Und weiter geht’s mit dem Thema Konzeption. Letzte Woche habe ich dir die Gründe genannt, warum ein Konzept für einen Blog-Artikel – und jeden anderen Text – so wichtig ist. Heute gibt’s etwas Hilfestellung für das Erstellen eines Konzepts. Wenn du dir diese Fragen dabei stellst, bist du nämlich auf einen richtig guten Weg.

1.) Was interessiert meine Leser?

Dein Leser muss dir beim Bloggen immer auf der Schulter sitzen und zuschauen. Und zwar völlig egal, in welcher Phase du dich grade befindest – bei der Recherche, bei der Konzeption, beim Schreiben etc. Wenn du alle anderen Punkte hier vernachlässigen kannst, beim Leser solltest du das tunlichst bleiben lassen. Denn er ist dein wertvollstes Gut – er empfiehlt dich weiter, er kauft dein Produkt, er kommentiert und teilt. Also musst du ihn bei der Stange halten.

Mit der Frage „Was interessiert meine Leser?“ meine ich in diesem Fall übrigens nicht das Thema, denn das hast du ja schon vorher festgelegt und dir dabei (hoffentlich) auch Gedanken darüber gemacht, ob das Thema für deine Leser überhaupt relevant ist. Wenn es um das Konzept eines Blog-Artikels geht, dann meine ich mit dieser Frage, welche Aspekte an einem Thema deine Leser interessieren, was sie weiterbringt, wo sie Schwierigkeiten haben etc.

2.) Was brauchen meine Leser?

Auf den ersten Blick mag das deckungsgleich sein mit der ersten Frage. Ist es aber in der Realität oft nicht. Denn viele erkennen gar nicht, was ihr eigentliches Problem ist bzw. wo die Schwierigkeiten für sie tatsächlich liegen. Es ist also deine Aufgabe, das herauszukitzeln. Oftmals ist es schlicht so, dass die Leser denken, sie haben dieses und jenes Problem, doch dahinter steckt ein ganz anderes.

Ein Beispiel: Wenn zu mir jemand kommt und sagt „Ich hab so gar keine Ideen, über was ich bloggen könnte“, dann steckt dahinter oft ein völlig anderes Problem: Nicht Ideenlosigkeit, sondern dass derjenige noch keine richtige Positionierung hat, keinen Wunschkunden, sein Alleinstellungsmerkmal noch nicht richtig herausgearbeitet hat. Denn wenn all das schon passt, dann hat man auch Ideen, worüber man bloggen kann. Man kennt seinen Schwerpunkt, man weiß, was man vermitteln möchte, man hat eine Vorstellung davon, wie man dem Wunschkunden helfen kann. Deshalb ist das, was der Leser will, und das, was er tatsächlich braucht, nicht immer deckungsgleich.

3.) Was ist zu diesem Thema besonders wichtig? Und im Gegenzug: Was ist nicht so wichtig? Was kann ich eventuell weglassen?

Beim Bloggen sollte man die wichtigsten Punkte immer an den Anfang setzen. Denn auch wenn du es nicht gerne hörst, die meisten lesen deinen Artikel nicht komplett, sondern überfliegen erst nur. Wenn schon der Anfang nicht interessant klingt, dann ist die Chance groß, dass sofort weitergeklickt statt weitergelesen wird.

Deshalb solltest du den Punkt, den du am wichtigsten findest bzw. von dem du denkst, dass er für deine Leser am wichtigsten ist, möglichst gleich an den Anfang stellen – und zwar so toll verpackt, dass deine Leser auch weiterlesen wollen.

Wenn du merkst, dass dein Artikel sehr lang wird, kannst du weniger wichtige Punkte auch weglassen. Hier solltest du dir die Frage stellen: Was kann ich weglassen, weil es a) uninteressant ist oder b) zu weit gehen würde? Und wenn etwas den Rahmen sprengt, sollte ich dazu mal einen extra Artikel machen? Oder gibt mein Thema vielleicht sogar genug her, um eine Artikel-Serie daraus zu machen?

4.) Welche Argumente/Elemente bauen aufeinander auf, sind voneinander abhängig?

Diese Frage hilft dir, deinen Artikel zu strukturieren. Eine gute Struktur wiederum hilft dir beim Schreiben, weil du so zum Beispiel auch schöne Überleitungen von einem Punkt zum nächsten findest. Ich denke, zum Thema „Cliffhanger“, Überleitungen etc. sollte ich vielleicht auch mal einen extra Artikel schreiben, was meinst du?

5.) Was möchte ich mit diesem Artikel vermitteln? Welches Ziel hat der Artikel?

Für jeden Artikel solltest du dir ein Ziel setzen. Mein Ziel bei diesem Artikel ist es zum Beispiel, dir eine Grundlage für ein Konzept an die Hand zu geben, mit der du bei jedem neuen Blog-Artikel arbeiten kannst. Als ich mir mein Grundgerüst für den Beitrag erstellt habe, habe ich dank der Frage nach dem Ziel den Eindruck gewonnen, dass da noch etwas fehlt, dass es noch keine ganz runde Sache ist. Und so bin ich nochmal in mich gegangen und habe nachgedacht, umstrukturiert und am Ende dachte ich: Ja, jetzt passt das!

Ein Konzept hilft dir dabei, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Welches Ziel ein Beitrag hat, kann ganz unterschiedlich sein. Es kann so wie hier eine Hilfestellung sein, es kann sein, dass du ein ganz konkretes Problem lösen willst (z.B. „Beitragsbilder erstellen mit Canva“ oder „Zahnpasta selber machen“).

Auch wenn du mit einem Artikel zum Beispiel Einblicke in dein Business gibst, brauchst du dafür ein Ziel. In diesem Fall kann das Ziel sein, dass du zeigen möchtest, wie du arbeitest oder dass du Nähe zu deinen Lesern schaffen willst. Oder du willst einfach nur unterhalten, auch das ist ein denkbares Ziel und ein solcher Artikel kann man eine nette Abwechslung auch in einem Business-Blog sein.

6.) Welche Keywords muss ich unterbringen?

Man könnte das auch so formulieren: Wonach wird gesucht? Das ist zum einen eng verknüpft mit dem ersten Punkt, was der Leser will. Aber nach passenden Keywords zu suchen hat auch einen weiteren Vorteil: Manchmal gibt es für ein und die selbe Sache mehrere Begriffe. Wenn dem so ist, dann nutze sie! Denn zum einen wird der Artikel dann nicht nur zu einem Suchbegriff gefunden, sondern zu mehreren. Zum anderen macht das deinen Text aber auch lebendig, wenn nicht in jedem zweiten Satz der gleiche Begriff zu lesen ist.

Im Internet sind Wortwiederholungen akzeptabel, aber auch hier ist Vielfalt immer besser als Eintönigkeit. Ich habe immer eine Journalismus-Dozentin von mir im Ohr, die gegen mehrfaches Auftauchen eines Wortes ganz strikt vorgegangen ist. Eine ihrer Übungen war es, einen Text zu verfassen, in dem kein Wort zweimal vorkommen durfte. (Damit sind vor allem Substantive gemeint, aber auch Verben und Adjektive.)

Wenn wir fürs Internet schreiben ist das so natürlich nicht sinnvoll. Der Sinn der Übung war aber, dass man die Vielfältigkeit der Sprache nutzt und auch mal in den hintersten Ecken des eigenen Wortschatzes kramt – eine Strategie, die ich heute auch noch oft anwende. Und wenn ich mir schon im Vorfeld Gedanken mache, welche Synonyme ich nutzen kann, dann spare ich mir einiges an Zeit bei der Überarbeitung.

Fragen und Antworten für großartige Blog-Artikel

Diese Fragen sollen dir helfen, ein Konzept und eine Struktur für deine Blog-Artikel zu erarbeiten. Mit ihnen kannst du einen roten Faden entwickeln, der dir später beim Schreiben hilft. Das ist vor allem dann eine feine Sache, wenn du dir damit etwas schwer tust.

Ich finde es zum Beispiel total klasse, dass ich nicht vor einem weißen Blatt sitze, wenn ich zu schreiben beginne und vorher ein Konzept entwickelt habe. Und dass ich schon weiß, in welche Richtung es gehen soll. Das hilft mir auch dabei, fokussiert zu bleiben.

Am Anfang der Konzeptions-Phase erstelle ich übrigens auch immer eine Arbeitsüberschrift. Das ist eine vorläufige Überschrift, die aber so nicht bleiben muss. Manchmal hat man ja sofort eine tolle Idee dafür, manchmal aber auch nicht. Dann gibt’s eben diese Arbeitsüberschrift, und später wird dann an der tatsächlichen Headline gefeilt. Denn die muss natürlich sitzen. Auch dabei helfen die Fragen bzw. die Antworten darauf übrigens.

Habt ihr noch weitere Tipps, welche Fragestellungen bei der Konzeption von Blog-Artikeln helfen können? Dann ab damit in die Kommentare!

2 Kommentare
  1. Nicole
    Nicole sagte:

    Super Artikel, vor allem mit den Synonymen war ein guter Hinweis!
    Themen kann man auch gut aufbereiten, wenn man sich Fragen/Kommentare in den Foren anschaut.
    LG Nicole

    Antworten
  2. Erwin
    Erwin sagte:

    Ja, jeder hat so seine Lieblingsworte die dann andauernd im Text stehen. Selbst nach der gezielten Korrektur gibt es in meinen Rohfassungen immer noch genug Wiederholungen, die meine Lektorin dann markiert.
    Ich verpacke meine Hinweise auf Fehler im Projektmanagement in Story Telling. Wenn ich das nicht interessant genug gestalte, habe ich gleich deutlich weniger Besucher als sonst. Es ist, finde ich, das Wichtigste beim Bloggen den Lesernerv zu treffen, aber bestimmt auch das Schwierigste beim Schreiben. Im Übrigen liebe ich Cliffhanger und versuche sie, wann immer es geht, am Ende mit einzubauen.
    Definitiv sollten diese 6 Punkte immer im Hinterkopf mitschreiben – besten Dank dafür.

    Antworten

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