Ja, ich gebe es zu: Ich bin ein Planungs-Nerd! Viele Dinge plane ich nur allzu gerne bis ins kleinste Detail. Und zwar genau deshalb, dass ich sie hinterher wieder über den Haufen werfen kann 😉 Klingt verrückt – vielleicht ist es das auch ein bisschen. Aber lass mich mal erzählen. 

Als ich den Aufruf von Eva Laspas zu ihrer Blogparade “Zu Tode geplant? – Planen ja oder nein?” gelesen habe, da habe ich gewusst: Ja, da musst du mitmachen. Und zwar, obwohl ich für heute eigentlich einen anderen Beitrag geplant hatte (aber auf diesen hier hab ich so viel mehr Bock!) und obwohl ich dieses Jahr eigentlich an keiner Blogparade mehr teilnehmen wollte (weil ich schon bei so vielen mitgemacht hab). Aber dieses Thema, das drängt sich einfach auf und es passt auch wunderbar zu meiner Challenge, die heute gestartet ist.

Ich plane gern – und verwerfe genauso gern

Nun gut. Wie oben schon erwähnt: Gut geplant ist halb verworfen. Warum ich trotzdem plane, obwohl ich genau weiß, dass ich vieles davon wieder über den Haufen werfe und dann doch ganz anders mache. Zum einen, weil es mir Spaß macht. Zum anderen, weil ich ohne Plan manchmal total planlos wäre.

Bloggen ohne Plan – ein Zeitfresser

Zum Beispiel beim Bloggen. Es würde mich Unmengen an Zeit kosten, wenn ich völlig ohne Plan einfach drauflos bloggen würde. Und es gäbe dann auch keinerlei roten Faden, keine Konsistenz in meinen Artikeln. So ging es mir mit meinem ersten Blog, heute noch zu lesen auf meiner alten Website Federführend PR. Die Artikel dort sind sicher nicht schlecht. Aber sie sind alle spontan entstanden, manchmal hab ich dann auch gar nicht gebloggt, weil ich entweder nicht wusste, worüber ich schreiben soll oder mich nicht getraut hab oder mich zwischen mehreren Themen nicht entscheiden konnte.

Planung für mehr Kontinuität

Wenn du jetzt hier auf diesen Blog schaust, dann fällt auf: Seit dem Start im Mai 2015 habe ich so gut wie jede Woche einen Artikel veröffentlicht, manchmal sogar zwei. Und darauf bin ich schon ein bisschen stolz. Geschafft hätte ich das ganz ohne Plan aber nicht. Auch wenn sich der Plan immer mal wieder ändert, so bietet er mir doch eine Grundlage, auf der ich aufbauen kann und dir mir hilft, dranzubleiben. Außerdem spart mir der Plan wirklich viel Zeit, denn wenn ich ihn richtig mache, dann muss ich nur schauen: Okay, was steht für nächste Woche an? Und dann schreibe ich darüber.

Planung für mehr Flexibilität

Es kommt auch vor, dass ich dann genau in diesem Moment so gar keinen Bock auf das jeweils geplante Thema hab. Auch das ist kein Problem, weil ich dann einfach schauen kann, was in der Woche drauf oder zwei Wochen später dran wäre. Und wenn ich darauf mehr Lust hab, dann schreib ich eben darüber. Ich muss ja keine Rechenschaft ablegen und meinen Plan kennt außer mir niemand.

Wie plane ich?

Seit Mai 2015 habe ich immer wieder mit verschiedenen Tools zur Planung von Blog-Artikeln experimentiert. Zwei davon haben mir persönlich besonders gut gefallen: Toodledo und Scompler. Toodledo, weil es sehr intuitiv zu bedienen ist und weil man schön in einzelnen Themen-Blöcke aufteilen kann. Außerdem kann man Deadlines setzen und Notizen machen. Würde mir an sich vollkommen reichen. Allerdings funktioniert die Synchronisierung mit dem Handy nicht, zumindest bei mir nicht. Für mich zwar kein K.O.-Kriterium, aber ich wollte es mal erwähnt haben.

Scompler – die eierlegende Wollmilchsau?

Weil ich aber auch immer wieder auf der Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau war, und weil ich gerne etwas mehr den Überblick über meine Aktivitäten auf dem Blog und in den Social Media-Kanälen wollte – und weil ich gerne auch übergreifend planen wollte, hab ich Scompler ausprobiert. Beim ersten Versuch vor gut einem Jahr hab ich schnell aufgegeben. Zu mächtig und umfassend war das Tool, ich habe mich regelrecht erschlagen gefühlt.

Doch vor einigen Wochen wollte ich Scompler nochmal eine zweite Chance geben. Und siehe da, es klappt und ich bin sehr happy damit. Der große Vorteil: Ich kann wirklich meine komplette Content-Strategie mit Scompler planen. Und was ich auch toll finde: Ich kann auch Postings für Facebook-Gruppen planen. Das geht bei Facebook direkt nämlich nicht, dafür braucht man also ein externes Tool. Und das klappt mit Scompler wunderbar.

Was nicht geht: Zum Beispiel auf Instagram aus Scompler heraus posten. Auf Xing, LinkedIn und Pinterest geht es auch nicht. Aber man kann die Beiträge immerhin im Voraus planen und wird dann auch per Mail ans Posten erinnert – für Menschen, die wie ich ein Gedächtnis wie ein Sieb haben, keine schlechte Sache. Die eierlegende Wollmilchsau ist also auch Scompler nicht, aber wie ich finde, ist das Tool verdammt nah dran.

Mehr Strategie wagen

Für 2017 werde ich das Ganze noch ausweiten und strategisch an die Sache herangehen. Im Moment probiere ich noch die verschiedenen Funktionen aus. Ich denke, ich werde dazu vielleicht mal einen extra Artikel machen, oder aber eine ganze Artikel-Serie zu den Tools, die ich nutze, warum ich sie nutze, was ich gut und schlecht finde. (Lass mir doch einen Kommentar da, ob dich sowas interessiert.)

Im Blog plane ich übrigens mit Monatsthemen, zu denen es dann jeden Monat zwei bis vier Artikel gibt. Und das jeweilige Thema wird dann auch auf Facebook schwerpunktmäßig behandelt. Okay, aktuell klappt das mit Facebook (und Twitter und überhaupt) nicht ganz so gut. Das liegt aber schlicht daran, dass ich bei all dem anderen Kram meine Facebook-Seite grade ein bisschen vernachlässige. Wird sich im neuen Jahr auch wieder ändern, versprochen!

Die perfekte Urlaubsplanung

Übrigens plane ich nicht nur für meinen Blog. Ich bin auch bei der Urlaubsplanung voll im Fieber. Da wir in der Regel von der Reiseroute bis zum Mietwagen alles selbst organisieren, gehört ein bisschen Planung einfach dazu. Aber ich hab daran auch einen Heidenspaß, kann mich total darin verlieren, mit verschiedene Unterkünfte anzuschauen, so lange zu puzzeln, bis ich den perfekten Flug zu einem möglichst günstigen Preis gefunden hab und bis die Reiseroute so optimiert ist, dass wir möglichst viel sehen können, ohne dass es gleich in Stress ausartet.

Versteh mich nicht falsch: Ich könnte auch voll ins Blaue fahren, hätte ich gar kein Problem damit. Einfach ins Auto sitzen und schauen, was kommt. Aber ich hab schon an der Urlaubsplanung so verdammt viel Spaß, dass mir das die ganze Freude auf und mit dem Urlaub nochmal deutlich verlängert. Wenn du mir heute tausend Euro in die Hand drückst und sagst „mach mal“, dann hab ich dir morgen die erste Reiseroute. Bis dann alles gebucht ist, verwerfe ich die natürlich noch fünfmal. Aber dafür ist sie dann am Ende auch wirklich sehr nahe an perfekt. (Nein, ich bin nicht größenwahnsinnig geworden! Diese Aussage stammt von meinem Mann.)

Was Planen mit Skistöcken gemeinsam hat

Mit dem Planen ist es bei mir so wie mit den Skistöcken: Ich brauch sie nicht zum Skifahren, ich kann das auch wunderbar ohne Stöcke. Aber ich fühle mich sicherer, wenn ich sie habe, auch wenn ich sie dann nicht nutze, sondern mich nur daran festhalte. Genauso verhält es sich auch mit dem Planen: Ich fühle mich sicherer, wenn ich einen Plan habe. Auch wenn ich genau weiß, dass es vermutlich auf Plan B oder C hinausläuft.

Was bei Plan B aber passieren kann: Dass der Blog-Artikel ewig lang wird. Hat überhaupt jemand bis hierher gelesen? Ich bin grade selbst erschrocken, aber heut flutscht es einfach. Ich hör jetzt auch auf, obwohl ich dir noch so viel mehr übers Planen und über die Kunst des Verwerfens erzählen könnte 😉 Vielleicht ein anderes Mal…

1 Kommentar
  1. Eva Laspas
    Eva Laspas sagte:

    Liebe Elke,
    super Beitrag, ich freue mich, dass ich dich mit meiner Blogparade ein bisschen von deinem Plan wegbekommen habe. ,-))))) Aber das Thema ist ja gerade jetzt sooo aufgelegt. ,-)
    Danke auch für den Tipp mit Scrompler – ich werde ihn mir mal in einer ruhigen Minute zu gemüte führen.
    Aus Wien…

    Antworten

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