Beiträge

authentizität

Heute gibt’s mal wieder ganz spontan ein Video und daher auch nur ein paar Worte in Textform dazu. Letzte Woche ging es in einer Facebook-Gruppe um Facebook Live Videos. Und dort kam als Kommentar „Ich würde ja gerne Videos machen, aber ich trau mich nicht wegen meinem Dialekt“.  Weiterlesen

Zwischen 300.000 und 500.000 Wörter umfasst der Wortschatz der deutschen Sprache, davon sind zwischen 12.000 und 16.000 Wörter im aktiven Wortschatz eines durchschnittlichen deutsch sprechenden Menschen vorhanden (Quelle: Duden). Oder anders ausgedrückt: Wir nutzen meistens nur rund 25 bis 30 Prozent des Wortschatzes. Überrascht?  Weiterlesen

Obwohl beides häufig gebrauchte Wörter sind, werden sie ganz furchtbar oft falsch geschrieben bzw. verwechselt: „seit“ und „seid“. Ja, es ist ja auch wirklich knifflig, wenn zwei Wörter fast gleich geschrieben werden. Vor allem, weil man beim Sprechen (im Alltag, wenn ein Dialekt dazukommt, ein wenig undeutlich gesprochen oder gar genuschelt wird) den Unterschied nicht unbedingt hört. (Und nein, „falsche Freunde“ im eigentlichen Sinne sind seid und seit natürlich nicht!)  Weiterlesen

Muttersprache

Es gibt ja wirklich teilweise kuriose Gedenk- und Aktionstage – den Tag des deutschen Schlagers zum Beispiel, oder den Tag der Minzschokolade. Ein paar sind aber auch wirklich gut. Zum Beispiel der internationale Tag der Muttersprache. Dieser Gedenktag wurde von der UNESCO ausgerufen und wird seit dem Jahr 2000 am 21. Februar begangen.  Weiterlesen

Gestern Abend gab es eine – zumindest aus meiner Sicht – recht witzige Begebenheit, die mich zu dieser neuen Rubrik veranlasst hat. Ich hatte mir ja ohnehin vorgenommen, hier im Blog auch mal Einblicke in meine Arbeit zu geben. Da passt das doch ganz gut. Hier kann ich von aktuellen Projekten berichten, Anekdoten erzählen und dergleichen. Einen festen Rhythmus wird es dafür nicht geben, ich schiebe diese Artikel einfach immer dann ein, wenn sie passen.

Schreiben kann doch jeder – oder?

Gestern Abend saß ich mit meinem Mann beim Abendessen, wir haben uns darüber unterhalten, wie unser Tag so war. Als ich von einem neuen Kunden erzählten, für den ich die Texte der Website überarbeiten und optimieren werde, kam von meinem Göttergatten die Frage „Ja wie, können die nicht selbst schreiben?“ Und auch wenn ich im ersten Moment vor Lachen fast unter dem Tisch lag, so ganz unberechtigt ist die Frage für einen Außenstehenden natürlich nicht. Viele Menschen denken so: Schreiben kann doch jeder. Als Texterin hört man das natürlich nicht gern – aber man kann’s ja erklären.

Sprache ist nicht Jedermanns Sache

Klar, wenn damit das Aneinanderreihen von Buchstaben und Worten gemeint ist, dann trifft das natürlich zu. Aber schreiben ist eben nicht gleich schreiben. Es sind die Feinheiten, auf die es ankommt, die eben nicht jeder kennt und vor allem, die nicht jeder umsetzen kann. Das fängt beim Stil an und hört bei Rechtschreibung und Grammatik auf. Und so wie ein Buchhalter (hoffentlich) super mit Zahlen umgehen kann, so kann ein Texter eben prima mit Worten umgehen. Ich für meinen Teil hab’s dafür nicht so mit Zahlen. Im aktuellen Fall bin ich total froh über die Einstellung des Kunden: “Jeder hat sein Spezialgebiet, auf dem er Experte ist und sich auskennt. Deshalb machen Sie ja auch die Texte für uns.”

Unglückliche Formulierung

Natürlich habe ich meinem Mann dann erklärt, worauf es bei Texten fürs Internet ankommt. Und er konnte das anhand seines eigenen Nutzerverhaltens dann auch sofort nachvollziehen. Er hatte sogar noch ein Beispiel parat, über das er sich ein paar Stunden zuvor aufgeregt hatte: In einem Artikel über einen Unfall war zu lesen „Die Feuerwehr blockierte die Einfahrt.“ Ihm als Feuerwehrmann fällt das natürlich sofort ins Auge. „Ein Einsatzfahrzeug blockiert nicht, das steht grundsätzlich immer strategisch günstig.“ Mir als aufmerksamer Leserin von Berufs wegen fällt so etwas auch auf. Der Leser, der einfach nur schnell die neuesten Nachrichten konsumieren will, merkt das in den meisten Fällen nicht.

Schreiben kann jeder – aber der Texter kann’s besser

Meine Vermutung war: Da hat man einfach die Pressemeldung der Polizei übernommen, ohne vorher nochmal gegenzulesen. Denn sonst wäre es dem verantwortlichen Redakteur sicherlich auch aufgefallen, dass der Begriff „blockieren“ hier sehr unglücklich gewählt ist. So konnte ich ihm an einem ganz konkreten Beispiel nochmal prima zeigen, warum es Leute wie mich gibt, die sprachlich geübt sind, aufmerksamer als der normale Leser, geschult, solche kleinen Missgeschicke zu erkennen. Und er hat dann auch verstanden, warum es sinnvoll ist, dass ein Unternehmen einen Texter beauftragt, um Texte für die Website zu schreiben oder zu überarbeiten. Die Frage „Können die nicht schreiben?“ wird er nie wieder stellen 😉