Tipps Rechtschreibung

Inspiriert durch ein Facebook-Posting der t3n mit der Frage, welche Rechtschreib-Fehler denn am meisten nerven, habe ich kurzerhand beschlossen, eine Idee in die Tat umzusetzen. Schon seit einiger Zeit spiele ich mit dem Gedanken, hier im Blog auch Rechtschreib-Tipps zu geben. Denn manchmal ist die deutsche Sprache ganz schön knifflig und bringt selbst Fachleute ins Grübeln.

„das“ mit einem oder mit zwei „s“?

Einer der häufigsten Fehler, die mir tagtäglich – meist mehrmals – über den Weg laufen, ist die Krux mit „das“ und „dass“. Manchmal tun mir diese beiden Wörter sogar richtig leid, weil viele sie einfach nicht unterscheiden können. Daher widmet sich mein Rechtschreib-Tipp Nummer 1 genau diesem Thema. Oftmals reicht es schon, wenn man einen Satz laut vorliest, um zu wissen, ob man nun „das“ mit einem „s“ und langem „a“ benutzen muss oder „dass“ mit zwei „s“ und kurzem „a“. Aber werfen wir doch einfach mal einen Blick auf die Grammatik-Regeln.

Artikel oder Pronomen – das

„Das“ ist entweder ein (bestimmter) Artikel wie der und die. Oder es ist ein Pronomen, genau gesagt ein Relativ- oder ein Demonstrativ-Pronomen. Beispiele gefällig?

Das Haus ist schön. (bestimmter Artikel)
Das Buch, das ich dir geliehen habe, hätte ich gerne wieder. (Relativ-Pronomen)
Das ist meine Schwester. (Demonstrativ-Pronomen)

Es reicht schon, wenn man sich eine Regel für das „das“ merkt: Wenn man es durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“ (respektive „diese“, „jede“ oder „welche“ ersetzen kann, dann ist es „das“ mit einem „s“. Wenngleich das im Fall mit dem Demonstrativ-Pronomen doch etwas holprig klingt, das gebe ich zu. Hier hilft jedoch die Eselbrücke „Kann ich drauf zeigen?“

Außerdem gilt für „das“, dass es immer in Bezug zu einem Substantiv (Hauptwort) steht. Im ersten Beispiel gehört der Artikel zum Substantiv dazu. In Beispiel zwei bezieht sich das zweite „das“ noch einmal auf das Buch. Und im dritten Beispiel „zeige“ ich jemandem meine Schwester, ich stelle sie vor.

Konjunktion – dass

„Dass“ hingegen ist eine Konjunktion und leitet einen Nebensatz ein. Natürlich gibt’s auch hierfür ein paar Beispiele:

Die Tatsache, dass ich am Feiertag arbeiten muss, gefällt mir gar nicht.
Du wirst mir doch nicht sagen, dass du das schon längst gewusst hast?
Dass das schiefgehen würde, habe ich geahnt.

Vielleicht noch eine kleine Anmerkung dazu: Dass „dass“ einen Nebensatz einleitet, heißt nicht, dass es nicht am Anfang stehen kann. 😉 Anders als „das“ kann man „dass“ nicht durch ein anderes Wort ersetzen.

Ich gebe zu, ganz so einfach ist es nicht, zumindest nicht immer. Aber wenn man beim Schreiben nur ein wenig mitdenkt, dann lassen sich die meisten Fehler mit „das“ und „dass“ vermeiden. Und eine gute Rechtschreibung kann so verdammt sexy sein! Den Artikel der t3n gibt’s übrigens hier.

Jetzt seid ihr an der Reihe: Zu welchen Rechtschreib- und Grammatik-Themen hättet ihr denn gerne noch mehr Infos? Welche Fehler nerven euch besonders? Und wo hängt ihr selbst immer wieder?

Gestern Abend gab es eine – zumindest aus meiner Sicht – recht witzige Begebenheit, die mich zu dieser neuen Rubrik veranlasst hat. Ich hatte mir ja ohnehin vorgenommen, hier im Blog auch mal Einblicke in meine Arbeit zu geben. Da passt das doch ganz gut. Hier kann ich von aktuellen Projekten berichten, Anekdoten erzählen und dergleichen. Einen festen Rhythmus wird es dafür nicht geben, ich schiebe diese Artikel einfach immer dann ein, wenn sie passen.

Schreiben kann doch jeder – oder?

Gestern Abend saß ich mit meinem Mann beim Abendessen, wir haben uns darüber unterhalten, wie unser Tag so war. Als ich von einem neuen Kunden erzählten, für den ich die Texte der Website überarbeiten und optimieren werde, kam von meinem Göttergatten die Frage „Ja wie, können die nicht selbst schreiben?“ Und auch wenn ich im ersten Moment vor Lachen fast unter dem Tisch lag, so ganz unberechtigt ist die Frage für einen Außenstehenden natürlich nicht. Viele Menschen denken so: Schreiben kann doch jeder. Als Texterin hört man das natürlich nicht gern – aber man kann’s ja erklären.

Sprache ist nicht Jedermanns Sache

Klar, wenn damit das Aneinanderreihen von Buchstaben und Worten gemeint ist, dann trifft das natürlich zu. Aber schreiben ist eben nicht gleich schreiben. Es sind die Feinheiten, auf die es ankommt, die eben nicht jeder kennt und vor allem, die nicht jeder umsetzen kann. Das fängt beim Stil an und hört bei Rechtschreibung und Grammatik auf. Und so wie ein Buchhalter (hoffentlich) super mit Zahlen umgehen kann, so kann ein Texter eben prima mit Worten umgehen. Ich für meinen Teil hab’s dafür nicht so mit Zahlen. Im aktuellen Fall bin ich total froh über die Einstellung des Kunden: “Jeder hat sein Spezialgebiet, auf dem er Experte ist und sich auskennt. Deshalb machen Sie ja auch die Texte für uns.”

Unglückliche Formulierung

Natürlich habe ich meinem Mann dann erklärt, worauf es bei Texten fürs Internet ankommt. Und er konnte das anhand seines eigenen Nutzerverhaltens dann auch sofort nachvollziehen. Er hatte sogar noch ein Beispiel parat, über das er sich ein paar Stunden zuvor aufgeregt hatte: In einem Artikel über einen Unfall war zu lesen „Die Feuerwehr blockierte die Einfahrt.“ Ihm als Feuerwehrmann fällt das natürlich sofort ins Auge. „Ein Einsatzfahrzeug blockiert nicht, das steht grundsätzlich immer strategisch günstig.“ Mir als aufmerksamer Leserin von Berufs wegen fällt so etwas auch auf. Der Leser, der einfach nur schnell die neuesten Nachrichten konsumieren will, merkt das in den meisten Fällen nicht.

Schreiben kann jeder – aber der Texter kann’s besser

Meine Vermutung war: Da hat man einfach die Pressemeldung der Polizei übernommen, ohne vorher nochmal gegenzulesen. Denn sonst wäre es dem verantwortlichen Redakteur sicherlich auch aufgefallen, dass der Begriff „blockieren“ hier sehr unglücklich gewählt ist. So konnte ich ihm an einem ganz konkreten Beispiel nochmal prima zeigen, warum es Leute wie mich gibt, die sprachlich geübt sind, aufmerksamer als der normale Leser, geschult, solche kleinen Missgeschicke zu erkennen. Und er hat dann auch verstanden, warum es sinnvoll ist, dass ein Unternehmen einen Texter beauftragt, um Texte für die Website zu schreiben oder zu überarbeiten. Die Frage „Können die nicht schreiben?“ wird er nie wieder stellen 😉

Auch im August habe ich wieder einen tollen Artikel gefunden, den ich unbedingt mit euch teilen möchte. Diesmal geht es um Hürden in der Kommunikation, um Missverständnisse und falsche Erwartungen. Dieter Petereit von Dr. Web hat sich Gedanken gemacht zu einem Cartoon und zu Missverständnissen über das gesprochene Wort.

Der Artikel beschreibt wunderbar, wie sehr unsere Erwartungshaltung, aber auch unsere Fähigkeiten, unser kultureller und sozialer Hintergrund, unsere Erfahrungen, in die Beurteilung des gesprochenen Wortes mit einfließen. Ein ganz banales Beispiel? Denken wir einfach mal an das Wort „Haus“ – was fällt euch dazu ein? Garantiert habt ihr ein völlig anderes Bild im Kopf als ich.

Oder nehmen wir eine Blume. Viele werden jetzt an eine Rose denken, manche an eine weiße, andere an eine rote oder ein roséfarbene. Und wieder andere denken bei Blume so wie ich an eine Sonnenblume. Oder eine Tulpe. Für mich gibt es gleich zwei Schlüsse, die ich aus dem Artikel ziehe: Im einen geht es um die Kommunikation mit dem Kunden, im anderen geht es um meine eigenen Texte.

Kommunikation mit Kunden: Genaue Beschreibungen, frühes Abgleichen

In der Kommunkation mit Kunden bedeutet das für mich: Wenn man mir einen Auftrag erteilt, dann sollte man so genau wie möglich sagen, was man eigentlich möchte, und gegebenenfalls auch, was man nicht möchte. Und ich wiederum sollte mit meinen Ideen dazu, mit einem ersten Entwurf oder Outline so früh wie möglich zum Kunden gehen. So können wir überprüfen, ob wir in eine Richtung schauen oder ob ich womöglich aufgrund meiner Erwartungen, meines Hintergrunds etc. eine völlig andere Vorstellung davon habe, was gewünscht wird. Missverständnisse lassen sich im zwischenmenschlichen Miteinander niemals komplett vermeiden, aber man kann daran arbeiten, dass das Ausmaß möglichst klein bleibt.

In den Leser hineinversetzen

All das gilt auch für das geschriebene Wort. Das ist übrigens ein Grund dafür, weshalb man ein Buch immer VOR dem Film lesen sollte – man hat dann seine eigenen Bilder im Kopf, nicht die des Autors. Der zweite Schluss, den ich also ziehe ist der: Wenn ich einen Text schreibe, dann muss ich mich so tief wie nur irgendwie möglich in die Leser des Textes, in die Zielgruppe hineinversetzen. Denn nur dann kann ich Missverständnisse verhindern und nur dann werde ich bzw. wird mein Text verstanden und kommt an. Für wen schreibe ich? Wie spricht derjenige? Welche Worte benutzt er, welche nicht? Das sind nur einige der Fragen, die ich mir im Schreib-Prozess immer wieder stelle – und die sich jeder, der einen Text schreibt, immer wieder stellen sollte.

Wer mich ein bisschen kennt, der weiß, dass ich für mein Leben gerne koche. Kein Wunder also, dass mir beim Nachdenken über meine Arbeit die Analogie zwischen Texten und Kochen aufgefallen ist. Denn ich finde, so lässt sich ganz toll beschreiben, wie ein Text entsteht, wie viel Arbeit darin steckt und warum ein Text nicht eben mal so nebenbei entsteht.

Der Spaghetti Bolognese-Text

Gehen wir einmal davon aus, wir wollen Spaghetti Bolognese kochen, das Rezept bzw. Gericht haben wir also schon. Aufs Schreiben bezogen heißt das: Das Thema steht und auch das Medium, für welches der Text bestimmt ist, ist bekannt. Dann geht es los mit Einkaufen und dem Zusammentragen der Zutaten. Beim Schreiben ist das die Recherche, die Ideenfindung. Je nachdem, wie aufwändig das Rezept ist geht das schneller oder dauert eben etwas länger.

Zutaten vorbereiten – Text strukturieren

Sind alle Zutaten vorhanden, dann müssen sie abgewogen und vorbereitet werden – das heißt, man muss z.B. Karotten schneiden, Zwiebeln schälen, den Wein aus dem Kühlschrank holen und die Tomatensauce (aus eigenen Tomaten natürlich!) aus dem Gefrierschrank, dass sie an- oder auftauen kann. Beim Schreiben bringt man in dieser Phase Struktur in den Text. Man überlegt sich die einzelnen Abschnitte, die Reihenfolge der Inhalte, wie man sie aufeinander aufbaut, wo man gute Überleitungen hinbekommt und was besonders wichtig ist.

Kochen und Schreiben: Oftmals sind mehrere Schritte notwendig

Erst jetzt beginnt man mit dem eigentlichen Kochen respektive dem Schreiben. Und so wie das beim Kochen meist nicht nur mit ein bisschen Rühren getan ist, so wird ein Text auch nicht einfach mit der Hand am Arm heruntergeschrieben. Bei den Spaghetti Bolognese geht das ebenso in mehreren Schritten, wie beim Schreiben auch. Ich mache für die Bolognese-Sauce ja immer erst ein Sofritto – muss man aber natürlich nicht, es gibt ja zig Rezepte für diese Sauce. (Bitte entschuldigt den Link zu einem englischen Text, ich fand aber, der trifft es am besten.)

So ähnlich ist es auch bei einem Text: Manchmal beginne ich mit der Einleitung, weil mir dazu gleich etwas knackiges einfällt. Manchmal schreibe ich aber auch erst den eigentlichen Text und mache die Einleitung am Schluss. Es kann auch vorkommen, dass im Text noch Lücken sind, die dann am Schluss erst ergänzt werden. Egal in welcher Reihenfolge, der Aufwand ist immer gleich groß, und am Ende muss ein stimmiger Text herauskommen.

Abschmecken und Würzen – Überarbeiten, Feintuning, Korrigieren

Der nächste Schritt bei der Bolognese-Sauce ist das Abschmecken und Würzen – also wir haben inzwischen das Sofritto gemacht, das Hackfleisch mit Zwiebeln angebraten, abgelöscht, Tomatensauce dazugegeben und alles köchelt fröhlich vor sich hin. Beim Schreiben steht der erste Entwurf des Textes zu diesem Zeitpunkt. Hier muss jetzt der Inhalt geprüft und gegebenenfalls nachgebessert werden: Stimmt alles inhaltlich, ist der Aufbau richtig, sodass nirgendwo Widersprüche entstehen, sind noch Fragen offen oder ergeben sich im Laufe des Textes? Und wie sieht’s mit dem Schreibstil aus? Passt der zur Zielgruppe, sind noch unpassende Wörter oder Phrasen enthalten?

All diese Punkte gehe ich durch und überarbeite sie. In dieser Phase entstehen meistens auch die Überschriften, sowohl die Hauptüberschrift als auch die Zwischenüberschriften. Dann kommt vielleicht hier und da noch ein Adjektiv rein, zur Würze, oder irgendwo wird ein überflüssiges Wort gestrichen. Im letzten Arbeitsschritt werden dann noch Rechtschreibung und Grammatik überprüft und mögliche Fehler korrigiert.

Den Text über Nacht köcheln lassen

So, jetzt ist unsere Bolognese-Text-Sauce gekocht und abgeschmeckt. Im Idealfall darf sie nun noch ein bisschen vor sich hin köcheln bevor sie ein letztes Mal abgeschmeckt wird. Ein Text liegt im Idealfall über Nacht (manchmal auch über zwei Nächte), bevor ich ein letztes Mal drübergehe und alles noch einmal mit etwas Abstand betrachte.

Ansprechend anrichten und Servieren – Text veröffentlichen

Jetzt gilt es noch, das Ganze ansprechend anzurichten und zu servieren. Beim Text ist das die Veröffentlichung – und zwar egal, ob nun online oder Print. Denn bei beiden muss erst angerichtet werden, entweder in der Druckerei oder im Backend einer Website. Und dann kann der Text der Öffentlichtkeit serviert werden – guten Appetit!

Er kommt mit etwas Verspätung, aber er kommt – mein Lese-Tipp aus dem Juni. Eigentlich hätte dieser Artikel schon letzten Donnerstag online gehen sollen, aber die letzten Tage und Wochen waren einfach komplett irre. (Mehr dazu aber hoffentlich auch bald hier im Blog, das Ergebnis der Arbeit möchte ich euch nicht vorenthalten.) Weiterlesen