutes! Denn das ist nicht nur eine angenehme Art und Weise, an sich selbst und seiner Schreibe zu arbeiten, es hilft tatsächlich auch ungemein. Man ist inspiriert, man erweitert nicht nur den Horizont, sondern unter Umständen auch noch den (aktiven) Wortschatz. So kann man also das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Und so ganz nebenbei bildet Lesen ja auch, unabhängig vom Schreiben.

Was ihr lest, ist für mich in diesem Fall zweitrangig, so lange es gut ist. Das kann eine qualitativ gute Zeitung sein (also bitte nicht die mit den vier großen Buchstaben, die ist stilistisch ungefähr auf dem Niveau von Shades of Grey), ein schönes Magazin, ein guter Blog oder natürlich ein guter Roman. Jetzt wollt ihr sicherlich eine Lese-Empfehlung von mir. Die bekommt ihr – bald, ganz bald. Denn ich habe für meinen Newsletter eine Rubrik geplant, in der ich oder Kolleginnen und Kundinnen von mir euch regelmäßig guten Lesestoff empfehlen. Natürlich nicht nur, das ist ja klar. Du bekommst im Newsletter auch tolle Tipps und Tricks rund um bockstarke Texte und alles, was damit zu tun hat. Du musst dir übrigens keine Sorgen machen, ich spamme dich garantiert nicht zu mit Mails, das mag ich nämlich selbst nicht.

federführend