Eine Blogparade zum Thema Schreiben, da muss ich einfach dabei sein! Eva Laspas von der Akademie Schreiben lernen hat dazu aufgerufen und ich folge nur zu gerne ihrem Ruf. Zumal es mir die Gelegenheit gibt, dir einen Blick hinter meine Kulissen zu ermöglichen und so meine Arbeit – und vielleicht die Art und Weise unserer Zusammenarbeit – besser zu verstehen. Deshalb nehme ich dich heute mit an meinen Schreibtisch und zeige dir: So schreibe ich!

Ich verrate dir gleich zu Anfang ein Geheimnis: Das eigentliche Schreiben macht bei mir meistens einen kleineren Teil im gesamten Text-Prozess aus. Zumindest, wenn ich für Kunden schreibe, meine Blog-Artikel entstehen etwas anders, aber dazu später mehr.

So schreibe ich – für meine Kunden

Zuerst einmal sitze ich da und denke. Klingt gemütlich? Ist aber Schwerstarbeit! Vor meinem inneren Auge habe ich meinen Kunden und sein Produkt oder seine Dienstleistung. Ich denke darüber nach, was das Besondere ist, was Außergewöhnlich ist – oder auch darüber, was eigentlich total banal und deshalb möglicherweise außergewöhnlich ist.

Schreiben ist Kopfarbeit

Ebenfalls vor meinem inneren Auge habe ich dann die potentiellen Kunden meines Kunden, also seine Zielgruppe, den Avatar oder wie auch immer man es nennen mag. Und in meinem Kopfkino bringe ich die beiden dann zusammen. Einzelne Wörter und Sätze schwirren jetzt schon in meinem Kopf herum, und natürlich fange ich sie sofort ein, dass sie nicht verloren gehen. Auch wichtige Keywords werden in dieser frühen Phase notiert. Das meiste passiert aber in diesem Stadium tatsächlich noch in meinem Kopf.

Natürlich gehe ich dabei geplant vor und nehme mir bewusst Zeit für diese Gedanken. Aber dieser Teil der Arbeit hält sich nicht an feste Arbeitszeiten, sondern passiert oft auch nebenher, wenn ich eigentlich längst Feierabend habe: Beim Kochen, bei einer Tasse Kaffee auf dem Balkon oder auch mal nachts um drei, wenn ich zufällig aufwache. Deshalb habe ich ein Notizbuch immer greifbar, um jederzeit Gedanken festhalten zu können. Wäre doch schade drum, wenn sie verloren gingen.

Eine solide Grundlage: Das Konzept

Wenn ich das Gefühl habe: So langsam wird ein Schuh draus, dann geht’s an den Schreibtisch. Ich erstelle ein Konzept für den Text. Da fließt neben den Gedanken aus dem ersten Schritt über den Kunden und seine Zielgruppe auch mit ein, was mit dem Text erreicht werden soll. Eine Startseite beispielsweise soll in den meisten Fällen einen Überblick über das geben, was auf der Website zu finden ist. Eine Über mich-Seite hingegen soll zeigen, was mein Kunde für seine Kunden tun kann, soll ihn greifbar machen, Vertrauen aufbauen und ein Flyer kann beispielsweise zum Ziel haben, auf eine Veranstaltung aufmerksam zu machen.

Die Rohfassung schreiben

Das Konzept bildet das Grundgerüst für den Text und ist für mich beim Schreiben eine Art roter Faden. Es hilft mir dabei, dass ich nicht abschweife und keinen wichtigen Punkt vergesse. Wenn das Konzept steht, geht’s endlich ans Schreiben. Im ersten Schritt schreibe ich mit der Hand am Arm runter, am besten am Stück. Diese erste Rohfassung weist dann meist noch Lücken auf, mit Sicherheit auch den einen oder anderen Fehler. Aber um all das kümmere ich mich später erst. Sobald ich ins Stocken komme, springe ich einen Schritt weiter, um im Schreibfluss zu bleiben.

Das Feintuning – Lücken füllen, Inhalte prüfen, Wörter finden

Diese erste Rohfassung des Texts lasse ich dann über Nacht liegen, wenn möglich auch mal zwei. An Tag zwei des Schreibprozesses gehe ich nochmal an den Text. Ich fülle Lücken und feile an den Feinheiten. Dabei geht’s dann auch darum, die Keywords sinnvoll und leserfreundlich im Text unterzubringen, nochmal genau drauf zu schauen, welche Formulierungen zur Zielgruppe passen, wo ich vielleicht noch nicht das richtige Wort gefunden habe oder wo der Text noch nicht knackig genug ist. Dabei kann es durchaus auch mal vorkommen, dass ich eine halbe Stunde an einem einzigen Wort herumfummle, bis ich das passende gefunden hab. Ich überprüfe jetzt auch nochmal, ob ich inhaltlich alles im Text hab, was rein soll und ob er wirklich stimmig aufgebaut ist. Ganz zum Schluss gibt’s eine Korrektur-Runde, um Fehler zu beseitigen. Und dann geht der Text an den Kunden.

Enorm wichtig: Die Korrektur

Wenn der Kunde den Text absegnet, gehe ich nochmal mit dem Rotstift dran – viele Fehler sieht man einfach erst nach ein paar Tagen Abstand. Wenn dem Kunden etwas noch nicht gefällt, stilistisch oder inhaltlich, wird der Text dahingehend nochmal überarbeitet. Du siehst also, die meiste Zeit verbringe ich tatsächlich mit Nachdenken, Konzipieren, Überarbeiten und Korrigieren. Aber all das gehört eben zum Schreiben mit dazu.

So schreibe ich – meine Blog-Artikel

Wenn ich Texte wie diesen Blog-Artikel hier schreibe, sieht das Ganze ein bisschen anders aus. Meistens habe ich ein Thema schon länger im Kopf und auch auf meinem Redaktionsplan stehen. An den halte ich mich übrigens nicht sklavisch, ganz oft tausche ich geplante Themen aus, weil mir grade etwas anderes wichtiger scheint oder ich auf den eigentlich geplanten Artikel grade keine Lust oder keine Ideen dafür habe. Mit den Themen im Redaktionsplan gehe ich aber gedanklich oft um. Und so formen sie sich auch über lange Zeit hinweg. Vor allem die beiden Artikel zum Thema Preis und Dauer, bis ein Text fertig ist, habe ich sehr lange Zeit mit mir herumgetragen, bis ich sie endlich aufgeschrieben habe. Hier war die Phase des Nachdenkens noch viel länger, weil man natürlich auch gut überlegen muss, was man preisgibt und was vielleicht besser nicht – bei Texten für Kunden gibt’s ja meistens eine Deadline.

Nur ein ganz einfaches Konzept-Gerüst

Ich mache also selten ein großes Konzept, sondern schreibe nur Stichworte auf, dass ich beim Schreiben nicht doch einen Punkt weglasse, der mir eigentlich wichtig ist, und um dem Artikel eine Struktur zu geben, die sinnvoll aufgebaut ist. Das ist meist in maximal einer Viertelstunde erledigt. Und dann kann ich auch schon mit dem Schreiben beginnen. Es kommt selten vor, dass ich dabei ins Stocken komme, es sind ja alles Themen, die mir vertraut sind, ich kenne meine Leser und ich schreibe einfach, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Weil ich einfach ich sein kann in meinen Blog-Artikeln – und das macht mir unglaublich viel Spaß. Ich denke, das liest man auch, oder?

Wie beim Tee: Ein Text muss ziehen

Da ich die Beiträge für den Blog meistens donnerstags schreibe, kann ich sie übers ganze Wochenende liegenlassen. Montags gehe ich dann nochmal drüber und korrigiere, bevor ich den Artikel dann in WordPress einpflege, ein passendes Bild aussuche und veröffentliche. Ja, ich schreibe alle Artikel in Word und kopiere den Text dann nach WordPress. Das ist zwar ein eigentlich überflüssiger Arbeitsschritt, aber irgendwie gibt es mir ein Gefühl von Sicherheit.

Schreiben nur für mich – Therapie, Entscheidungshilfe und ganz viel Spaß

Zu guter Letzt schreibe ich natürlich auch ganz privat. Und zwar tatsächlich ganz private Dinge, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Zumindest nicht bis zum jetzigen Zeitpunkt, wer weiß schon, was noch kommt. Wenn mich etwas beschäftigt, der Kopf nicht zur Ruhe kommt und das Gedankenkarussell mir den Schlaf raubt, dann setze ich mich hin und schreibe meine ach so wirren Gedanken auf. Das hilft mir dabei, wieder klar zu denken und Dinge zu sehen, die mir bisher verborgen blieben. Manchmal hilft es auch dabei, Entscheidungen zu treffen. Weil ich die Augen nicht mehr vor dem Offensichtlichen verschließen kann, es steht jetzt Schwarz auf Weiß vor mir. Warum Schreiben für mich die beste Therapie ist, habe ich hier schon mal beschrieben.

Der Traum vom eigenen Roman

Mein großer Traum ist es übrigens, eines Tages mal einen Roman zu schreiben. Im Moment fehlen mir dazu noch die Ideen – ich hab noch nicht mal eine Ahnung, welches Genre es sein soll. Aber dieser Gedanke lässt mich nicht mehr los, deshalb bin ich sicher, dass ich ihn irgendwann in die Tat umsetzen werde. Wenn du jetzt denkst: Warum irgendwann? Warum nicht jetzt sofort? Dann verrate ich dir: Weil jetzt die Zeit einfach noch nicht reif ist. Wenn es so weit ist, werde ich es wissen. Und das hat auch gar nichts mit Prokrastination zu tun. Ich weiß, dass die perfekte Idee irgendwann vor mir liegen wird und ich sie dann nur aufheben muss. Und dann gilt nur noch eines: Wehe, wenn sie losgelassen!

Jetzt bist du an der Reihe! Für einen Beitrag zu Evas Blogparade wird’s wohl etwas eng, ich bin ja schon spät dran. Falls dir die Zeit dafür nicht mehr reicht, hinterlasse uns doch wenigstens einen Kommentar darüber, wie DU schreibst!

3 Kommentare
  1. Eva Laspas
    Eva Laspas sagte:

    Liebe Elke, vielen Dank für deinen Beitrag zu meiner Blogparade. Es ist sehr spannend, wie unterschiedlich das Schreiben (und die Prozesse davor) von Text sein kann. Ich denke, ich werde in meinem Beitrag zur Blogparade meine Herangehensweise notieren … sie ist ja zu meiner speziellen Methode “Discovery&Briefing” geworden … aber dazu mehr in meinem Blogbeitrag dazu.
    Eines haben wir wohl alle gleich – das, was am längsten dauert ist das Überarbeiten und Korrigieren … 🙂
    Liebe Grüße aus Wien …
    Eva Laspas

    Antworten
    • Elke
      Elke sagte:

      Liebe Eva, es war mir eine Freude! 🙂 Anfangs dachte ich, es gibt fürs Schreiben eine einheitliche Herangehensweise, es hat eine Weile gedauert, bis ich verstanden habe, dass jeder seinen individuellen Weg finden, vieles ausprobieren und sich ständig weiterentwickeln muss (oder darf). Auf deinen Beitrag bin ich – nicht nur deshalb – ganz besonders gespannt!
      Liebe Grüße
      Elke

      Antworten
  2. Carina Reitz
    Carina Reitz sagte:

    Liebe Elke,

    beim Lesen deines Artikels sehe ich deinen Schreibprozess bildlich vor mir – sehr gut beschrieben! Den Vergleich mit dem Tee merke ich mir, der ist richtig klasse. Und einen Roman, ja, den würde ich auch gerne irgendwann nochmal schreiben 😉

    Liebe Grüße
    Carina

    Antworten

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