Momentan geht bei vielen alles drunter und drüber. Wir sind in einer echten Ausnahmesituation. Vielleicht hast du momentan aber sogar mehr Zeit als sonst. So wie ich – ich bin zwar gut mit Aufträgen eingedeckt, aber es sind viele kleine Sachen mit wenig Zeitdruck. Deshalb hab ich für mich beschlossen, diese Zeit so gut es geht zu nutzen, um all die Dinge zu tun, die sonst gerne zu kurz kommen. Denn ich bin überzeugt davon, dass irgendwann der große Ansturm kommt und dann wieder keine Zeit ist für so Dinge wie Content-Planung und -Erstellung. Deshalb habe ich hier mal gesammelt, wie du diese seltsame Zeit für dich nutzen kannst.

Mir geht in den letzten Tagen immer wieder ein Zitat aus dem Herr der Ringe durch den Kopf:

Wir müssen nur entscheiden, was wir mit der Zeit anfangen wollen, die uns gegeben ist. 

J.R.R. Tolkien, Der Herr der Ringe

Gandalf sagt das zu Frodo, als der tapfere Hobbit zweifelt und mit sich und seiner Situation hadert. Und ich glaube, dieses Zitat des weisen Zauberers passt auf unsere aktuelle Situation mindestens genauso gut. Meinst du nicht auch? Aber zurück zum eigentlich Zweck des Artikels.

Im ersten Schritt plaudere ich ein bisschen aus dem Nähkästchen und erzähle dir, wie ich die Zeit grade nutze. Am Ende des Artikels gebe ich dir noch eine Checkliste mit Anregungen mit, wie du vorgehen kannst und was du dir überlegen solltest.

Ich merke grade, dass ich sehr in mich gekehrt bin, aber auch, dass meine Gedanken total am Durchdrehen sind. Manchmal so sehr, dass ich leichte Kopfschmerzen davon bekomme. (Okay, könnte auch am Wetter liegen.) Und nein, es ist im Moment noch nicht die große Angst oder Unsicherheit, die mich plagt, sondern tausende von Ideen. Denn ich hab keine großen Kunden-Projekte, die all meine Kreativität brauchen und kann sie daher ganz für mich nutzen. Deshalb habe ich mir eine To do-Liste erstellt mit all den Dingen, die ich eigentlich längst erledigt haben wollte, zu denen ich aber in den letzten turbulenten Wochen (weil viel Arbeit) nicht kam. Hier mal ein Auszug aus meiner Liste:

  • Ideen sammeln für Blog, Social Media, neue Projekte
  • Redaktionsplan für den Blog erstellen
  • Content für Social Media erstellen
  • Überlegen, welcher Content für welche Plattform geeignet ist und welche Plattformen ich in Zukunft überhaupt nutzen möchte
  • Ausmisten auf dem Blog
  • Artikel zum Aktualisieren vormerken
  • Themen für E-Books zusammenstellen

Wie du siehst, ist die Liste ziemlich lang. Und ich hab grade das Problem, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Ich hatte zwei mögliche Herangehensweisen: Entweder ich fange mit dem an, was mir am meisten Spaß macht – denn ein bisschen Spaß kann in der heutigen Zeit ja nicht schaden, gell? Oder ich fange mit dem an, was ich für das Grundlegendste halte. Ich habe mich für Variante zwei entschieden, weil die Aufgaben auf meiner Liste alle so sind, dass ich sie eigentlich gerne mache. Und das für mich Wichtigste ist – wer hätte es gedacht? – mein Blog! (Okay, eine kleine Aufgabe hab ich vorgezogen, weil ich hier schon letztes Jahr Vorarbeit geleistet hab und das schon lange mal machen wollte. Aber das war auch in einem Nachmittag erledigt.)

Was kannst du jetzt für deinen Blog tun?

Grade mit deinem Blog kannst du dich jetzt wunderbar und ohne Zeitdruck beschäftigen. Ich habe zuerst mal wieder ein paar Tools für den Redaktionsplan ausprobiert und bin am Ende doch wieder bei einem Google Doc gelandet, weil ich das nach meinen eigenen Vorstellungen anpassen kann. Zuerst hab ich alle Ideen für neue Blog-Artikel gesammelt. Das war eine ganz schön lange Liste, denn ich hatte hier ohnehin einige Zettel rumliegen und ein Whiteboard vollgemalt, das hab ich alles schön in die Ideenliste übertragen. Von da ausgehend hab ich angefangen, meinen Redaktionsplan zusammenzustellen. Ein paar Themen werden wohl eher Videos als Blog-Artikel, das habe ich auch gleich dazu vermerkt. Jetzt steht der Redaktionsplan bis August, Themen fürs ganze Jahr sind aber schon vorhanden, die muss ich dann nur noch in den Plan einpflegen – und natürlich sammle ich auf meiner Ideen-Liste weiter.

Wenn dieser Artikel fertig ist und die restliche Content-Planung im Kasten, werde ich anfangen, ein paar Artikel vorzuschreiben und Videos zu produzieren, die ich dann zu gegebener Zeit nur noch hochladen muss. So habe ich die Zeit jetzt produktiv genutzt und kann auch den Zeiten, in denen wieder mehr zu tun ist, gelassen entgegenblicken. Genau das hat mir nämlich die letzten Monate das Genick gebrochen: Ich hab kurz vor Weihnachten einen größeren Auftrag angenommen, der all meine Zeit und Kraft in Anspruch genommen hat. Okay, Zeit zum Bloggen wäre gewesen, aber ich hatte nicht die Kraft, mich vorher hinzusetzen und zu überlegen, worüber ich schreiben will. Deshalb war es hier so lange so still. Und mir hat auch die Muse gefehlt, um wirklich gute Artikel aufs Papier zu bringen, deshalb hab ich es lieber gelassen. Denn bevor ich Müll schreibe, veröffentliche ich lieber gar nichts.

Ausmisten und aktualisieren

Auch das sind zwei wichtige Aufgaben für deinen Blog. Und auch die kannst du jetzt erledigen bzw. vorbereiten. Bei mir steht das auch noch auf der Liste. Geh deine alten Blog-Artikel durch und schau mal, welche du heute nicht mehr gut findest, welche nicht mehr aktuell sind oder vielleicht auch gar nicht mehr zu dir und deinem Business passen. Dann entscheidest du: Löschen oder aktualisieren? Manchmal reicht es, ein paar Kleinigkeiten zu ändern. Halte auf jeden Fall irgendwo fest, welche Artikel du aktualisieren möchtest, dass das nicht in Vergessenheit gerät.

Die Artikel, die gar nicht mehr passen oder mit denen du gar nicht zufrieden bist, kannst du löschen – das kannst du sofort tun! Die Artikel zum Aktualisieren nutzt du in Zeiten, in denen du wenig Zeit hast oder dir die Energie fehlt. Notiere dir am besten auch gleich, was du aktualisieren möchtest. Wenn du viel Zeit hast und mal eine Fleißaufgabe brauchst, für die du den Kopf nicht allzu sehr anstrengen musst, überprüfe doch mal die Links in deinen älteren Artikeln und entferne oder tausche Links, die nicht mehr funktionieren. Das kannst du entweder manuell tun oder mit einem Plugin wie beispielsweise Broken Link Checker. (Kennst du das? Und wenn nicht, soll ich dazu mal eine Anleitung schreiben? Du siehst, selbst während ich hier sitze und tippe wie eine Wahnsinnige, sprudeln die Ideen nur so.)

Content-Planung für Social Media

Nachdem der Blog nun mehr oder weniger in trockenen Tüchern ist, geht’s für mich weiter mit der Content-Planung für Social Media. Neben den Ideen, die ich dafür in den letzten Wochen schon gesammelt habe, gehe ich auch die Blog-Themen nochmal durch und überlege mir, welche Schnipsel ich aus den Artikeln auch für Facebook, Twitter und Co. verwenden kann. Hier sind es ja eher kleinere Info-Häppchen, nicht alles eignet sich für jedes Medium. Also mache ich mir auch Gedanken darüber, welche Schnipsel für welche Plattform passen. Und in welcher Form – also als Text, mit einem Bild oder als Video.

Außerdem habe ich Listen erstellt für Social Media-Beiträge zu bestimmten Rechtschreib- und Grammatik-Themen, die werde ich im nächsten Schritt hübsch machen und in einen Plan einbauen. Der Plan beinhaltet neben Facebook und meiner Rock your Blog-Gruppe auch Instagram und wahrscheinlich auch Twitter – wenn ich mir schon die Mühe mache, dann ist es nicht viel mehr Aufwand, das Ganze für drei statt nur für zwei Plattformen vorzubereiten. Und meine Follower auf Twitter sind so anders als die auf Instagram, dass das auch kein Problem sein sollte. Außerdem bin ich auf Twitter viel zu wenig selbst aktiv – eine Tatsache, die ich schon seit Jahren ändern will, aber irgendwie nie so recht die Kurve gekriegt hab. Deshalb: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Themen für E-Books aufbereiten

Das ist auch so ein Thema, das mich schon längere Zeit verfolgt. Ich habe einige Inhalte, die sich prima für kleine und größere E-Books anbieten und die halb fertig auf meiner Festplatte schlummern. Weil immer wieder was dazwischen kam, weil ich nie so richtig den Elan und den Mut hatte, mich damit an die Öffentlichkeit zu trauen. Manche muss man nur noch ein bisschen hübsch machen, andere sind eher so Ideen, die ich noch umsetzen muss. Aber es ist auf jeden Fall genug Material da, um das eine oder andere in relativ kurzer Zeit endlich das Licht der Welt erblicken zu lassen.

Checkliste – was, wann, wie?

Mir ist aufgefallen, dass es mir bei all den Plänen und Ideen schwer fällt, den Überblick zu behalten. Deshalb hab ich dir hier noch eine kleine Checkliste zusammengestellt, mit Tipps, wie du vorgehen kannst, um für dich selbst das Beste aus dieser seltsamen Zeit herauszuholen. Natürlich ist diese Liste nicht allgemeingültig, sie soll dir nur einen Anhaltspunkt geben.

  • Ideen sammeln: Was kann und was möchte ich tun, um die Zeit bestmöglich zu nutzen?
  • Was kann ich jetzt vorbereiten/ vorarbeiten?
  • Priorisieren: Wo fange ich an, in welcher Reihenfolge gehe ich vor? (Was ich am liebsten mache vs. Was schnell geht vs. Was am wichtigsten wäre – evtl. auch mal drüber nachdenken: Was bringt die schnellsten Ergebnisse? Für den Fall, dass du schnelle Ergebnisse brauchst)
  • In überschaubare Portionen einteilen, dass man nicht erschlagen wird (so ging es mir zumindest)
  • Stück für Stück alles abarbeiten

So, das war mein Geplauder aus dem Nähkästchen. Ich hoffe, dass ich dir damit den einen oder anderen Tipp mitgegeben habe. Und ganz vielleicht hilft das ja auch dem einen oder anderen aus der Schockstarre, in der wir sicherlich alle zumindest für einen Moment waren. Sieh diese Zeit als Chance, all die Dinge zu erledigen und aufs Laufende zu bringen, die sonst gerne mal zu kurz kommen. Und berichte gerne mal, wie’s dir grade geht, was du so treibst und was sich für dich verändert hat.

Schließen möchte ich heute mit einem Zitat von Oscar Wilde:

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.

Oscar Wilde
1 Antwort
  1. Dr. Annette Pitzer
    Dr. Annette Pitzer sagte:

    Ich lese Deine Artikel so gerne, da sie mir immer viel Klarheit bringen, danke. Zum Glück habe ich immer viele Artikel in petto, so dass ich, wenn ich einmal keine Lust zum Schreiben habe nicht muss. So bleibt mir die Freude daran erhalten
    Alles Liebe
    Annette

    Antworten

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