Blogparade: Warum Blogs heute zeitgemäßer sind denn je

von | 15. Feb 2021 | Bloggen, Business, Marketing, Selbständigkeit, Sichtbarkeit

Ist ein Blog ein Medium von gestern? Diese Frage stellt Meike Leopold von start:now in ihrer Blogparade zur Diskussion. Und schon beim Lesen der Überschrift gehen mir tausend Dinge durch den Kopf, warum ein Blog heute zeitgemäßer ist denn je und man das Bloggen nicht unterschätzen sollte. Hier ist also mein Beitrag zur Blogparade „Das Blog – ein Medium von gestern?“

Ist der Blog ein Medium von gestern?

Als Texterin ist der Blog für mich natürlich von Haus aus das Medium schlechthin, denn mir liegt Schreiben einfach mehr als Videos und schöne Bilder. Außerdem kann ich hier schreiben, wie mir der Schnabel gewachsen ist und muss nicht auf Kundenvorgaben oder ähnliches achten. Mein Blog ist mein virtuelles Wohnzimmer, in dem ich das Sagen habe.

Content-Hoheit: Du hast alles unter Kontrolle!

Und das bringt mich auch schon zu meinem ersten Punkt, warum ich finde, dass ein Blog eben kein Medium von gestern ist: Das Stichwort ist Content-Hoheit. Das bedeutet, dass du die volle Kontrolle über deine Inhalte hast. Auf Plattformen wie Facebook, LinkedIn oder Twitter ist das nicht der Fall, denn dort können Beiträge gelöscht oder die Plattform von heute auf morgen ganz geschlossen werden. In deinem Blog kann dir das nicht passieren. Dein Blog ist DEIN Wohnzimmer, nicht das von Mark Zuckerberg! Birgit Schultz von Marketing Zauber hat das Geheimnis der Content-Hoheit entschlüsselt, wenn du mehr darüber wissen möchtest, schau doch mal bei ihr vorbei.

Du möchtest etwas verkaufen – Vertrauen ist die Basis dafür

Wenn du Unternehmer, Solopreneur, Freiberufler etc. bist, dann möchtest du dein Angebot bekannt machen und an den Mann oder an die Frau bringen. Nein, ein Blog ist sicher nicht das geeignete Medium, um direkt dort zu verkaufen, zumindest nicht, wenn wir über einen Blog wie diesen hier sprechen, ein Corporate Blog im weitesten Sinne. Aber um etwas zu verkaufen braucht es eine ganz wichtige Voraussetzung: Vertrauen! Wer kein Vertrauen zu dir hat, der kauft auch nix. Zumindest nichts, was mehr kostet als ein paar Euro. Aber wie erreichst du es, dass du das Vertrauen deiner potentiellen Kunden gewinnst?

Auch dafür ist ein Blog hervorragend geeignet. Denn hier kannst du zeigen, was du drauf hast, du kannst Einblicke in deine Arbeit geben, auch Einblicke in dein Leben, du kannst zeigen, was dir wichtig ist, wie du arbeitest und Vieles mehr. Blog-Leser bekommen das Gefühl, dich zu kennen – ein wichtiger Schritt in Sachen Vertrauensaufbau. Sechs Kontaktpunkte braucht es heutzutage, bis ein Kunde sich entscheidet, etwas zu kaufen oder eben nicht. Und ein Blog kann einer dieser Kontaktpunkte sein.

Du bist ja ne Marke!

Dein Blog ist außerdem teil deines Personal Brandings. Und das ist grade bei uns Solo-Unternehmern wichtig. Denn hier sind wir die Marke, ob wir das nun wollen oder nicht. Und dieser gilt es, Persönlichkeit und Leben einzuhauchen und das auch nach außen zu tragen. In deinem Blog kannst du das wunderbar tun. Du kannst steuern, wie du wahrgenommen werden willst, was du von dir zeigen möchtest.

Hier im Blog mach ich mir überhaupt keine Gedanken darüber, wie ich schreibe, denn ich schreibe einfach so, wie ich auch sprechen würde. Das bin ich, ganz ungefiltert und echt – und vor allem auch ganz bewusst, denn hier möchte ich mich so zeigen, wie du mich auch bei einer Zusammenarbeit erleben würdest. Da sind wir dann auch wieder beim Thema Vertrauen und beim Gefühl, den Bloggenden oder die Bloggende zu kennen.

Bloggen: Perfekt für Introvertierte

Übrigens finde ich, dass ein Blog auch das perfekte Medium für diejenigen ist, die eher introvertiert sind. Denn hier kannst du überlegen, was du schreibst, es ist weniger unmittelbar als andere Medien. Man kann sich Zeit nehmen zum Schreiben und auch, um auf Kommentare zu antworten. Für mich persönlich ist das ein ganz großer Pluspunkt, grade es wenn vielleicht mal nicht ganz so nett zugeht. Kam hier auf meinem Blog noch nie vor, hab ich aber anderswo schon erlebt – und da war ich einfach froh, dass ich mir meine Antwort ganz in Ruhe überlegen und zu einem Zeitpunkt antworten konnte, der für mich gepasst hat. (Okay, zu lange sollte man sich nicht Zeit lassen, aber man muss eben nicht sofort loslegen.)

Bloggen ist Teil von effizientem Content Marketing

Beim Marketing haben die meisten eine große Herausforderung: die Zeit. Umso wichtiger ist es, dass wir dabei zeitsparend und ergebnisorientiert vorgehen. Das Stichwort ist Content Recycling. Bloggen ist dafür perfekt geeignet. Denn aus einem einzigen Artikel lassen sich viele weitere Bausteine fürs Content Marketing ableiten. Nicht nur, dass du den Artikel, wenn er zeitlos ist, immer wieder auf Social Media teilen kannst.  Du kannst auch Zitate aus dem Artikel nehmen und auf verschiedenen Kanälen posten. Und all das, ohne vorher lange überlegen zu müssen, was du posten sollst. Oder du könntest zu einem Artikel auch ein Video oder einen Podcast machen.

Bestimmte Artikel lassen sich wunderbar in einem großen Artikel zusammenfassen. Nehmen wir als Beispiel mal meine Artikel zu rhetorischen Stilmitteln wie Anapher, Alliteration oder … – dazu wird’s demnächst einen Artikel geben, in dem ich kurz erkläre, was ein rhetorisches Stilmittel ist, was es dir bringt und dann alle Artikel, die ich dazu schon geschrieben habe, aufliste. Und du kannst alte Artikel immer wieder aktualisieren, statt ständig neue Artikel zu schreiben. Auch eine Idee: Nimm eine These aus einem Artikel und stelle sie zur Diskussion.

Aus eins mach viele

Du siehst, es gibt sehr viele Möglichkeiten, wie du aus einem einzigen Artikel sehr viel mehr Content machen kannst, mir vergleichsweise wenig Zeitaufwand. Ein ganz großes Plus, wie ich finde. Abgesehen davon sind Blog-Artikel sehr viel langlebiger als Social Media Posts. Die sind auch ganz schnell wieder vergessen. Ein Blog-Artikel hingegen wird immer wieder gefunden und gelesen. (Deshalb ist es ja auch so wichtig, dass du deine Artikel von Zeit zu Zeit durchgehst und schaust, ob du etwas aktualisieren musst.) Auch das hat etwas mit Effizienz zu tun, denn der Artikel verpufft nicht so schnell in der großen weiten Welt des Internets.

An dieser Stelle muss ich mich jetzt selbst ein wenig bremsen, denn mir fallen noch einige Argumente mehr ein, warum Blogs noch lange nicht tot sind, auch wenn sie vielleicht neben aktuellen Hypes wie Clubhouse oder TikTok ein wenig blass aussehen. Aber es ist ja auch immer eine Frage der Zielgruppe – meine beispielsweise ist eher weniger auf TikTok unterwegs. Welche Argumente, die dafür sprechen, dass Blogs ein lebendiges und zeitgemäßes Medium sind, fallen dir denn noch ein?

1 Kommentar

  1. Hallo Elke,
    schon wieder ein neues Gesicht bei Meikes Parade – da musste ich doch gleich mal stöbern… 🙂
    Ich lasse den ganzen geschäftlichen Kram mal weg – das Unternehmen welches einen Blog betreibt wird schon wissen warum Sie das tut. Wichtiger sind die Punkte Content-Sicherheit, Plattform-Sicherheit, Blogger-Sicherheit.
    Die Blogger-Sicherheit: Da ist der Blog ideal, denn was auf den sozialen Netzwerken aktuell passiert ist für zartbesaitete Naturen echter Stress. Ich bin selber kein „Weichei“ – aber die Trolle und noch schlimmer der fast allgegenwärtige Hate in den SNs hat mich dazu gebracht, dort einen Cut zu machen.
    Auf dem Blog ist man Safe vor Anfeindungen. Ein Kommentator, der sich nicht an die Etikette hält ist ruck-Zuck für immer draußen.
    Die Content-Sicherheit: Auch der Content ist grade in sozialen Netzwerken schnell vergänglich und auch nicht im Nachhinein editierbar. Auf meinem Blog habe ich die Möglichkeit einen Beitrag zu verfassen – bin dabei auch nicht zeitlich limitiert und der Beitrag verschwindet nicht in der Timeline. Es ist frustrierend stundenlang an einem Blogbeitrag zu sitzen, den auf Facebook zu posten und Zeitgenossen, die den nicht mögen posten in Sekundenschnelle selber reichlich Beiträge – und schon ist der liebevoll geschriebene Beitrag auf ewig verschwunden. Auch gibt es Zeitgenossen, die sich ein Hobby daraus machen Beiträge zu melden. Auch wenn es unberechtigt ist – grade bei Facebook ist es schwer dagegen anzugehen.
    Die Plattform-Sicherheit: Meine Beiträge -meine Daten! Wenn ich selber hoste (hosten lasse) habe ich eine eigene Domain, kann das Design wählen, und wenn ich regelmäßig Sicherungen machen, bleiben die Daten auch nach Jahren noch verfügbar. Seitdem ich blogge habe ich viele Social Media Plattformen kommen und gehen sehen.
    Ja, das waren mal so die ersten Gedanken..
    CU
    Peter

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